Zusammenfassung von Heliopolis

Tübingen 1949
Diese Ausgabe: Klett-Cotta, Mehr

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Heliopolis Buchzusammenfassung
Totalitarismus war gestern? Ernst Jüngers Roman entführt den Leser in die Zukunftsstadt Heliopolis, in der sich Technikfetischisten und Aristokraten bekämpfen.

Rezension

Kampf um die Stadt Heliopolis

In seinem Roman Heliopolis entführt Ernst Jünger den Leser in eine Stadt gleichen Namens und in eine undefinierte Zukunft. Zwei Parteien kämpfen in Heliopolis um die Macht: Auf der einen Seite steht der technokratische, skrupellose Landvogt, auf der anderen der aristokratische, schöngeistige Prokonsul als Vertreter der alten Ordnung. Lucius de Geer, aus dessen Perspektive die Handlung erzählt wird, ist Kommandant der Kriegsschule des Prokonsuls. Nach und nach kommen ihm Zweifel am Spiel von Machtkampf und Machterhalt, das auf dem Rücken von Minderheiten ausgetragen wird. Bei einer Geheimaktion befreit er den Vater eines mit ihm befreundeten Mädchens und wird für diese eigenmächtige Handlung mit Suspendierung bestraft. Sein Glück: Ausgerechnet in diesem Moment erhält er eine Einladung des fern im Weltraum residierenden, mysteriösen Regenten. De Geer soll in 25 Jahren, nach dem Ende aller Kämpfe, als Mitglied einer Elite zurückkehren. Jüngers Roman ist ein mit philosophischen Reflexionen durchsetztes Stück Science-Fiction-Literatur, eine Gratwanderung zwischen romantisierendem Kitsch, ernsthafter politischer Botschaft und dem Traum vom Übermenschen. Im Gesamtwerk des Autors fristet der Roman bis heute eher ein Schattendasein.

Zusammenfassung

Rückkehr von den Hesperiden
Ein Schiff namens „Blauer Aviso“ läuft am frühen Morgen in den Hafen von Heliopolis ein. An Bord ist Lucius de Geer, der von einer Mission jenseits der Hesperiden zurückkehrt. In der Stadt, die unlängst einen verheerenden „Feuerschlag“ überstanden hat...
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Über den Autor

Ernst Jünger wird am 29. März 1895 in Heidelberg als Sohn eines promovierten Chemikers geboren. Einer seiner Brüder ist der ebenfalls bekannte Schriftsteller Friedrich Georg Jünger. Seine Kindheit verbringt Jünger vor allem in Hannover. Noch als Gymnasiast geht er zur Fremdenlegion nach Nordafrika, wird aber vom Vater zurückgeholt. Nach dem Notabitur 1914 meldet er sich als Kriegsfreiwilliger und erhält im Ersten Weltkrieg höchste militärische Auszeichnungen als Soldat. Seine Kriegserlebnisse verarbeitet er in mehreren Werken, darunter In Stahlgewittern (1920), das ihn sogleich berühmt macht. Nach dem Krieg dient er bis 1923 in der Reichswehr und studiert danach Zoologie und Philosophie, bricht seine Studien aber ab, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Nach anfänglichen Sympathien hält er sich von den Nationalsozialisten fern und lehnt sowohl einen ihm von der NSDAP angebotenen Sitz im Reichstag als auch die Aufnahme in die Dichterakademie ab. 1939 erscheint seine Erzählung Auf den Marmorklippen, in der das Regime eines brutalen „Oberförsters“ beschrieben wird. Im gleichen Jahr wird Jünger zur Wehrmacht eingezogen und leistet als Hauptmann Dienst in Frankreich, vor allem in Paris. 1944 wird Jünger, der einigen der Attentäter vom 20. Juli nahesteht, wegen kritischer Äußerungen aus der Wehrmacht entlassen. Weil er sich weigert, den Entnazifizierungsbogen der Siegermächte auszufüllen, wird er nach dem Krieg zunächst mit Publikationsverbot belegt. Anfang der 50er Jahre zieht Jünger nach Wilflingen in Baden-Württemberg, wo er bis zu seinem Lebensende wohnt. Jünger erhält u. a. den Goethepreis und das Bundesverdienstkreuz. Er wird in Frankreich sehr geschätzt, der französische Präsident Mitterand besucht ihn sogar in Wilflingen. Neben seiner Arbeit als Schriftsteller betätigt er sich auch als angesehener Insektenforscher. Sein tagebuchartiges Werk Siebzig verweht erscheint in fünf Teilen von 1980 bis 1997. Jünger stirbt kurz vor seinem 103. Geburtstag am 17. Februar 1998. Erst nach seinem Tod wird bekannt, dass er 1996 zum Katholizismus konvertierte.


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