Zusammenfassung von Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis

Dublin 1710
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Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis Buchzusammenfassung
Esse est percipi: Nur was wahrgenommen wird, existiert. Der irische Philosoph George Berkeley nahm an, dass die Welt eigentlich nur in unserem Kopf besteht.

Rezension

Die Welt existiert nicht - außer, wir nehmen sie wahr

Wie kommen die inneren Bilder, die wir uns von der Welt machen, zustande? Wie er-kennen wir, nehmen wir wahr, denken wir? Die Philosophie der Aufklärung suchte im 17. und 18. Jahrhundert nach Antworten auf diese Fragen und ging dabei von der menschlichen Vernunft als der treibenden Kraft der Erkenntnis aus. Der irische Philosoph und Theologe George Berkeley war ein Vertreter des Empirismus, der annahm, dass wir nichts denken können, was nicht auf sinnlichen Wahrnehmungen beruht. Wenn wir einen Tisch wahrnehmen, dann erkennen wir nicht den Tisch selbst, sondern nur die innere Vorstellung von ihm. Berkeley entwickelte diesen Gedanken radikal weiter: Der Tisch existiert überhaupt nur, weil wir ihn wahrnehmen. Dass mehrere Menschen in einem Raum den gleichen Tisch sehen, liegt daran, dass Gott uns ähnliche Wahrnehmungen eingibt; er verhindert, dass jeder in seiner eigenen Welt lebt. Anders als berühmte materialistische Philosophen seiner Zeit war Berkeley ein Idealist, für den nur die Vorstellungen in unserem Kopf existierten. Den Materialismus sah er, der auch als Bischof und Missionar tätig war, als Grund für das Freidenkertum und den Atheismus seiner Zeit, wogegen er kämpfte: Sein Ziel war es, mit seiner philosophischen Arbeit letztlich einen Gottesbeweis vorzulegen.

Zusammenfassung

Für ein richtiges Denken
Philosophie ist das Streben nach Weisheit und Wahrheit. Man sollte meinen, wer sie betreibe, gelange zu einer tieferen Erkenntnis der Dinge und zu größerer Seelenruhe als andere Menschen. Aber eigentümlicherweise sind es eher die einfachen Naturen, die sich des...
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Über den Autor

George Berkeley wird am 12. März 1685 in der Nähe des südirischen Kilkenny geboren. Von 1700–1707 studiert er am Trinity College in Dublin und erhält den Abschluss des Bachelor of Arts. In dieser Zeit verfasst er sein philosophisches Tagebuch, rund 900 skizzenhafte Aufzeichnungen, die nicht veröffentlicht werden sollten und die Grundgedanken seiner Philosophie bereits enthalten. 1709, mit 24 Jahren, publiziert er den Versuch zu einer neuen Theorie des Sehens, eine wahrnehmungspsychologische Schrift. 1710 wird er zum Priester geweiht, im gleichen Jahr erscheint auch sein Hauptwerk, die Abhandlung über die Prinzipien menschlicher Erkenntnis. Als geistlicher Begleiter und Tutor eines Grafen und später eines anglikanischen Bischofssohns unternimmt Berkeley ausgedehnte Reisen auf den Kontinent, besonders nach Italien. Später betätigt er sich als Missionar und bemüht sich darum, ein College für angehende Geistliche auf den Bermudainseln zu gründen, um Amerika zu christianisieren. Dieses Projekt führt ihn 1729 für etwa zwei Jahre ins neuenglische Newport in Rhode Island; da aber die Regierung ihre finanziellen Zusagen nicht einhält, kehrt er schließlich erfolglos nach London zurück. In einer Streitschrift wendet er sich gegen die Freidenker, die die Existenz Gottes leugnen. Außerdem verfasst er ein volkswirtschaftliches Traktat, das die wirtschaftliche Misere Irlands anprangert, sowie eine mathematische Schrift, in der er sich gegen die Infinitesimalrechnung wendet und dadurch eine längere Kontroverse auslöst. 1734 wird er Bischof der anglikanischen Kirche in Cloyne in seiner Heimat Südirland. Er widmet sich zunehmend sozialen und medizinischen Themen. Am 14. Januar 1753 stirbt er bei einem Aufenthalt in Oxford, wo sich auch sein Grab befindet.


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