Zusammenfassung von Schau heimwärts, Engel

New York 1929
Diese Ausgabe: Manesse, Mehr

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Schau heimwärts, Engel Buchzusammenfassung
Thomas Wolfes großes Projekt: das eigene Leben in Literatur verwandeln.

Rezension

Aufwachsen in Amerika

Thomas Wolfes Roman Schau heimwärts, Engel gießt die ersten 20 Lebensjahre des Autors – zufälligerweise sind es auch die ersten 20 Jahre des 20. Jahrhunderts – in Literatur, ohne an Fakten, Personen und Begebenheiten viel zu verändern. Es ist vielleicht der einzige Roman der Literaturgeschichte, der so ausschließlich und unbekümmert auf die Biografie des Autors setzt. Die Umstände des Heranwachsens sind zwar individuell, aber auch allgemein nachvollziehbar – wahrscheinlich wurde das Werk deshalb zum Kultbuch unter Jugendlichen. Von großer Unbekümmertheit ist auch die Erzählweise: Episoden und Porträts reihen sich locker chronologisch aneinander. Die Romantisierung der Wirklichkeit erzeugt an manchen Stellen ein unangenehmes Pathos, einige Dialoge sind etwas hölzern, und die unzähligen Zitate bekunden eher die Belesenheit des Autors, als dass sie den meisten Lesern besonderes Vergnügen bereiten würden. Was Wolfe aber glänzend gelingt, ist die Verknüpfung von Familiengeschichte und amerikanischer Befindlichkeit. Unaufdringlich gestaltet er Mutter und Vater nicht nur als lebendige Figuren, sondern auch als Urtypen des amerikanischen Gründungsmythos: die raffende Kapitalistin und der ruhelose Nomade. Ihre Abstoßungskräfte treiben die Familie langsam auseinander.

Zusammenfassung

Die Gants
Der Engländer Gilbert Gaunt, der seinen Namen später in Gant umändert, wandert 1837 nach Amerika aus. Von Baltimore zieht er weiter nach Pennsylvania. Dort lässt er sich unter deutschen Auswanderern nieder, heiratet eine Witwe, lebt auf einer Farm und zeugt fünf Kinder...
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Über den Autor

Thomas Wolfe wird am 3. Oktober 1900 als achtes Kind seiner Familie in Asheville, North Carolina, geboren. Seine Kindheit ist geprägt von den Konflikten der Eltern. Er besucht das College von Chapel Hill und studiert anschließend in Harvard. Weil seine Theaterstücke erfolglos bleiben, nimmt er 1924 eine Stelle als Englischdozent in New York an. In den folgenden Jahren macht Wolfe mehrere lange Europareisen und besucht auch Deutschland, etwa 1936 während der Olympischen Spiele. Seine hellsichtigen Beobachtungen zu den deutschen Verhältnissen schreibt er in seinem posthum veröffentlichten Roman You Can’t Go Home Again (Es führt kein Weg zurück, 1940) nieder. Auf der Schiffsrückfahrt von seiner ersten Europareise 1925 lernt er Aline Bernstein kennen, eine erfolgreiche Bühnen- und Kostümbildnerin am New York Theater; sie ist 20 Jahre älter als er, verheiratet und Mutter zweier erwachsener Kinder. Die beiden beginnen eine leidenschaftliche und komplizierte Affäre, die bis 1930 andauert. Aline Bernstein unterstützt Wolfe finanziell, künstlerisch und emotional, als er 1926 mit der Arbeit an seinem ersten Roman Look Homeward, Angel (Schau heimwärts, Engel, 1929) beginnt. Nachdem sich das Buch nicht nur als literarischer Durchbruch, sondern auch als finanzieller Erfolg erweist, gibt Wolfe seinen Posten an der Universität auf und widmet sich ganz dem Schreiben. In seinem Bestreben, alles nur Denkbare auf Papier zu bringen, ist er ungeheuer produktiv, er schreibt bis zu 15 Stunden täglich und häuft ganze Berge von Manuskripten an. Nach einem Buch mit Erzählungen erscheint 1935 mit Of Time and the River (Von Zeit und Strom) die Fortsetzung des autobiografischen Romanprojekts. Zwei weitere Romane und mehrere Erzählbände erscheinen posthum. Wolfe erkrankt an Tuberkulose und stirbt am 15. September 1938, kurz vor seinem 38. Geburtstag. Er wird in seinem Heimatort Asheville beigesetzt.


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