Zusammenfassung von Überwachen und Strafen

Die Geburt des Gefängnisses

Paris 1975
Diese Ausgabe: Suhrkamp, Mehr

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Überwachen und Strafen Buchzusammenfassung
Das Gefängnis ist ein komplexes Disziplinarsystem. Wie es entstand und welche Kräfte darin wirken, zeigt Michel Foucault in einem seiner Hauptwerke.

Rezension

Gefängnis und Gesellschaft

In Überwachen und Strafen will Foucault mehr als nur die Entstehung des Gefängnisses nachzeichnen. Es geht ihm um die wechselseitigen Beziehungen zwischen Ökonomie, Politik und Wissenschaft, aus denen sich ein eigentliches Strafsystem gebildet hat. Als historischen Fokus wählt Foucault die Entwicklung der Strafen in Frankreich zwischen 1750 und 1850. In diesem Zeitraum wurde die öffentlich vollzogene körperliche Strafe durch die verborgen bleibende Haftstrafe abgelöst. Statt der körperlich schmerzhaften Züchtigung ging es nun darum, das Innere des Sträflings zu verändern. Die dabei angewandten Strafmechanismen sind für Foucault Ausdruck eines gesamtgesellschaftlichen Disziplinierungssystems. Unter Zuhilfenahme historischer Quellen entwickelt er seine Gedanken zur Entstehung der „Disziplinen“, die den Einzelnen in Form eines Normierungsnetzes umgeben. Das Gefängnis erscheint sogar als Ort, an dem durch das Sammeln von Wissen die Grundlagen für die modernen Humanwissenschaften gelegt wurden. Die nicht immer einfache Sprache ist Ausdruck des Bemühens, jedes simple Erklärungsmuster zu vermeiden. Dennoch ist das Buch streckenweise fesselnd und die Analysen zur „Mikrophysik der Macht“ bleiben jederzeit nachvollziehbar.

Zusammenfassung

Geheime Prozesse und öffentliche Bestrafungen
Vor der Französischen Revolution von 1789 hatte das Strafsystem zwei verschiedene Gesichter: Während die Gerichtsverfahren geheim und überwiegend schriftlich geführt wurden, war die Vollstreckung des Urteils öffentlich. Die geheime Prozessführung...
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Über den Autor

Michel Foucault wird am 15. Oktober 1926 in Poitiers geboren. Dort besucht er zwischen 1940 und 1945 das jesuitische Gymnasium. Ab 1945 lebt er in Paris, wo er an der Eliteuniversität École Normale Supérieure Philosophie und Psychologie studiert. Nach Abschlüssen in diesen Fächern lehrt er dort von 1950 bis 1955 Psychologie und ist zugleich zeitweise Assistent an der Universtität von Lille. Er nimmt Lehrtätigkeiten in Schweden und Warschau an und ist 1959/60 als Direktor des Institut Français in Hamburg tätig. Nietzsche, Marx, Freud und Heidegger prägen Foucaults Denken. In seiner 1961 veröffentlichten Dissertation Folie et déraison (Wahnsinn und Gesellschaft) untersucht er, wie der Wahnsinn im Verlauf der Geschichte mittels definitorischer Macht von der Vernunft unterschieden wird. Machtstrukturen, die Rolle des Wissens bei ihrer Herausbildung und ihre Beziehungen zum Individuum werden zu den zentralen Themen seines Schaffens. In Les mots et les choses (Die Ordnung der Dinge, 1966) beschäftigt er sich mit der Entstehung der Humanwissenschaften. Seine wissenschaftliche Karriere führt ihn über die Universität von Clermont-Ferrand und eine zweijährige Gastprofessur an der Universität in Tunis zurück nach Paris, wo er ab 1968 überwiegend lebt. Ab 1970 hat er den eigens für ihn geschaffenen Lehrstuhl für die Geschichte der Denksysteme am Collège de France inne. Foucaults Denkmethode ist am ehesten der philosophischen Richtung des Poststrukturalismus (und damit der Postmoderne) zuzuordnen, dessen Vertreter gesellschaftliche Strukturen nicht als gegeben hinnehmen, sondern ihre Entstehung und Funktion „dekonstruieren“. 1963 beginnt Foucault mit Naissance de la clinique (Die Geburt der Klinik) die Entstehung von Institutionen zu erforschen, was er 1975 mit Surveiller et punir (Überwachen und Strafen) fortsetzt. In seinem zwischen 1976 und 1984 in drei Bänden veröffentlichten letzten großen Werk Histoire de la sexualité (Sexualität und Wahrheit) analysiert er die Sexualität aus psychiatrischer, rechtlicher und moralischer Perspektive. Als einer der einflussreichsten Philosophen der Neuzeit stirbt Foucault am 25. Juni 1984 in Paris an den Folgen von Aids.


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