Zusammenfassung von Die Gesellschaft der Gesellschaft

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Die Gesellschaft der Gesellschaft Buchzusammenfassung
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Rezension

Das System Gesellschaft

Über 30 Jahre arbeitete Niklas Luhmann an seinem Werk Die Gesellschaft der Gesellschaft, das 1997 erschien. Darin entwirft er seine Theorie der Gesellschaft als autonomes und autopoietisches, also sich selbst erhaltendes System. Ausdrücklich wendet sich Luhmann gegen die traditionelle Soziologie, die glaubt, die Gesellschaft von außen beschreiben – und kritisieren – zu können, ohne zu merken, dass sie selbst Teil des Systems ist. Moralisch unterfütterte Gesellschaftstheorien wie die von Jürgen Habermas, in denen kommunikativ handelnde Individuen Konsens über ihr Zusammenleben erzielen, sind Luhmanns Sache nicht. Ihm geht es auch nicht darum, die Gesellschaft zu ändern. Er will sie wertfrei beobachten, und zwar unter Berücksichtigung des eigenen „blinden Flecks“ des Beobachters. Luhmanns hochabstraktes, von Paradoxen und trockenem Humor durchzogenes Buch ist kein Lesevergnügen, bietet aber überraschende Erkenntnisse und Einsichten. Das erklärte Ziel von Luhmanns Gesellschaftstheorie ist es, Distanz zu den alltäglichen Selbstverständlichkeiten zu erzeugen – und das gelingt ihm auf jeder Seite.

Über den Autor

Niklas Luhmann ist einer der wichtigsten Soziologen des 20. Jahrhunderts. Geboren wird er am 8. Dezember 1927 in Lüneburg. Mit 17 Jahren nimmt er als Luftwaffenhelfer am Zweiten Weltkrieg teil und gerät anschließend kurz in amerikanische Gefangenschaft. 1946 beginnt er ein Jurastudium in Freiburg und ist nach dem Referendariat zunächst von 1954 bis 1962 als Verwaltungsjurist tätig. Hier lernt er eine Arbeitsmethode kennen, die sein ganzes Werk prägen wird: die Ablage von Informationen in Zettelkästen. So legt sich Luhmann mit 25 Jahren auch privat einen Zettelkasten an, um eigene Gedanken und wichtige Ideen anderer Autoren zu sammeln. 1960 erhält er ein Stipendium für ein Studium der Soziologie in Harvard, kommt also erst mit über 30 Jahren mit der Wissenschaft in Berührung, die er später wesentlich beeinflussen wird. Ab 1962 ist er Referent an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer, drei Jahre später wechselt er zur Sozialforschungsstelle Dortmund. Erst 1966 promoviert er in Soziologie an der Universität Münster, die Habilitation folgt nur wenige Monate später. Von 1968 bis zu seiner Emeritierung 1993 ist Luhmann Professor für Soziologie an der Universität Bielefeld. Er veröffentlicht zahlreiche Werke, in denen er seine Systemtheorie entwickelt. Als Soziale Systeme erscheint, das erste Hauptwerk und die Grundlage seiner Theorie, ist Luhmann bereits 57 Jahre alt. Die in den folgenden Jahren verfassten Bücher – unter ihnen Titel wie Die Wirtschaft der Gesellschaft (1988), Die Wissenschaft der Gesellschaft (1990), Das Recht der Gesellschaft (1993) oder Die Realität der Massenmedien (1996) – beziehen diese Theorie auf einzelne Gesellschaftsbereiche. Mit Die Gesellschaft der Gesellschaft erscheint 1997 ein weiteres Hauptwerk Luhmanns. Als 70-Jähriger plant er noch 20 weitere Bücher. Dazu kommt es aber nicht mehr – am 6. November 1998 stirbt Niklas Luhmann in Oerlinghausen bei Bielefeld.

 

Zusammenfassung

Die Eigenblindheit der Soziologie

Die Soziologie hat bislang noch keine angemessene Gesellschaftstheorie geliefert. Seit etwa einem Jahrhundert hat sie keinen nennenswerten Fortschritt gemacht. Der Hauptgrund dafür liegt in dem vorherrschenden Verständnis von Gesellschaft. Man geht davon aus, dass Gesellschaft aus konkreten Menschen und aus den Beziehungen zwischen ihnen besteht. Gesellschaft beruht nach der gängigen Vorstellung auf Übereinstimmung der Menschen. Diese Annahme ist aber falsch. Gesellschaft besteht weder aus Individuen, noch bedarf sie eines Konsenses. Sie kann auch nicht – wie die klassische Soziologie es versucht – von außen beschrieben werden. Wissenschaft wird in der Gesellschaft betrieben. Jede Theorie über die Gesellschaft ist somit Teil ihres eigenen Beobachtungsgegenstandes.


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