Zusammenfassung von Draußen vor der Tür

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Draußen vor der Tür Buchzusammenfassung
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Rezension

Einer von denen

Ein Mann kommt nach Deutschland – schwer beladen mit Hunger, Schmerzen, Schuld und Verzweiflung. Er wurde verraten und verlassen, und diejenigen, die ihn verraten und verlassen haben, fangen neu zu leben an. Borcherts Kriegsheimkehrer Beckmann kann das nicht: leben im Angesicht des millionenfachen Todes, für den keiner mehr verantwortlich sein will. Er stellt Fragen, die keiner mehr beantworten, ja nicht einmal mehr hören will. – Borchert zeigt ein Deutschland, das sich feige aus der Verantwortung stiehlt, das seine Jugend für nichts geopfert hat und weghört, wenn diese Jugend Fragen stellt. Draußen vor der Tür ist ein Stück, wie es so nur unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg entstehen konnte. Doch Beckmann ist kein Einzelschicksal, er ist „einer von denen“, ein zeitloser Typus. Er ist Zeuge und literarischer Beleg dafür, dass Kriege dem Menschen genau das nehmen, was dieser zum Leben braucht: Glaube, Liebe und Hoffnung.

Über den Autor

Wolfgang Borchert wird am 20. Mai 1921 in Hamburg geboren. Er kommt schon früh mit klassischer und moderner Literatur in Berührung. 1937 sieht Borchert Gustav Gründgens als Hamlet auf der Bühne und fühlt sich zum Theater berufen. 1938 wird sein erstes Gedicht veröffentlicht und er schreibt ein erstes Theaterstück, Yorick der Narr, in Anlehnung an Hamlet. Er bricht die Schule ohne Abschluss ab, beginnt eine Buchhändlerlehre und nimmt Schauspielunterricht. 1939 schreibt er gemeinsam mit Günter Mackenthun die Komödie Käse, eine Persiflage auf die Repressalien des Naziregimes. 1940 wird er wegen Verdacht auf Homosexualität verhaftet, 1941 wird er eingezogen und im Dezember an die Front in Russland geschickt. Nach einer Handverletzung kommt er ins Lazarett. Es folgt eine Anklage wegen Wehrkraftzersetzung durch Selbstverstümmelung. Nach Monaten in Haft (auch wegen kritischer Äußerungen gegen Staat und Partei) entlässt man ihn zur „Frontbewährung“. Erneut in Russland erkrankt er an Gelbsucht und verbringt einige Zeit im Seuchenlazarett. 1943 ist er zurück in Hamburg, wird wegen politischer Witze denunziert und erneut verhaftet. 1945 gerät er an der Westfront in französische Gefangenschaft, flieht aber und kommt nach Hamburg zurück. Nach Kriegsende spielt er Kabarett, gründet eine Hinterhofbühne und wird Regieassistent am Schauspielhaus. Doch sein Gesundheitszustand verschlechtert sich. Weitgehend ans Bett gefesselt schreibt Borchert etwa 20 Erzählungen und sein Erfolgsstück Draußen vor der Tür. 1947 erscheint der Prosaband Die Hundeblume. Im September wird Borchert mit schweren Leberschäden in ein Schweizer Krankenhaus eingeliefert. Er stirbt am 20. November 1947 – einen Tag vor der Uraufführung von Draußen vor der Tür – in Basel.

 

Zusammenfassung

Ein Mann kommt nach Deutschland

Abends an der Elbe beobachtet ein Beerdigungsunternehmer, wie ein Mann ins Wasser springt. Ein alter Mann steht am Ufer und trauert um ihn und all seine, des alten Mannes, Kinder. Der alte Mann bezeichnet sich als „der Gott, an den keiner mehr glaubt“. Der ständig rülpsende Beerdigungsunternehmer entpuppt sich als der Tod. Gott hatte den Tod anders in Erinnerung: abgemagert und knochig. Doch dieser Tod ist fett. Das Geschäft gehe gut in diesem Jahrhundert, erklärt er. Sein Rülpsen sei ein Anzeichen dafür, dass er sich überfressen habe. Der Tod schickt Gott nach Hause und rät ihm, nicht über jeden einzelnen Toten zu trauern.

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