Zusammenfassung von Professor Unrat

oder Das Ende eines Tyrannen

München 1905
Diese Ausgabe: S. Fischer, Mehr

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Professor Unrat Buchzusammenfassung
Heinrich Manns berühmter Roman über einen tyrannischen Professor, der sich in eine Prostituierte verliebt und alle Moral über Bord wirft. Noch berühmter ist die Verfilmung „Der blaue Engel“ mit Marlene Dietrich.

Rezension

Satire über einen Provinztyrannen

Heinrich Manns Roman Professor Unrat ist eine Abrechnung mit der bürgerlichen Gesellschaft während des wilhelminischen Kaiserreichs. In wenigen Monaten verfasst und 1905 veröffentlicht, ist das Buch einerseits eine Satire über einen verlachten Spießbürger, der entgegen seinen Überzeugungen von strenger Sittlichkeit in Leidenschaft für eine Prostituierte entflammt und durch sie seine soziale und berufliche Stellung verspielt. Andererseits ist das Werk eine Gesellschaftskritik an jenem scheinheiligen Bürgertum, das Ordnung, Gehorsam, Disziplin, Fleiß und Zucht fordert, aber nicht mit Herz und Seele zu leben versteht. Der als "Unrat" verspottete Gymnasiallehrer Raat sinnt auf Rache, er legt seine alten, starren Überzeugungen ab und erhebt sich nach seiner sozialen Ächtung lautstark gegen das System. Dennoch hat er die bürgerlichen Prinzipien so sehr verinnerlicht, dass sein hinterlistiger Racheplan gegen die Bürger der Stadt nach den gleichen Prinzipien funktioniert. Raat ist ein bürgerlicher Tyrann, der als Anarchist und Menschenfeind untergehen muss. Viele Literaturkritiker erkannten später in Manns Romanfigur den Prototypen des Tyrannen vom Kaliber eines Adolf Hitler, dem ein Untergang vorbestimmt ist, in den er andere mitreißen wird.

Zusammenfassung

Der eigene Name - ein Fluch
Ein kleinstädtisches Gymnasium ist Schauplatz eines über ganze Schülergenerationen anhaltenden Spottes, dem der kauzige Professor Raat seit nunmehr 26 Jahren ausgeliefert ist. Auf Schritt und Tritt muss der Witwer verdeckte verbale Angriffe über sich ...
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Über den Autor

Heinrich Mann wird am 27. März 1871 als Sohn einer wohlhabenden Lübecker Kaufmannsfamilie geboren. Früh verfasst er erste Novellen und Gedichte und entwickelt ein gesellschaftskritisches Denken. Das Gymnasium verlässt er vorzeitig, und auch die Buchhändlerlehre, die er in Dresden aufnimmt, schließt er nicht ab. Er tritt beim S. Fischer Verlag ein Volontariat an, gibt es aber auf, um als freier Schriftsteller zu arbeiten. Zwischen 1893 und 1914 hält er sich abwechselnd in Italien, München und Berlin auf. Er schreibt in dieser Zeit Romane, Novellen, Theaterstücke und Essays. Der literarische Durchbruch gelingt ihm mit Professor Unrat (1905). 1914 heiratet er die Schauspielerin Maria Kanova. Heinrich und sein berühmter, eher konservativ eingestellter Bruder Thomas Mann geraten in einen öffentlichen politischen Meinungsstreit, der zu einem mehrere Jahre dauernden Bruch zwischen den Brüdern führt. 1918 erscheint der satirische Roman Der Untertan und wird ein großer Erfolg. Da Manns Romane das Deutsche Reich – und insbesondere die Untertanenmentalität der Deutschen – offen kritisieren, muss er 1933 vor den Nationalsozialisten nach Frankreich und schließlich in die USA flüchten. Im Exil erscheinen 1935 und 1938 die historische Romane Die Jugend des Königs Henri Quatre und Die Vollendung des Königs Henri Quatre, in denen Mann ein Gegenbild zur zeitgenössischen Realität entwirft. 1944 begeht seine zweite Frau Nelly Kröger Selbstmord. Heinrich Manns Memoiren Ein Zeitalter wird besichtigt erscheinen 1945. Fünf Jahre später wird er zum Präsidenten der Ostberliner Akademie der Künste berufen. Vor Antritt der Reise jedoch stirbt Heinrich Mann am 12. März 1950 in Kalifornien. Seine Urne wird 1961 nach Ostberlin überführt.


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