Zusammenfassung von Die Idee der Phänomenologie

Fünf Vorlesungen

Den Haag 1947
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Die Idee der Phänomenologie Buchzusammenfassung
Die Grundlagen der Phänomenologie, ausgebreitet in fünf Vorlesungen ihres Erfinders.

Rezension

Zu den Sachen selbst

„Die Gedanken stehen etwa in demselben Verhältnis zum Gehirn wie die Galle zu der Leber oder der Urin zu den Nieren.“ So formulierte der Naturwissenschaftler Carl Vogt Mitte des 19. Jahrhunderts eine wissenschaftliche Einstellung, die man heute als Vulgärmaterialismus bezeichnet: Psychische Vorgänge seien immer auf organische Ursachen zurückzuführen. Dieser Position widersprach gut ein halbes Jahrhundert später Edmund Husserl. Auch er war ursprünglich Naturwissenschaftler, entdeckte dann aber seine philosophische Seite und startete zu Beginn des 20. Jahrhunderts sein Projekt, die Philosophie neu zu beleben und ihr einen eigenen Rang zuzuerkennen, ohne sie an den Maßstäben der Naturwissenschaften auszurichten. Für Husserl sind mathematische, biologische oder physikalische Sätze nur Annahmen, die die wirklichen Erkenntnismöglichkeiten des Menschen verwischen. Den Sachen selbst, den Phänomenen, könne man nur über eine philosophische Wesensschau auf die Spur kommen, die alles, was von der Essenz der Dinge ablenke, in Klammern setze. In den fünf Vorlesungen der Idee der Phänomenologie legt Husserl erstmals dar, wie diese Ausklammerung (er nennt sie „phänomenologische Reduktion“) konkret funktioniert. Ein wichtiger Grundlagentext der Phänomenologie.

Zusammenfassung

Natürliche und philosophische Wissenschaft
Die natürliche und die philosophische Wissenschaft entstammen unterschiedlichen Geisteshaltungen. Mit der natürlichen Geisteshaltung betrachtet man die Objekte in der unmittelbaren Umgebung ganz unbekümmert. Man verschwendet keinen Gedanken an...
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Über den Autor

Edmund Husserl, der Begründer der Phänomenologie, wird am 8. April 1859 in Proßnitz (Mähren, heute Tschechische Republik) in eine jüdische Familie geboren. Er studiert in Leipzig, Berlin und Wien Astronomie, Mathematik, Physik und Philosophie. 1886 geht Husserl nach Halle, wo er an der Universität als Privatdozent lehrt und mit der Arbeit Über den Begriff der Zahl (1887) habilitiert. Kurz vor der Hochzeit mit seiner Verlobten Malvine Steinschneider lässt er sich evangelisch taufen. 1891 erscheint die Philosophie der Arithmetik, in der er die Gültigkeit mathematischer Wahrheiten unabhängig von der menschlichen Erkenntnis behauptet. Zehn Jahre später revidiert er seine Meinung in seinem ersten Hauptwerk, den Logischen Untersuchungen (1901). Das Buch bringt ihm den Ruf an die Universität Göttingen ein, wo er ab 1901 als außerordentlicher und ab 1906 als ordentlicher Professor lehrt. Dort entsteht Husserls eigene phänomenologische Schule, die zahlreiche Studenten anzieht. In seinem einflussreichsten Werk, Ideen zu einer reinen Phänomenologie und phänomenologischen Philosophie (1913), formuliert er die Aufgabe der Phänomenologie, die Sachen so zu beschreiben, wie sie sich dem menschlichen Geist darstellten – unabhängig davon, ob die Sachen selbst überhaupt existierten. „Zu den Sachen selbst“ ist ein berühmt gewordener Ausspruch Husserls. Seine Ideen fallen auf fruchtbaren Boden, sodass er 1916 einen Ruf an die Universität von Freiburg erhält. Seine erste Assistentin ist Edith Stein, ihr Nachfolger Martin Heidegger, der seine eigenen Forschungen auf Husserls Erkenntnissen aufbauen wird. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wird Husserl zunächst beurlaubt. 1936 entzieht man ihm die Lehrerlaubnis und vertreibt ihn aus seinem Haus. Ein Angebot der University of Southern California lehnt er ab. Edmund Husserl stirbt am 27. April 1938 in Freiburg.


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