Zusammenfassung von Die Gefangene

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, Band 5

Paris 1923
Diese Ausgabe: Suhrkamp, Mehr

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Die Gefangene Buchzusammenfassung
Der fünfte Band von Prousts Jahrhundertwerk: ein Eifersuchtsdrama, das Sartres Diktum vorwegnimmt: „Die Hölle, das sind die anderen“.

Rezension

Eifersucht und Einsamkeit

Die Gefangene ist Teil von Prousts Lebenswerk Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Der Ich-Erzähler berichtet darin u. a. von seinem Versuch, seine lebenslange Schreibblockade zu überwinden und seinem müßigen Leben einen Sinn zu verleihen. In diesem fünften von sieben Bänden kommt er seinem Ziel keinen Zentimeter näher, ganz im Gegenteil: Von morgens bis abends hockt er in seinem stickigen Pariser Zimmer und zermartert sich das Hirn über seine aussichtslose Beziehung zu Albertine. Er hat sie bei sich einziehen lassen, vor allem damit er sie auf Schritt und Tritt überwachen kann. Die Mutmaßungen über ihre lesbischen Eskapaden machen ihn zwar rasend – doch ohne diesen Verdacht langweilt er sich tödlich mit ihr. Proust schuf mit diesem klaustrophobischen Eifersuchtsdrama eine Art Vorläufer des existenzialistischen französischen Beziehungsfilms: Zwei Menschen, auf engem Raum miteinander eingesperrt, machen sich gegenseitig das Leben zur Hölle und steuern mit schlafwandlerischer Sicherheit am Happy End vorbei. Prousts Figuren sind letztlich zur Einsamkeit verdammt – wir dürfen sie uns als moderne Menschen vorstellen!

Zusammenfassung

Gefangen im eigenen Haus
Nach seiner Rückkehr aus Balbec lebt Marcel in der Pariser Wohnung seiner Eltern. Auch seine Freundin Albertine zieht dort ein. Die alte Dienerin Françoise sieht in dem Mädchen eine elende Schmarotzerin, und Marcels Mutter schreibt aus...
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Über den Autor

Marcel Proust wird am 10. Juli 1871 in Auteuil bei Paris geboren. Sein Vater ist ein berühmter Arzt, die Mutter stammt aus einer wohlhabenden jüdischen Bankiersfamilie. Ab 1878 verbringt er die Ferien in dem Dorf Illiers bei Chartre, das später als Vorbild für das fiktive Combray dienen wird. 1881 erleidet der kränkliche Proust seinen ersten Asthmaanfall. Ab dem Folgejahr besucht er das Lycée Condorcet, wo er zusammen mit Schulkameraden verschiedene literarische Zeitschriften herausbringt. Nach dem Abitur dient Proust trotz seiner schwachen Gesundheit für ein Jahr in der Armee in Orléans. Anschließend studiert er Politik und Jura, bricht ab und macht in Philosophie und Literatur einen Abschluss. Auf Druck seines Vaters nimmt er 1895 eine unbezahlte Stelle als Bibliothekar an, lässt sich aber bald darauf krankschreiben. Sein nach außen hin müßiges Leben, die exzellenten Verbindungen zum Adel sowie die Besuche in den schicksten Pariser Salons verschaffen ihm den Ruf eines Snobs und gesellschaftlichen Emporkömmlings. Der Autor kämpft zeitlebens mit seiner Homosexualität, die sein Vater ihm während seiner Jugend noch durch einen Bordellbesuch hat austreiben wollen. Proust hat zahlreiche Liebhaber, bekennt sich aber nie offen zu seiner sexuellen Orientierung. 1896 erscheint sein erstes Buch, die Kurzgeschichtensammlung Les plaisirs et les jours (Freuden und Tage). Mit einem Kritiker, der sich abschätzig darüber äußert, duelliert er sich. 1903 stirbt sein Vater und zwei Jahre darauf die über alles geliebte Mutter. Proust erbt ein Vermögen, das ihm ein arbeitsfreies Leben im Luxus ermöglicht. Doch seine Gesundheit verschlechtert sich zusehends. Er zieht sich mehr und mehr in das Schlafzimmer seiner Pariser Wohnung zurück und arbeitet an seinem Lebenswerk À la recherche du temps perdu (Auf der Suche nach der verlorenen Zeit). Den ersten der sieben Bände gibt er 1913 auf eigene Kosten heraus. Die letzten drei veröffentlicht sein Bruder posthum bis 1927. Marcel Proust stirbt am 18. November 1922 an einer Lungenentzündung.


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