Zusammenfassung von Die vierzig Tage des Musa Dagh

Wien, Berlin, Leipzig 1933
Diese Ausgabe: Fischer Tb, Mehr

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Die vierzig Tage des Musa Dagh Buchzusammenfassung
Ein Epos wider das Vergessen des Völkermords an den Armeniern.

Rezension

Wider das Vergessen

„Wer erinnert sich denn heute noch an die Massaker der Türken am armenischen Volk?“ Mit dieser Frage versuchte Adolf Hitler vor Beginn des Zweiten Weltkrieges die Bedenken seiner Offiziere zu zerstreuen, die sich angesichts der geplanten Judenvernichtung um das öffentliche Ansehen Deutschlands sorgten. Geschichte wird bekanntlich von den Siegern geschrieben, und schon deshalb ging Hitlers zynische Rechnung zum Glück nicht auf. Die Armenier aber kämpfen noch immer gegen das Vergessen und die Leugnung der an ihnen begangenen Verbrechen. Franz Werfels Roman, der auf historischen Ereignissen basiert, hat ihnen dabei mehr geholfen als alle wohlmeinenden Diplomaten, Journalisten oder Historiker zusammen. Denn er fasst das Unaussprechliche in Worte und gibt den anonymen Opfern ein Gesicht. Der jüdische Autor schuf 1933 mit diesem spannenden Meisterwerk eine Blaupause des staatlich verordneten Völkermords. Sein einziger Irrtum war, dass er den Nazis dessen Perfektionierung nicht zutraute.

Zusammenfassung

Von Paris in den Orient
Der Armenier Gabriel Bagradian, Spross einer sehr reichen Händlerfamilie, geht an einem Frühjahrsmorgen 1915 unweit von Antiochia an den Hängen des Mosesbergs, des Musa Dagh, spazieren. Er hat 23 Jahre lang in Paris das angenehme Leben eines Schöngeists...
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Über den Autor

Franz Werfel wird am 10. September 1890 als Sohn eines wohlhabenden Textilfabrikanten in Prag geboren. Wie sein Zeitgenosse Franz Kafka gehört er der Minderheit der deutschsprachigen Juden an. Er studiert in Leipzig und Hamburg kurzzeitig Jura und Philosophie und arbeitet später als Lektor für einen Verlag. Seinen literarischen Durchbruch schafft er 1911 mit dem Lyrikband Der Weltfreund, einer euphorischen Hymne auf Frieden, Völkerverständigung und Brüderlichkeit. Gemeinsam mit seinen Schriftstellerkollegen Walter Hasenclever und Kurt Pinthus veröffentlicht er 1912 die expressionistische Schriftenreihe Der Jüngste Tag. Zwischen 1915 und 1917 kämpft er für die Österreicher an der russischen Front; später wird er in das Wiener Kriegspressequartier versetzt, wo er wegen seiner pazifistischen Überzeugungen in Schwierigkeiten gerät. 1917 lernt er die elf Jahre ältere Alma Mahler kennen, eine berühmte Künstlermuse, die Witwe des Komponisten Gustav Mahler und die Noch-Ehefrau des Architekten Walter Gropius. Noch während ihrer Ehe mit Gropius bringt sie Werfels mutmaßlichen Sohn Martin zur Welt, der jedoch im Alter von nur zehn Monaten stirbt. Unter Almas Regie zieht sich Werfel aus dem öffentlichen Leben zurück, schreibt und reist viel. Auf einer Nahostreise 1930 trifft er in Damaskus auf verkrüppelte armenische Waisenkinder, ein Erlebnis, das ihn zu seinem Roman Die vierzig Tage des Musa Dagh (1933) inspiriert. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an Nazideutschland geht er ins Exil nach Frankreich. 1940 beginnt eine wochenlange Flucht vor der einrückenden Wehrmacht – seine „Tour de France“, wie Werfel sie nennt. Während er sich in Lourdes versteckt, gelobt er, ein Buch über die Ortsheilige zu schreiben – Das Lied von Bernadette (1941). 1940 schafft er es mit Alma sowie mit Heinrich und Golo Mann zu Fuß über die Pyrenäen nach Spanien und emigriert von Portugal aus in die USA, wo er mit seinen Romanen Bestsellererfolge feiert. Am 26. August 1945 stirbt er in Los Angeles an einem Herzinfarkt.


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