Zusammenfassung von Hermann und Dorothea

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Hermann und Dorothea Buchzusammenfassung
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Rezension

Das Kultbuch des deutschen Bürgertums

Wenn es um die bedeutendsten Werke von Goethe geht, denken wir heute an Faust, Werther oder Die Wahlverwandtschaften. Kaum jemand wird das kurze, in Hexametern gedichtete Idyll Hermann und Dorothea auf seiner Liste haben – so er es überhaupt kennt. Und doch war dieser Text im 19. Jahrhundert nicht nur Goethes populärstes Werk, sondern geradezu ein Kultbuch des deutschen Bürgertums. Schiller, Humboldt und Hegel hielten es für ein Meisterwerk vom Rang der großen antiken Epen, die Schulbehörden erhoben es zur Pflichtlektüre, und in keinem ordentlichen Haushalt durfte dieses Loblied auf deutsche Redlichkeit und vaterländische Gesinnung fehlen. Freilich trugen diese bürgerlichen Züge auch dazu bei, dass Hermann und Dorothea als spießig und altbacken in Verruf geraten und heute so gut wie unbekannt ist. Dabei gibt die Erzählung von Hermann, der sich in die vor dem französischen Heer flüchtende Dorothea verliebt und sie – nachdem er die Vorbehalte seines Vaters gegen eine arme Schwiegertochter ausgeräumt hat – schließlich heiratet, nicht nur eine pointierte Skizze des bürgerlichen Weltbildes um 1800 wieder, sondern zeigt auch die sprachliche Meisterschaft Goethes auf ihrem, wie viele Kritiker meinen, absoluten Höhepunkt.

Über den Autor

Johann Wolfgang von Goethe wird am 28. August 1749 in Frankfurt am Main geboren und wächst in einer gesellschaftlich angesehenen und wohlhabenden Familie auf. Nach dem Privatunterricht im Elternhaus nimmt der inzwischen 16-Jährige auf Wunsch seines Vaters ein Jurastudium in Leipzig auf, das er 1770 in Straßburg mit dem Lizenziat beendet. Dort macht er die Bekanntschaft von Johann Gottfried Herder und verfasst erste Gedichte. In Frankfurt eröffnet Goethe eine Kanzlei, widmet sich aber vermehrt seiner Dichtung. 1774 veröffentlicht er Die Leiden des jungen Werther; einige Dramen folgen. 1775 bittet ihn der Herzog Karl August nach Weimar; Goethe macht dort eine schnelle Karriere als Staatsbeamter. Nach zehn Jahren Pflichterfüllung am Hof reist er 1786 nach Italien. Diese „italienische Reise“ markiert einen Neuanfang für sein Werk. 1788 kehrt Goethe nach Weimar zurück und lernt Christiane Vulpius kennen, mit der er bis zur Heirat 1806 in „wilder Ehe“ zusammenlebt. Nach anfänglichen Differenzen freundet sich Goethe 1794 mit Friedrich Schiller an, in dessen Zeitschrift Die Horen Goethe mehrere Gedichte veröffentlicht. Die beiden Dichter verbindet fortan eine enge Freundschaft, auf der die Weimarer Klassik und ihr an der griechischen Antike orientiertes Welt- und Menschenbild aufbaut. Als „Universalgenie“ zeigt sich Goethe an vielen Wissenschaften interessiert: Er ist Maler, entwickelt eine Farbenlehre, stellt zoologische, mineralogische und botanische Forschungen an, wobei er die Theorie einer „Urpflanze“ entwickelt. 1796 erscheint der Bildungsroman Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1808 das Drama Faust I und 1809 der Roman Die Wahlverwandtschaften. Ab 1811 arbeitet Goethe an seiner Autobiografie Dichtung und Wahrheit. Kurz vor seinem Tod vollendet er Faust II. Am 22. März 1832 stirbt Goethe im Alter von 83 Jahren in Weimar. Er gilt bis zum heutigen Tag als der wichtigste Dichter der deutschen Literatur. Seine lyrischen Werke, Dramen und Romane liegen als Übersetzungen in allen Weltsprachen vor.

 

Zusammenfassung

Flüchtlinge vor der Stadt

Die Wirtsleute vom „Goldenen Löwen“ sitzen gemütlich vor ihrem Gasthaus und staunen über die Ruhe in der verlassenen Stadt. Fast alle Bürger sind zum Dammweg geströmt, wo ein Tross Flüchtender vom anderen Rheinufer vorbeizieht. Sie bringen den Vertriebenen Essen und alte Kleider. Lieschen, die Frau, gesteht, dass auch sie den Armen etwas geschickt hat, nämlich den alten Schlafrock ihres Mannes aus feinstem Kattun. Der Wirt ist darüber etwas überrascht, doch da der Schlafrock ohnehin nicht mehr der neuesten Mode entsprochen hat, findet er sich mit dem Verlust ab. Als die ersten Städter in staubiger Mittagshitze zurückkehren, freut sich die Wirtin auf ihre Berichte. Der Apotheker und der Prediger gesellen sich zu ihnen.


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