Zusammenfassung von Neu-Atlantis

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Rezension

Eine der wichtigsten Utopien

Man muss Francis Bacons Neu-Atlantis im zeitgeschichtlichen Zusammenhang lesen, um die historische Bedeutung des Texts zu erkennen: Wenn er naturwissenschaftliche Experimente fordert und eine Arbeitsteilung unter Wissenschaftlern propagiert, so klingt das für heutige Ohren banal – damals war es revolutionär. Rückblickend besonders interessant ist, dass Bacon, dem „Wissen ist Macht“-Verkünder, kaum ein Zweifel an der Kontrollierbarkeit des Fortschritts kam. Das ist aber kein Wunder: Er entdeckte ja gerade erst, was der Fortschritt alles vermag; zu Pessimismus bestand schlicht noch kein Anlass. Heute, da sein berühmtester Ausspruch vor allem auf die Folgelasten ungebremsten Fortschritts gemünzt wird, verblüfft, dass einige seiner Erfindungsfantasien erst jetzt richtig aktuell werden, etwa die Energiegewinnung durch Wind-, Wasser- und Sonnenkraft. Bei so viel Vorstellungskraft und ungeahnter Prophetie enttäuscht, dass Bacons Gesellschaftsentwurf konservativ bleibt: Er erträumt sich sein besseres England sittsam und ordentlich, aber genauso patriarchalisch und monarchisch wie zuvor.

Über den Autor

Francis Bacon ist eine schillernde Figur: Politiker, Schriftsteller, Philosoph, Schöngeist und Naturforscher, aber auch Machtmensch machiavellistischer Prägung, mit atemberaubender Karriere und ebensolchem Absturz. Der junge Francis, geboren am 22. Januar 1561 in London, fällt bald durch seine Begabung auf. Als Mitglied der obersten Gesellschaftsschicht lernt er früh, die Möglichkeiten seiner Herkunft zu nutzen. Er wird zunächst von den besten Privatlehrern und ab zwölf Jahren am Trinity College in Cambridge unterrichtet; bereits als Jugendlicher studiert er die Klassiker im Original und beherrscht sieben Sprachen. Mit 15 Jahren wird er zur Londoner Rechtsschule Gray’s Inn zugelassen, einer juristischen Kaderschmiede; gleichzeitig beginnt er jedoch einen dreijährigen Frankreichaufenthalt, wo er unter der Obhut des englischen Botschafters eine Art Volontariat im diplomatischen Dienst absolviert und am französischen Hof wie auch im Kulturleben vielfältige Erfahrung sammelt. Zurück in London, beginnt er mit dem Jurastudium, und obwohl ihn die Materie nicht sonderlich interessiert, ist er einer der Besten. Seine Leidenschaft aber gilt der Bildung und der Kultur. In Frankreich hat er ein reiches Kulturleben kennen gelernt; nun nimmt er sich als Lebensziel nichts weniger vor als die komplette Erneuerung der englischen Kultur. Im Alter von 23 Jahren erhält er einen Sitz im Parlament, bereits vorher wird er als Rechtsanwalt zugelassen. Er verkehrt mit großen Geistern und einflussreichen Politikern, selbst mit Königin Elisabeth, arbeitet Reformvorschläge aus, schreibt Expertisen und Denkschriften, Essays, Theaterstücke und philosophische Schriften. 1603 wird er zum Ritter geschlagen, 1616 zum Geheimen Staatsrat ernannt, 1617 zum Großsiegelbewahrer, 1618 zum Lordkanzler und zum Baron, 1621 schließlich zum Viscount St. Alban. Gerade als er auf dem Gipfel seiner Macht ist, stolpert er über eine Bestechungsaffäre, wahrscheinlich inszeniert von einem seiner Gegner. Er verliert sämtliche Ämter, wird sogar kurz inhaftiert, kommt aber relativ glimpflich davon und verbringt den Rest seines Lebens als Privatier. Bei dem Experiment, ob tote Hühner tiefgekühlt werden können, indem man sie mit Schnee ausstopft, zieht sich Bacon eine Erkältung zu und stirbt am 9. April 1626 an einer Lungenentzündung.

 

Zusammenfassung

Die unbekannte Insel
Ein Schiff ist auf dem Weg von Peru in Richtung China und Japan. Der Wind steht ungünstig, die Seefahrer werden nach Norden abgetrieben. Als die Vorräte aufgezehrt sind, können die Männer nur noch beten. Und sie werden erhört: Im Norden sehen sie Land. Am nächsten ...

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