Zusammenfassung von Trauer muss Elektra tragen

Eine Trilogie

New York 1931
Diese Ausgabe: Fischer Tb, Mehr

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Trauer muss Elektra tragen Buchzusammenfassung
Griechische Tragödie, historisches Drama und moderne Psychoanalyse in einem.

Rezension

Familie als unausweichliches Schicksal

Als Eugene O’Neills Familiendrama Trauer muss Elektra tragen 1931 in New York uraufgeführt wurde, waren die Kritiker begeistert. Auf der Bühne sahen sie eine griechische Tragödie in modernem Gewand. O’Neill übertrug die Orestie des Aischylos auf das Amerika des 19. Jahrhunderts. Antike Charaktere, Themen wie Rache, Eifersucht und Mord, ja selbst den – freilich verfremdeten – Chor übernahm der amerikanische Dramatiker aus der griechischen Vorlage. Allerdings mit einem wesentlichen Unterschied: In der modernen Welt sind nicht mehr die Götter, sondern familiäre Verstrickungen, inzestuöse Wünsche und letztlich das Individuum selbst für das persönliche Schicksal verantwortlich. Hoffnung auf Erlösung gibt es nicht, jeder Versuch, sich aus neurotischen Verhältnissen zu befreien, ist zum Scheitern verurteilt. Trotz dieses Pessimismus ist die von Freud inspirierte Neuversion der Orestie äußerst sehens- und lesenswert.

Zusammenfassung

Familiengeheimnisse
Neuengland im April 1865: Die immer noch jugendlich wirkende Christine Mannon wartet zusammen mit ihrer Tochter Lavinia auf ihren Ehemann Ezra Mannon, der im Krieg gegen die Südstaaten als Brigadegeneral an der Front kämpfte und jeden Moment zurückkehren...
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Über den Autor

Eugene O’Neill wird am 16. Oktober 1888 als dritter Sohn des irischstämmigen Schauspielers James O’Neill und seiner Frau Mary in einem New Yorker Hotelzimmer am Broadway geboren. Der zweite Sohn Edmund ist im Alter von anderthalb Jahren an Masern gestorben. Mit seiner Mutter und dem älteren Bruder James begleitet der junge Eugene den Vater auf dessen Tournee quer durch die USA und besucht verschiedene katholische Internate. Nach Abschluss der Schule beginnt er 1906 ein Studium an der Universität Princeton, aus der er jedoch bereits ein knappes Jahr später wegen Regelverstoßes ausgeschlossen wird. In den folgenden Jahren versucht er sich u. a. als Goldsucher in Honduras und als Seemann. Eine Zeit lang führt er das Leben eines alkoholkranken Obdachlosen in New York, Buenos Aires und Liverpool, wobei er auch einen Selbstmordversuch unternimmt. Im Alter von 24 Jahren findet er für ein paar Monate einen Job als Reporter und Autor lyrischer Beiträge beim New London Telegraph. 1912 erkrankt er an Tuberkulose und verbringt ein halbes Jahr im Sanatorium, wo er sich intensiv mit Ibsen, Strindberg, Nietzsche und Dostojewski beschäftigt und beschließt, selbst Dramatiker zu werden. O’Neill arbeitet einige Jahre für eine experimentelle Künstlergruppe, die alle seine Einakter aufführt. Mit Beyond the Horizon (Jenseits vom Horizont, 1920) erlangt er erstmals die Aufmerksamkeit eines breiteren Theaterpublikums. In den folgenden Jahrzehnten feiert er große Erfolge mit Stücken wie Mourning Becomes Electra (Trauer muss Elektra tragen, 1931). Sein Meistwerk Long Day’s Journey into Night (Eines langen Tages Reise in die Nacht) wird erst 1956 posthum veröffentlicht. 1936 gewinnt er – als erster amerikanischer Dramatiker – den Nobelpreis für Literatur. Privat allerdings erleidet er zahlreiche Schicksalsschläge. Seine beiden ersten Ehen werden geschieden, von seiner dritten Frau lebt er zeitweise getrennt. Sein alkoholkranker Sohn begeht Selbstmord und zu seiner Tochter Oona, deren Heirat mit Charlie Chaplin er missbilligt, bricht er jeden Kontakt ab. Seine letzten Jahre verbringt der an einem Nervenleiden erkrankte Autor zurückgezogen in einem Bostoner Hotel, wo er am 27. November 1953 stirbt. „In einem Hotelzimmer geboren und verdammt noch mal in einem Hotelzimmer gestorben“, sind angeblich seine letzten Worte.


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