Zusammenfassung von Malone stirbt

Paris 1951
Diese Ausgabe: Suhrkamp, Mehr

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Malone stirbt Buchzusammenfassung
Weniger ist mehr, noch weniger ist Beckett.

Rezension

In den Tod geboren

Was für ein Bild: Der Ich-Erzähler in Becketts Malone stirbt fantasiert, er sei ein alter Fötus und werde aus dem verwesenden Leib seiner Mutter gleichsam „durch die Nekrose (...) in den Tod geboren“. Dass in Malone stirbt nicht der tatsächliche Tod eines tatsächlichen Mannes namens Malone verhandelt wird, wird dem Leser spätestens an dieser Stelle klar. Alle Figuren, alle Beschreibungen, alle Handlung umgibt in diesem Roman eine Aura der Unwirklichkeit; der bedeutungsdurstige Verstand wird immer wieder enttäuscht. Wer ist es aber dann, der hier so schlecht und so unmenschlich stirbt, dass es scheint, er habe nie gelebt? Eine Antwort darauf kann in den Kategorien des Verstandes nicht gegeben werden. Es lässt sich höchstens sagen, dass wir ebendiesen Kategorien bei ihrer Zersetzung zuschauen. Ihre Nekrose – das Erschlaffen der Sprache, die Auflösung der Identitäten, das Ineinanderfallen von Subjekt und Objekt – ist es, die etwas ganz Andersartiges freisetzt. Dieses Andersartige ans Licht zu holen, bedarf der Nüchternheit eines Ingenieurs und der Inspiration eines Mystikers. Beckett, wie er in Malone stirbt beweist, hat beides.

Zusammenfassung

Die Zeit läuft ab
Nichts ist mehr wichtig, denn der Erzähler liegt im Sterben. Er will die Sache zu Ende bringen. Wo genau er sich in Raum und Zeit befindet, kann er nicht sagen. Er schätzt, dass ihm noch ungefähr ein Monat bleibt. Zwar erwägt er, sich selbst zu töten, doch letztlich...
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Über den Autor

Samuel Beckett wird am 13. April 1906 in Foxrock nahe Dublin geboren. Er wächst in einer gut situierten und protestantischen Familie auf. Von 1923 bis 1927 studiert er Sprachen und Literatur in Dublin. Ein Jahr später geht er als Englischlektor nach Paris. Dort lernt er den Schriftsteller James Joyce kennen, mit dem er sich anfreundet. In Frankreich entstehen erste Erzählungen und Gedichte. 1930 kehrt Beckett als Lektor für Französisch ans Trinity College nach Dublin zurück und promoviert. Doch schon 1932 kündigt er seinen Vertrag mit der irischen Universität. Er kann sich nicht mit der Routinearbeit anfreunden, leidet unter Geldmangel und Depressionen. Als 1933 sein Vater stirbt und Beckett eine kleine Erbschaft antritt, reist der junge Schriftsteller jahrelang durch Frankreich, Italien und Deutschland. Seine ersten Romane Dream of Fair to Middling Women (Traum von mehr bis minder schönen Frauen, 1932) und Murphy (1938) entstehen. 1937 lässt er sich in Paris nieder. Hier lernt er seine Lebensgefährtin und spätere Frau, eine Pianistin, kennen. Beide schließen sich der Résistance an. 1942 müssen sie vor der Gestapo fliehen und sich im unbesetzten Südfrankreich verstecken. Beckett ist als Landarbeiter tätig und schreibt während dieser Zeit den Roman Watt, der 1953 veröffentlicht wird. In den Nachkriegsjahren ist der Autor äußerst produktiv. Er beginnt in französischer Sprache zu schreiben und wendet sich neben den Prosawerken dem Theater zu. Zwischen 1946 und 1950 entstehen u. a. der Roman Mercier et Camier (Mercier und Camier), sein erstes Stück Eleuthéria, die Romane Molloy, Malone meurt (Malone stirbt), L’Innommable (Der Namenlose) und das Drama En attendant Godot (Warten auf Godot). Die Uraufführung dieses Stücks bringt Beckett 1953 neben dem literarischen Durchbruch auch den ersten finanziellen Erfolg. Seine Dramen – 1957 erscheint Fin de partie (Endspiel), 1961 Happy Days (Glückliche Tage) – sind äußerst erfolgreich. 1969 erhält er den Nobelpreis für Literatur. Mehrfach inszeniert er seine eigenen Dramen in Berlin, außerdem konzipiert er Fernseh- und Hörspielproduktionen. Am 22. Dezember 1989 stirbt Samuel Beckett in Paris.


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