Zusammenfassung von Natur

Boston 1836
Diese Ausgabe: Diogenes, Mehr

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Natur Buchzusammenfassung
Ein Meilenstein der amerikanischen Geistesgeschichte: Emersons Plädoyer für eine aus der eigenen Wahrnehmung schöpfende, unmittelbare Anschauung der Natur.

Rezension

Die amerikanische Philosophie der Natur

Emersons Natur ist ein doppelbödiges Buch. Vordergründig geht es um das Wesen der Natur und darum, wie der Mensch durch diese zu sich selbst finden kann. Eher über Gefühle als über konkrete Handlungsanweisungen versucht Emerson eine bestimmte Haltung zu entwerfen: durch die unverfälschte Wahrnehmung der Natur sein eigenes Wesen zu entdecken. Auf einer zweiten Ebene aber ist dieses Plädoyer, der eigenen Wahrnehmung mehr zu trauen als allem anderen, auch eine handfeste politische Aussage - nämlich die, sich von überkommenen Vorstellungen zu lösen, und das heißt vor allem von dem europäischen Erbe. Deshalb ist Natur ein sehr amerikanisches Buch. Wie ein fernes Echo spricht hier eine Stimme aus jener Zeit, als Amerika seine kulturelle Identität zu entwickeln begann. Die Denkweise, die Emerson u. a. pflegten, wird in der Philosophie als Transzendentalismus bezeichnet - ein nicht sehr glücklicher Begriff, denn es handelt sich weniger um eine philosophische Schule als um eine geistig-moralische Haltung, die oft konkrete politische Konsequenzen hatte. So war Emersons Eintreten gegen die Sklaverei, die er als der natürlichen Ordnung zuwiderlaufend empfand, seinerzeit nicht ungefährlich. In diesem Buch aber, seinem ersten, ist von Politik nur wenig die Rede. Es ruht in sich selbst und ist von tiefer Weisheit durchdrungen.

Zusammenfassung

Nicht zurückschauen, sondern nach vorne
Unser Zeitalter ist besessen von der Vergangenheit. Wir studieren die Geschichte, wir beschäftigen uns mit dem Leben von Leuten, die längst gestorben sind, wir errichten ihnen Denkmäler, wir pflegen die alten Bauten und die alten Bräuche. Warum eigentlich...
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Über den Autor

Ralph Waldo Emerson wird am 25. Mai 1803 in Boston geboren. Sein Vater ist Priester; er stirbt, als der Sohn acht Jahre alt ist. Die Mutter muss die fünf Kinder allein durchbringen. Bereits in seiner Jugend zeigt sich seine philosophisch-rhetorische Begabung. Er erhält mehrmals Preise für seine Reden und Essays. Nach Abschluss des College arbeitet er drei Jahre als Privatlehrer, bevor er an die theologische Hochschule Cambridge geht und dort 1826 die Approbation zum Prediger erhält. Nach einer Zeit als Wanderprediger wird er 1829 in einer Bostoner Gemeinde zum Pfarrer berufen. Seine Frau Ellen Louisa Tucker stirbt nach nur anderthalb Jahren Ehe. Auch gesundheitlich geht es ihm schlecht. Emerson gibt den Priesterberuf auf, findet aber zunächst keine neue Betätigung. Auf einer Europareise lernt er u. a. den Marquis de Lafayette, die romantischen Dichter Samuel Taylor Coleridge und William Wordsworth sowie den schottischen Historiker Thomas Carlyle kennen, mit dem er den Rest seines Lebens befreundet bleiben wird. Zurück in den USA, in Concord, beginnt er intensiv zu schreiben und Vorträge zu halten. Er heiratet erneut. 1836 erscheint sein erstes Buch, Nature. Im selben Jahr wird sein Sohn Waldo geboren, der mit sechs Jahren stirbt. Die später geborenen Töchter Ellen und Edith und der Sohn Edward allerdings erreichen das Erwachsenenalter. Eine enge Freundschaft entsteht zu Henry David Thoreau, der zeitweise in seinem Haus wohnt. Emersons oft provokative Vorträge erreichen immer weitere Kreise. Er engagiert sich für soziale Reformen wie das Frauenwahlrecht. Besonders kämpft er gegen die Sklaverei und das damals gültige Gesetz, das es unter Strafe stellt, geflohenen Sklaven zu helfen. Er unterstützt auch den Freiheits- und Anti-Sklaverei-Kämpfer John Brown, der noch 1859 wegen seines Engagements hingerichtet wird. In Washington trifft Emerson Abraham Lincoln. 1872/73 unternimmt er erneut eine ausgedehnte Europareise. Seine letzten Lebensjahre verbringt er in Concord, bis zum Schluss schreibend und Vorträge haltend. Im Frühjahr 1882 erkrankt er an einer Lungenentzündung, an der er am 27. April stirbt.


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