Zusammenfassung von Orlando

London 1928
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Orlando Buchzusammenfassung
Erst männlich, dann weiblich und mehrere hundert Jahre alt: Orlando ist eine der seltsamsten Romanfiguren überhaupt.

Rezension

Orlando – ein androgynes Ideal

Mit unbändiger Fabulierlust erzählt Virginia Woolf vom Leben Orlandos, der als Junge zur Welt kommt und als Frau Karriere macht. Mindestens 350 Jahre umspannt dieses Leben, das im 16. Jahrhundert beginnt, im Jahr 1928 (in dem der Roman endet) noch andauert und anhand dessen die Autorin ein schillerndes Sittengemälde der englischen Gesellschaft zeichnet. Humorvoll weiß sie die verschiedenen Begegnungen Orlandos mit historischen Größen, mit Literaten und Philosophen in Szene zu setzen. Der Wendepunkt im Roman vollzieht sich, nachdem Orlando von einer aufdringlichen Herzogin der Hof gemacht wird. Er flieht als Gesandter nach Konstantinopel, wo Unglaubliches geschieht: Orlando verwandelt sich in einer tumultartigen Nacht in eine Frau – und muss sich als solche fortan den Ansprüchen der Umwelt stellen. Geschickt verwebt die Autorin das Leben Orlandos mit gesellschaftskritischen Einwürfen – beispielsweise als der frisch Verwandelten bei ihrer Rückkehr nach London Besitz und Rechte abgesprochen werden. Schließlich findet Orlando den Mann ihres Lebens, der ihr alle Freiheiten lässt, die sie zur Selbstverwirklichung braucht. Virginia Woolf schrieb Orlando als Hommage an ihre langjährige Freundin Vita Sackville-West. Entstanden ist ein feinsinniges Fantasiewerk, das zur Zeit seiner Publikation mit sämtlichen gesellschaftlichen Konventionen und Lesegewohnheiten brach.

Zusammenfassung

Der junge Orlando
Orlando, ein schöner Jüngling aus adligem Haus, ist im Jahr 1586 16-jährig und scheint zu Großem bestimmt. Das erkennt Königin Elisabeth I., als sie dem Gut seines Vaters einen Besuch abstattet und Orlando ihr eine Schale mit Rosenwasser überreicht. Sie ernennt ihn kurzerhand...
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Über die Autorin

Virginia Woolf wird am 25. Januar 1882 in London als Adeline Virginia Stephen geboren. Die junge Virginia besucht keine Schule, wird aber zu Hause von ihrem Vater unterrichtet und hat Zugang zu dessen umfangreicher Bibliothek. In dieser Zeit reift in ihr der Wunsch, Schriftstellerin zu werden. Doch zunächst führen einige Todesfälle in ihrer Familie dazu, dass Virginia mehrere Nervenzusammenbrüche erleidet: Als sie 13 ist, stirbt die Mutter, zwei Jahre darauf die Halbschwester und neun Jahre später der Vater. 1906 erliegt ihr ältester Bruder Thoby dem Typhus. Virginia bleibt in dem von Thoby gegründeten Bloomsbury-Zirkel aktiv und beginnt, Kritiken für Zeitschriften und Zeitungen zu schreiben. Nachdem der Schriftsteller Leonard Woolf ihr Anfang 1912 einen Heiratsantrag gemacht hat, erkrankt sie erneut psychisch. Vier Monate später nimmt sie den Antrag an, versucht aber schon kurz nach der Heirat, sich das Leben zu nehmen. Ihre Ehe beschreibt sie dennoch als glücklich. Leonard erweist sich als intellektuell ebenbürtiger, rücksichtsvoller Ehemann, der für ihre gelegentlichen Affären mit Frauen Verständnis aufbringt. 1915 erscheint Virginias erster Roman The Voyage Out (Die Fahrt hinaus). Zwei Jahre später gründet das Ehepaar einen eigenen Verlag, die Hogarth Press. Virginia verabschiedet sich ganz von konventionellen literarischen Formen und experimentiert in Jacob’s Room (Jakobs Zimmer, 1922) und Mrs Dalloway (1925) mit der Technik des inneren Monologs. Den humorvollen Roman Orlando (1928) widmet sie ihrer Geliebten Vita Sackville-West. Der 1929 erschienene Aufsatz A Room of One’s Own (Ein Zimmer für sich allein), in dem sie sich mit den Arbeitsverhältnissen von Schriftstellerinnen beschäftigt, wird später zu einem Klassiker der Frauenbewegung. Trotz immer wiederkehrender schwerer Depressionen arbeitet sie weiter an ihrem umfangreichen Werk. Am 28. März 1941 ertränkt sie sich im Fluss Ouse in Sussex. In ihrem Abschiedsbrief an Leonard schreibt sie: „Alles, außer der Gewissheit Deiner Güte, hat mich verlassen. Ich kann Dein Leben nicht länger ruinieren. Ich glaube nicht, dass zwei Menschen glücklicher hätten sein können, als wir gewesen sind.“


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