Zusammenfassung von Die Besteigung des Mont Ventoux

Venedig 1492
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Die Besteigung des Mont Ventoux Buchzusammenfassung
Ein Berg wird zum seelischen Scheideweg für seinen Besteiger – und für die Nachwelt zum Symbol einer Zeitenwende.

Rezension

Der Weg ist das Ziel

Die Besteigung des Mont Ventoux ist ein Text, der für vieles herhalten musste: Zeugnis des aufkommenden Humanismus, erster Hinweis auf den neuen Menschen der Renaissance, frühstes Beispiel einer ästhetischen Weltwahrnehmung, Überwindung der mittelalterlichen Diesseitsfeindlichkeit – man hat dem Brief Petrarcas im 19. und vor allem im 20. Jahrhundert einiges unterstellt, doch der Text ist kein Ausbruch, keine Revolte. Ebenso wenig ist er allerdings eine simple Bestätigung der herrschenden Weltanschauung. Allein der Umstand, dass Gott nur selten, die Seele dagegen sehr oft erwähnt wird, zeigt die Verschiebung des gedanklichen Zentrums, was den Kern des Humanismus ausmachen sollte: Der Mensch mit seinen Fähigkeiten steht im Fokus, nicht der Wille Gottes. Dass Petrarca wahrscheinlich mit fiktionalen Eingriffen in seinen Lebenslauf versucht, der Vita seines Idols Augustinus nahezukommen, mag man als Größenwahn oder auch als Liebesdienst auslegen – es zeigt auf jeden Fall, worum es dem Wanderer geht: um Läuterung, um Überwindung seiner eigenen inneren Konflikte. Er kommt dabei zu Einsichten, die aus heutiger Sicht befremden müssen. Doch seine Erkenntnismethode ist auch heute noch plausibel: Man muss sich bewegen, um etwas zu erkennen.

Zusammenfassung

Das Verlangen nach dem Aufstieg
Francesco Petrarca schreibt in einem Brief an Francesco Dionigi von Borgo San Sepolcro, dass er heute den Mont Ventoux – auch Ventosus („der Windige“) genannt – bestiegen hat. Seine Motivation war einzig und allein der lang gehegte Wunsch, den Gipfel...
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Über den Autor

Francesco Petrarca wird am 20. Juli 1304 in Arezzo in der Toskana geboren und verbringt seine ersten Lebensjahre in der Nähe von Florenz. Im Zuge von Streitigkeiten zwischen den italienischen Fürsten und dem Papst wird Petrarcas Vater, ein Advokat und Freund des Dichters Dante Alighieri, als bekennender Anhänger des Papstes aus Florenz verbannt. Die Familie folgt ihm ein paar Jahre später nach Carpentras, in der Nähe von Avignon. Petrarca studiert auf Geheiß seines Vaters in Montpellier und Bologna Rechtswissenschaften, doch sein Hauptinteresse gilt der lateinischen Literatur, besonders Cicero und Vergil. Er freundet sich mit dem jüngeren Giovanni Boccaccio an und beginnt mit ihm einen innigen Briefwechsel. Als 1326 sein Vater stirbt, bricht Petrarca das Studium ab und kehrt zurück nach Avignon. Die Freundschaft mit einem Mitglied einer römischen Adelsfamilie entbindet ihn von der Sorge um seinen Lebensunterhalt, sodass er sich voll der Literatur widmen kann. 1327 erlangt er die niederen Weihen. Außerdem begegnet er einer Dame namens Laura, die zum Objekt seiner lebenslangen lyrischen Begeisterung wird. In seinem 366 Gedichte umfassenden Werk Canzoniere (Das Buch der Lieder, 1348) gibt er seiner unerfüllten Liebe Ausdruck und erschafft einen neuen poetischen Ton, der ihm viel Beachtung und dieser Art von Dichtung die Bezeichnung „petrarkisch“ einbringt. Petrarca reist quer durch Europa und sammelt dabei antike lateinische Manuskripte. Er entdeckt viele antike Schriften wieder, von Cicero über Seneca bis Ovid, und wird so zu einem der Initiatoren der italienischen Renaissance. Neben die Klassiker der lateinischen Antike tritt Augustinus, dessen Bekenntnisse für Petrarca zur wichtigen Lektüre werden. 1341 wird er in Wiederbelebung einer antiken Tradition auf dem Kapitol in Rom zum Dichterfürsten ausgerufen. Seine späteren Jahre verbringt Petrarca reisend, lehrend und schließlich kontemplativ auf seinem Ruhesitz im norditalienischen Arquà, wo er am 19. Juli 1374 stirbt.


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