Zusammenfassung von Die Strudlhofstiege

oder Melzer und die Tiefe der Jahre

München 1951
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Die Strudlhofstiege Buchzusammenfassung
Einer der großen Gesellschaftsromane des 20. Jahrhunderts: die Liebeleien des Wiener Großbürgertums zwischen den Weltkriegen.

Rezension

Ein Wiener Weltenkosmos

Die Strudlhofstiege ist eine Treppen- und Brunnenanlage im 9. Wiener Bezirk. In Doderers Roman, der in den Jahren vor und nach dem Ersten Weltkrieg spielt, ist sie der Nabel der Welt – oder zumindest der Nabel Wiens. Hier spielt eine der Schlüsselszenen, hier begegnen sich die zahlreichen Figuren immer wieder; die meisten von ihnen wohnen in der Umgebung. Viele sind in wechselnden und sich überkreuzenden Konstellationen und Liebeleien miteinander verbunden. Im Zentrum stehen drei Geschwister der Familie Stangeler sowie der junge Major Melzer. Der monumentale Roman (über 900 Seiten) zeichnet sich durch eine üppige, ausschweifende Sprache aus, hat aber keine Handlung im konventionellen Sinn. Die Strudlhofstiege ist vielmehr ein Reigen um heimliche Liebschaften und unglückliche Ehen. Die eigentliche Heldin des Romans ist die Stadt Wien, in der sich die ganze Großartigkeit und Tragik des 1918 untergegangenen Kaiserstaats verdichtet.

Zusammenfassung

Der Sommer 1923
Frau Mary K. erwartet an einem Spätsommernachmittag des Jahres 1923 ihren Gatten Oskar. Das prächtige Wetter erinnert sie an Sommerferien in Ischl, ungefähr 15 Jahre zuvor, als ihr der stets korrekte Leutnant Melzer den Hof machte. Melzer erschien ihr...
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Über den Autor

Heimito von Doderer wird am 5. September 1896 als sechstes Kind eines österreichischen Architekten und Eisenbahningenieurs geboren. Nach der Matura im Sommer 1914 geht Doderer 1915 als Freiwilliger zur Armee und gerät im Jahr darauf in russische Kriegsgefangenschaft. In Sibirien erwachen seine literarischen Interessen und er hat Zeit, sie zu entwickeln. Wegen der Wirren des russischen Bürgerkriegs müssen die Kriegsgefangenen Jahre warten, bis sie wieder nach Hause können; Doderer erreicht Wien 1920. Nach seiner Heimkehr studiert er Geschichte und schließt 1925 mit der Promotion ab. Seine ältere Schwester Helga begeht 1927 in Budapest Selbstmord. Die Doderers gehören nach dem Ersten Weltkrieg zu den Kriegsverlierern. Sie sind wie viele Österreicher antidemokratisch gesinnt und haben als ursprünglich Deutschstämmige kein Problem mit dem aus dem Deutschen Reich auf Österreich einwirkenden Nationalsozialismus. Heimito von Doderer wird 1933 Mitglied der damals verbotenen NSDAP, distanziert sich jedoch in den Folgejahren von den Nazis. In den 1930er Jahren lebt er eine Zeit lang in München, um Anschluss an literarische Kreise zu finden. 1938 erscheint sein Roman Ein Mord, den jeder begeht. 1940 konvertiert er zum Katholizismus und nimmt am Zweiten Weltkrieg teil, vorwiegend als Etappenoffizier. Während des Krieges arbeitet er am Roman Die Strudlhofstiege, den er 1948 beendet. Er erscheint 1951 und macht Doderer schlagartig bekannt. Der inzwischen 55-jährige Autor gilt nunmehr als Repräsentant der österreichischen Nachkriegsliteratur, erhält zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1957 den Großen Österreichische Staatspreis für Literatur, und kann weiterhin erfolgreich publizieren. Doderer heiratet zweimal. Er stirbt am 23. Dezember 1966 in Wien.


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