Zusammenfassung von Merlin

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Merlin Buchzusammenfassung

Rezension

Ein modernes Weltmärchen

Der Titel Merlin mag zunächst nicht sonderlich große Neugierde wecken: Die Sage von König Artus und seiner Tafelrunde ist hinlänglich bekannt, eine neuerliche Wiedergabe erscheint wenig verlockend. Glücklicherweise ist Tankred Dorsts Bearbeitung alles andere als ein verstaubtes Historienepos oder Fantasy-Ritterspiel. Gemeinsam mit seiner Frau Ursula Ehler hat Dorst den mittelalterlichen Stoff als opulente, zeitlose Parabel über den Menschen inszeniert. Die Tafelrunde wird zur Utopie einer Welt ohne Krieg, König Artus und sein Mentor Merlin zu deren Propheten. Leider ist Merlin der Sohn des Teufels und sein Schicksal ist es, die Menschen zum Bösen zu führen. So sehr sich beide auch bemühen, das Gute in die Welt zu bringen, sie scheitern an ihren Mitmenschen und an sich selbst: Artus’ Frau betrügt ihn mit seinem besten Freund, sein Sohn revoltiert gegen ihn, und Merlin kann seinem Schicksal nicht entfliehen. Dorst selbst nannte das Stück ein „Weltmärchen“ und „Mittelpunkt meiner Lebensarbeit“. Es ist eine zeitlose Tragödie über die Suche nach einem Leben voll Glück, Liebe und Frieden – und ihrem unausweichlichen Scheitern.

Über den Autor

Tankred Dorst wird am 19. Dezember 1925 im thüringischen Oberlind als Sohn einer wohlhabenden Industriellenfamilie geboren. Noch kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wird er zur Wehrmacht einberufen und gerät an der Westfront in Kriegsgefangenschaft. Als er 1947 zurückkehrt, ist seine Geburtsstadt Teil der russischen Besatzungszone, die Familie ist nach Westdeutschland geflohen. In Lüdinghausen holt Dorst sein Abitur nach und studiert anschließend Germanistik, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaften, zunächst in Bamberg, dann in München, wo er ab 1951 wohnt. Er arbeitet im Marionettentheater Das kleine Spiel und schreibt erste Theaterstücke. Ab den 1960er-Jahren erlangt er sowohl als Autor als auch als Regisseur von Bühnenstücken internationalen Erfolg. 1963 wird er Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. 1968 gelingt ihm mit Toller der Durchbruch. Seine Frau Ursula Ehler lernt er am Marionettentheater in München kennen. Ab 1971 gibt er die meisten seiner Werke in Co-Autorschaft mit ihr heraus. In den 1970er-Jahren übt er eine Reihe von Gastprofessuren inner- und außerhalb Deutschlands aus und wird Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Außerdem wendet er sich dem Film zu, schreibt Drehbücher und produziert 1978 den Fernsehfilm Klaras Mutter in Eigenregie. Dorst veröffentlicht Hörspiele und Bücher, schreibt weiter für Theater und Film und erhält eine Vielzahl deutscher und internationaler Preise. 1983 wird er in die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz aufgenommen. 1990 erhält er den Georg-Büchner-Preis und 2006 gibt er ein spätes Regiedebüt an der Oper, indem er in Bayreuth Wagners Ring des Nibelungen inszeniert. Ab 2013 lebt er mit seiner Frau in Berlin, wo er am 1. Juni 2017 stirbt. 

 

Zusammenfassung

Merlins Geburt

Die schwangere Riesin Hanne zieht mit ihrem Bruder, einem Clown, herum und sucht den Vater ihres Kindes. Der Clown ist aufgebracht: Er hat kein Geld, um das Baby zu ernähren. Immer wieder versucht er, Passanten das Kind aufzuschwatzen. Während ihrer Suche kommt Hanne nieder. Dämonen umkreisen sie, und ein „hundertstimmiges Wimmern“ übertönt ihr Stöhnen. Hanne gebiert Merlin, einen großen, bärtigen Mann, der in Windeseile seine Körperfunktionen erlernt und schon wenig später Zeitung liest. Nun tritt auch der Teufel hinzu und stellt sich als Merlins Vater vor. Zufrieden untersucht er seinen Sohn. Dann trägt er ihm auf, die Menschheit zu befreien – und zwar, indem er sie zum Bösen bringt. Das Böse sei die wahre Natur der Menschen, doch leider hätten sie immer so große Angst davor. Merlins Aufgabe sei es daher, ihnen die Angst vor dem Bösen zu nehmen. Merlin ist sich nicht sicher, ob er diese Aufgabe annehmen will. Er meint, als Mensch könne er frei wählen, vielleicht wolle er sich ja lieber für eine schöne und geordnete Welt einsetzen.

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    Josef Göttlicher vor 6 Monaten
    Gut

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