Zusammenfassung von Irrungen Wirrungen

Leipzig 1888
Diese Ausgabe: Diogenes, Mehr

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Irrungen Wirrungen Buchzusammenfassung
Ein eindrückliches preußisches Gesellschaftsporträt: der Zwiespalt von Liebesideal und gesellschaftlicher Realität in den 1870er Jahren in Berlin.

Rezension

Eine nicht standesgemäße Liebe

Irrungen Wirrungen erzählt die Geschichte einer nicht standesgemäßen Liebe. Einen Sommer lang haben der Baron Botho und die Büglerin Lene ein Liebesverhältnis, das sie schließlich wegen des unüberwindbaren Klassenunterschieds zugunsten von Vernunftehen aufgeben. Ihr persönliches Glück ist damit für immer verloren, die gesellschaftlichen Konventionen sind zu stark. Zu seiner Zeit sorgte der Roman mit seiner unverblümten Darstellung einer nicht standesgemäßen Beziehung für Zündstoff. Das Aufeinanderprallen von Liebesideal und gesellschaftlicher Realität war zwar auch vorher schon in der Literatur thematisiert worden, etwa in Schillers Kabale und Liebe. Doch anders als dort lehnen sich Fontanes Liebende nicht auf, sondern akzeptieren die äußeren Gegebenheiten widerstandslos. Heute fällt es schwer, dem Roman etwas Anstößiges abzugewinnen. Der Widerstreit zwischen individueller Selbstverwirklichung und den bestehenden Wertvorstellungen einer Gesellschaft ist aber nach wie vor ein Thema.

Zusammenfassung

Die Büglerin und der Baron
Schräg gegenüber dem Zoologischen Garten in Berlin steht in einer Gärtnerei ein Häuschen. Darin leben Frau Nimptsch und ihre Pflegetochter Lene, die als Büglerin das Geld für den gemeinsamen Haushalt verdient. Die beiden verbindet ein freundschaftliches...
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Über den Autor

Theodor Fontane wird am 30. Dezember 1819 in Neuruppin als Sohn einer hugenottischen Apothekerfamilie geboren. Mit 16 Jahren tritt er eine Apothekerlehre an. Er leidet darunter, dass er nur eine kümmerliche Schulbildung genossen hat. Als Apothekergehilfe arbeitet er in Leipzig, Dresden und Berlin, wo er sein Staatsexamen als Apotheker ablegt und Diakonissinnen unterrichtet. 1844 schließt er sich dem Berliner Dichterverein „Tunnel über der Spree“ an. Fontanes Balladen treffen den Geschmack seiner Zeit und in dem Verein findet er die literarische Anerkennung, die er braucht. 1849 gibt er seinen ungeliebten Beruf auf und heiratet ein Jahr später Emilie Rouanet-Kummer. Das Paar bekommt sieben Kinder, von denen drei noch im Säuglingsalter sterben. Als freier Schriftsteller und Journalist kann Fontane seine Familie kaum ernähren. Unterstützt vom Vater, geht er 1852 als Korrespondent der Preußischen Zeitung nach London. 1855–1858 folgt ein zweiter Aufenthalt, bei dem er für die preußische Regierung und für mehrere deutsche Zeitungen arbeitet. Nach seiner Rückkehr wird er Redakteur der Kreuzzeitung; aufgrund seiner selbstständigen Arbeit können in dieser Zeit die Wanderungen durch die Mark Brandenburg (1862–1888) entstehen. Als Kriegsberichterstatter nimmt er an den Kriegen von 1864, 1866 und 1870/71 teil, später schreibt er Theaterkritiken für die Vossische Zeitung. Seiner Frau zuliebe versucht er 1876 ein letztes Mal, eine feste Stelle anzutreten. Er wird Sekretär der Königlichen Akademie der Künste zu Berlin, kündigt jedoch bald wieder. Fontane ist ein schreibwütiger Autor, dessen Korrespondenz rund 10 000 Briefe umfasst. Bekannt wird er durch Balladen wie Die Brück’ am Tay (1880), John Maynard (1886) oder Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland (1889). Fontanes berühmte Romane entstehen erst in seinem letzten Lebensjahrzehnt: Vor dem Sturm (1887), Irrungen, Wirrungen (1888), Frau Jenny Treibel (1893), Effi Briest (1894/95) und Der Stechlin (1897). Er stirbt am 20. September 1898 in Berlin.


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