Zusammenfassung von Essays

Boston 1841
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Essays Buchzusammenfassung
Die Weltsicht von Ralph Waldo Emerson: sozusagen die intellektuelle Unabhängigkeitserklärung Amerikas.

Rezension

Die Welt als Schule

Als Ralph Waldo Emerson 1841 seine erste Essayreihe veröffentlichte, impfte er der noch jungen amerikanischen Nation damit sein Gedankengut ein. Optimismus und Machermentalität, zwei als typisch amerikanisch geltende Eigenschaften, werden oft auf Emersons Einfluss zurückgeführt. Man hat ihn sogar für die Flut von Selbsthilfeliteratur verantwortlich gemacht. Immerhin schreibt Emerson bereits im Essay Selbstvertrauen: „Willkommen bei Göttern und Menschen ist stets der Mensch, der sich selbst zu helfen versteht.“ Wer Emerson als simplen Motivationstrainer abtut, wird seiner Bedeutung allerdings nicht gerecht. Er war ein Vordenker großen Kalibers, der die traditionellen Begrenzungen des menschlichen Denkens durchbrechen wollte. Er forderte aber gleichzeitig auch dazu auf, sich den ewigen Gesetzen der Natur zu unterstellen. Die Welt sah er als eine große Schule, die den Menschen charakterlich weiterentwickeln sollte. Folgt man seiner Überzeugung, dass wir bereits auf Erden unsere Saat ernten, drängen sich Bezüge zur Klimaproblematik und zum angeblichen Werteverfall der Gesellschaft auf.

Zusammenfassung

Geschichte
Es gibt einen Geist, der in allen Menschen wirkt. Sie haben alle in gleicher Weise Zugang zu ihm, sie nutzen ihn nur unterschiedlich. In jeder Person ist die gesamte Menschheitsgeschichte angelegt, und der einzige Weg, wirklich etwas aus ihr zu lernen, besteht darin, sie aus...
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Über den Autor

Ralph Waldo Emerson wird 1803 als Sohn eines Priesters in Boston geboren. Sein Vater stirbt, als der Junge erst acht Jahre alt ist. Nur mithilfe einer streng religiösen Tante gelingt es der Mutter, ihre fünf Kinder aufzuziehen. Schon früh liest Emerson griechische und römische Philosophen. 1821 graduiert er vom Harvard College und lehrt einige Jahre an der Privatschule seines Bruders William. Danach studiert er Theologie an der Universität Harvard und erhält 1826 seine Zulassung als Prediger. 1829 wird er Pfarrer einer Unitariergemeinde in Boston und heiratet Ellen Tucker. Er führt eine glückliche, aber kurze Ehe: Seine Frau stirbt bereits 1831 an Tuberkulose, was ihn hart trifft. Emersons lebenslange Faszination für junge Männer, die sich auch in sexuell aufgeladener Lyrik äußert, deutet auf seine Bisexualität hin. Nach Meinungsverschiedenheiten mit den doktrinären Kirchenoberen gibt er sein Predigeramt auf und unternimmt eine erste, ausgedehnte Europareise. Hier lernt er die Dichter Coleridge und Wordsworth sowie den schottischen Historiker Carlyle kennen und macht sich mit den Ideen der Romantik und des deutschen Idealismus vertraut. Nach seiner Rückkehr nach Neuengland beginnt er ausgedehnte Vortragsreisen und heiratet Lydia Jackson, die ihn „Mr. Emerson“ nennt. 1836 erscheint anonym sein erster Essay Nature, und im gleichen Jahr gründet er mit Gleichgesinnten den Transcendental Club. Eine enge Freundschaft entsteht zu Henry David Thoreau, der zeitweise Emersons Grundstück an einem Waldsee bewohnt. Emersons erster Sohn Waldo stirbt bereits mit sechs Jahren; den weiteren Kindern Ellen, Edith und Edward ist mehr Glück beschieden. 1838 hält Emerson in Harvard eine Rede, in der er Jesus zwar als großen Mann bezeichnet, aber der Auffassung widerspricht, der zufolge Jesus Gott sei. Auch die biblischen Wunder zweifelt er an. Es hagelt Kritik, und Emerson wird fast 30 Jahre lang nicht mehr nach Harvard eingeladen. 1841 veröffentlicht er seine erste Essayreihe, 1844 die zweite, bevor er wiederum durch Europa reist. Nach seiner Rückkehr trifft er Präsident Lincoln und setzt sich öffentlich für Frauenrechte und gegen die Sklaverei ein. 1866 versöhnt sich Harvard mit Emerson und verleiht ihm die Ehrendoktorwürde. Er stirbt am 27. April 1882 in seiner Heimatstadt Concord an einer Lungenentzündung.


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