Zusammenfassung von Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis

Berlin 1793
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Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis Buchzusammenfassung
Kant bricht eine Lanze für die Theorie – insbesondere für seine eigene – und erfindet nebenbei den Rechtsstaat und den Völkerbund.

Rezension

Moralphilosophie auf dem Prüfstand

„In der Theorie mag das ja stimmen, aber in der Praxis ...“ – ein gängiger Satz, auch heute noch. Schon Immanuel Kant sah sich mit diesem Vorurteil konfrontiert. Konkret ging es um seine Moralphilosophie, insbesondere um den kategorischen Imperativ, dessen Praxisrelevanz bestritten wurde. Kants Antwort war der kleine Traktat Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis. Das Büchlein ist jedoch mehr als nur eine Verteidigungsschrift eines Theoretikers gegen die Praktiker. In Sachen Menschen-, Staats- und Völkerrecht macht sich Kant für eine republikanische Verfassung stark und reagiert damit indirekt auf die Französische Revolution. Ein Abschnitt beschäftigt die Kant-Forschung bis heute besonders: Der Philosoph verbietet darin jeglichen Widerstand gegen einen Herrscher, auch wenn dieser mit Gewalt an die Macht gekommen sei. Revolution würde einen Rückfall in den Naturzustand bedeuten, und das sei um jeden Preis zu verhindern. Kein Wunder, dass Kritiker des 20. Jahrhunderts ihn – mit Blick auf den Nationalsozialismus – dafür rügten. Kants Ideen eines Völkerbunds und eines weltweiten Völkerrechts waren zu seiner Zeit aber höchst innovativ und haben nichts an Überzeugungskraft verloren.

Zusammenfassung

Die Theorie-Praxis-Debatte
Als Theorie bezeichnet man eine Reihe von allgemeinen, abstrakten Regeln. Dabei werden notwendigerweise Elemente weggelassen, die auf die praktische Ausführung Einfluss haben können. Unter Praxis hingegen versteht man die Erreichung eines Zwecks, ausgehend von...
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Über den Autor

Immanuel Kant wird am 22. April 1724 in Königsberg (dem heutigen Kaliningrad) geboren und wächst in bescheidenen Verhältnissen auf. Seine Erziehung ist stark von den Überzeugungen seiner tiefreligiösen Eltern geprägt. Nach seiner Gymnasialzeit an einer pietistischen Schule studiert Kant u. a. Mathematik, Naturwissenschaften, Theologie und Philosophie in Königsberg. 1746 verlässt er nach dem Tod seines Vaters die Universität und wird, auch um seine Geschwister ernähren zu können, Hauslehrer bei wohlhabenden Familien in der Umgebung von Königsberg. Durch seine Kontakte zum Adel erlernt er gehobene Umgangsformen. Nach seiner Rückkehr an die Universität promoviert und habilitiert er mit Veröffentlichungen aus dem Bereich der Astronomie und Philosophie. Seine Vorlesungen an der Universität erfreuen sich großer Beliebtheit. Trotzdem bewirbt er sich 1758 vergeblich um die vakant gewordene Stelle eines Professors für Logik und Metaphysik in Königsberg. Angebote einer Professur aus Jena und Erlangen lehnt er aus Verbundenheit zu seiner Heimatstadt ab. Erst 1770 wird er in seinem Wunschbereich Professor in Königsberg, später auch zeitweise Rektor der Universität. Während der knapp 30 Jahre an der Universität führt Kant ein streng geregeltes Leben. Seine Tagesabläufe sind exakt durchgeplant, die Königsberger können die Uhr nach Kants Tagesprogramm stellen. 1781 veröffentlicht er die Kritik der reinen Vernunft, die erste seiner drei Kritiken. Weil seine Thesen weitgehend auf Unverständnis stoßen oder gar nicht erst beachtet werden, veröffentlicht er 1787 eine zweite, veränderte Fassung dieser ersten Kritik. 1788 folgt die Kritik der praktischen Vernunft und 1790 die Kritik der Urteilskraft. In der Zwischenzeit setzen sich Kants Ideen durch: Zu seinen Lebzeiten gibt es bereits über 200 Schriften zu seinen Werken, und selbst Normalbürger diskutieren seine Ideen beim Friseurbesuch. Am 12. Februar 1804 stirbt Kant, inzwischen weltberühmt, in seiner Heimatstadt Königsberg, angeblich mit den Worten: „Es ist gut.“


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