Zusammenfassung von Reise zum Mond und zur Sonne

übersetzt und herausgegeben von Wolfgang Tschöke

Paris 1657
Diese Ausgabe: Eichborn, Mehr

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Reise zum Mond und zur Sonne Buchzusammenfassung
Science-Fiction gab es schon im 17. Jahrhundert. Dieser Doppelroman beweist es und zeigt: Auf dem Mond und auf der Sonne geht es auch nicht besser zu als auf der Erde.

Rezension

Ein phantastisch-witziges Werk der Frühaufklärung

Reise zum Mond und zur Sonne schildert die Abenteuer eines Helden, der mit phantastisch anmutenden Flugmaschinen fremde Welten bereist und dabei auf Länder und Gesellschaften stößt, die wie eine Parodie irdischer Zustände wirken. Auf dem Mond gerät er ins Paradies und in einen von tierähnlichen Kreaturen bewohnten Staat, auf der Sonne in ein Land, das von Vögeln beherrscht wird - und immer wird er, der Mensch, als ein niederes Wesen ohne Würde und Vernunft betrachtet. Das vor allem im ersten Teil äußerst witzige und ironisch überspitzte Werk ist einem frühaufklärerischen Weltbild verpflichtet, das in der menschlichen Vernunft den Schlüssel zum Verständnis der Natur sieht und religiöse Dogmen und Vorurteile einer radikalen Kritik unterwirft. Der Roman besticht durch seine skurrilen Einfälle und abenteuerlichen Beschreibungen, die sich wie Vorläufer späterer Science-Fiction-Literatur lesen. Die vor allem im zweiten Teil zahlreichen philosophisch-naturwissenschaftlichen Dispute und literarischen Anspielungen lassen das Buch für heutige Leser allerdings als relativ schwer verständlich erscheinen.

Zusammenfassung

Rätselraten über den Mond
Der Erzähler ist mit einer Gruppe von Freunden in einem Haus in der Nähe von Paris eingeladen. Auf dem Nachhauseweg inspiriert der außergewöhnlich hell scheinende Mond die jungen Leute zu Spekulationen über dessen Natur: Ist der Erdtrabant ein himmlisches Wirtshausschild...
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Über den Autor

Cyrano de Bergerac, dessen Leben nur lückenhaft überliefert ist, wird am 6. März 1619 in Paris als Sohn eines bürgerlichen Advokaten geboren; sein später angenommener Adelstitel ist also falsch. Die Kindheit verbringt er auf dem ländlichen Gut seines Großvaters. Mit 13 Jahren kommt Bergerac an ein Pariser Collège, nach dem Abschluss der Schule wird er Soldat bei den berüchtigten Gascogner Garden. Sein Mut und sein Draufgängertum bringen ihm den Ruf eines "kämpferischen Dämonen" ein. Im Dreißigjährigen Krieg wird Bergerac so schwer verwundet, dass er seine militärische Karriere aufgeben muss. Danach nimmt er ein Studium bei dem Philosophen Pierre Gassendi auf. Dieser ist ein bedingungsloser Verfechter des kopernikanischen Weltbilds und übt auf das Denken und das literarische Werk Bergeracs einen prägenden Einfluss aus. Unter anderem entfacht er bei seinem Schüler die Liebe zur Astronomie und die Neigung zur Kritik an den herrschenden Schichten und am Absolutheitsanspruch der Kirche. 1645 erkrankt Bergerac wahrscheinlich an Syphilis, es folgen Jahre bitterer Armut, die erst durch die väterliche Erbschaft ein Ende finden. Im Herzog von Arpajon findet der Autor einen Gönner, dessen Gunst er sich allerdings durch seine skandalträchtige Tragödie Der Tod der Agrippina verscherzt. Das Werk wird vom Klerus als atheistisch und gotteslästerlich gebrandmarkt. Im Januar 1654 erleidet Bergerac eine schwere Kopfverletzung, wobei unklar ist, ob diese auf einen Unfall oder ein religiös motiviertes Attentat zurückzuführen ist. Er wird von einer religiösen Geheimgesellschaft gepflegt, die den als Ketzer verschrienen Schriftsteller vergeblich zu bekehren sucht. Schließlich lässt sich Bergerac zu seinem Cousin Pierre de Cyrano bringen, in dessen Haus er am 28. Juli 1655 im Alter von nur 36 Jahren stirbt. Die Umstände seines Todes sind erst seit 1910 bekannt, als seine Sterbeurkunde gefunden wurde. Berichte, wonach er sich kurz vor seinem Ableben reumütig in den Schoß der Kirche zurückgeflüchtet habe, sind inzwischen als Legenden enttarnt worden.


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