Zusammenfassung von Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge

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Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge Buchzusammenfassung
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Rezension

Ein Däne in Paris

Es ist ein seltsamer Roman, den der eher als Lyriker bekannte Rainer Maria Rilke der Nachwelt hinterlassen hat. Sein Held ist der junge Däne Malte Laurids Brigge, der sich nach dem Zerfall seiner adeligen Familie in die Metropole Paris aufgemacht hat, um seiner schriftstellerischen Arbeit neue Impulse zu geben. Doch in der Stadt an der Seine findet er vor allem den Moloch, in dem es von Krankheit und Tod, Armut und Aussatz nur so wimmelt. Malte ist hin- und hergerissen zwischen seinen Erinnerungen an die eigene Kindheit, die bereits von Erfahrungen mit dem Tod und teilweise unheimlichen Ereignissen überschattet wurde, und seiner Verarbeitung der rauen Pariser Wirklichkeit. Maltes Aufzeichnungen behandeln besondere Vorkommnisse seines Lebens ebenso wie Reflektionen über gelesene Bücher; sie handeln von der Liebe, von der Angst, ausgestoßen zu sein, und der Suche nach Gott. Rilke schreibt sprunghaft und wechselt häufig die Themen, die im Tagebuchstil so schnell auf den Leser einströmen, dass er oft gar nicht weiß, wo er sich gerade befindet. Die vielen Andeutungen und Symbole machen das Buch zu einer tiefgründigen, aber auch ziemlich schwierigen Lektüre.

Über den Autor

Rainer Maria Rilke gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen Dichtern. Insbesondere seine Lyrik hat ihn berühmt gemacht. Er wird am 4. Dezember 1875 in Prag geboren, als einziger Sohn des Beamten Josef und der Kaufmannstochter Sophie Rilke. Seine Mutter hat sich immer ein Mädchen gewünscht, und so muss der kleine Rainer Maria diese Rolle übernehmen: Er wird zeitweise als Mädchen erzogen und muss entsprechende Frisuren und Kleider tragen. Nach der Trennung der Eltern im Jahr 1884 schickt ihn der Vater auf die Militärschule, wo der empfindsame Junge unter dem Druck und den Zwängen sehr leidet. Ab 1891 besucht er die Linzer Handelsakademie und schreibt erste Gedichte. 1895 beginnt er ein Studium der Philosophie, Literatur und Kunstgeschichte in Prag, das er später in München und Berlin fortsetzt. Prägend für Rilkes Leben sind die Philosophie Friedrich Nietzsches sowie seine Reisen, die ihn ab 1899 unter anderem nach Russland, Italien, Spanien, Dänemark und in die Schweiz führen. In der Künstlerkolonie Worpswede lernt Rilke die Bildhauerin Clara Westhoff kennen, mit der er 1901 eine Familie gründet. Doch schon ein Jahr nach der Hochzeit und der Geburt der gemeinsamen Tochter zerbricht dieses Familienmodell. Fluchtartig verlässt Rilke Worpswede in Richtung Paris, wo er die folgenden Jahre überwiegend lebt. Die Freundschaft mit dem Bildhauer Auguste Rodin hat einen großen Einfluss auf Rilkes Werk (darunter Neue Gedichte, 1907). Das Leben in der Metropole Paris spiegelt sich in seinem Stunden-Buch (1905) und dem Roman Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge (1910) wider. Ab 1912 erlangt sein 1899 verfasstes Frühwerk Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke große Bekanntheit und hohe Auflagen. Nach dem Ersten Weltkrieg, während dem Rilke hauptsächlich in München lebte, siedelt er 1919 in die Schweiz über. In der Nähe von Siders im Kanton Wallis vollendet er zwei seiner poetischen Meisterwerke: die Duineser Elegien und die Sonette an Orpheus (1923). Nach mehreren Kuraufenthalten stirbt Rilke am 29. Dezember 1926 im Sanatorium von Valmont bei Montreux.

 

Zusammenfassung

In Paris

Der 28-jährige Däne Malte Laurids Brigge beginnt seine Aufzeichnungen am 11. September in der Rue Toullier in Paris. Die Stadt riecht nach Desinfektionsmittel, Frittierfett und Angst. Überall begegnet Malte der Tod. Er sieht ein Baby mit einem grünlichen Ausschlag in einem Kinderwagen und eine Frau, die gebrechlich an einer Wand lehnt. Die Geräusche der Stadt sind seltsam: Quer durch sein Zimmer fährt "die Elektrische", so kommt es Malte vor, wenn er nachts das Fenster öffnet. Doch noch unheimlicher ist die Stille, wenn man gar nichts hören kann. Malte macht sich Gedanken über den Tod: In den Hospitälern wird ja gewissermaßen gewerbsmäßig gestorben. Aber nicht jeder kann sich einen passenden, glamourösen Tod aussuchen, wie die Reichen. Die Armen müssen sich den Tod nehmen, der gerade da ist, auch wenn er ihnen manchmal nicht recht passt. Wie war es denn mit dem Tod von Maltes Großvater, Christoph Detlev Brigge, dem alten Kammerherrn auf Ulsgaard, dem Stammsitz der Familie? Zehn Wochen wollte der Tod bleiben und zehn Wochen schrie er jede Nacht aus dem Kammerherrn, bis er endlich sein Werk vollendet hatte. Jetzt wohnen fremde Leute auf dem Gut. Malte bedauert, dass er ohne Erbe durch die Welt reist, nur mit einem Koffer voller Bücher. Langsam sollte er anfangen, etwas zu arbeiten, sprich: etwas zu schreiben. Eine Studie über den Maler Carpaccio, ein Drama und ein paar Verse hat er geschrieben und findet alles herzlich schlecht. Verse sollte man überhaupt erst dann schreiben, wenn man alt und erfahren ist. Denn nicht Sinneseindrücke und Gefühle, sondern Erfahrung machen gute Verse aus.


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