Zusammenfassung von Vom Gesellschaftsvertrag

oder Die Grundlagen des politischen Rechts

Amsterdam 1762
Diese Ausgabe: Insel, Mehr

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Vom Gesellschaftsvertrag Buchzusammenfassung
Rousseaus bahnbrechendes Werk der Staatsphilosophie: Die Vision eines Staates, dessen Bürger auf persönliche Macht verzichten, um gemeinsam zu regieren.

Rezension

Ein Grundlagenwerk der Demokratie

Rousseaus Gesellschaftsvertrag ist der höchst originelle Entwurf einer radikal neuen Staatsverfassung. Er ist ebenso sehr theoretische Abhandlung wie politisches Manifest. Schon die Idee, ein Staat könne als Ergebnis eines Vertrags aufgefasst werden, der auf einer Vereinbarung gleichberechtigter Partner beruht, barg damals ungeheure Sprengkraft. Rousseau entwickelt seine Vision mit argumentativer Brillanz und radikaler Konsequenz. Er geht von der Überzeugung aus, dass jeder Mensch eine natürliche Würde besitzt, ein Recht auf Selbstbestimmung und auf Gleichheit - womit nicht unbedingt materielle Gleichheit gemeint ist, sondern zumindest die gleiche Chance auf Entwicklung. Eine gerechte Regierungsform kann nur entstehen, wenn sich die Bürger freiwillig und aus einer tiefen Einsicht heraus zusammenschließen. Dieser Appell an Freiheit und Verantwortung bedeutete eine scharfe Kritik an den bestehenden monarchistischen Verhältnissen, die geprägt waren von der allgegenwärtigen Macht des Königs und der ihn stützenden katholischen Kirche. Solche Kritik wurde damals zwar von vielen klugen Köpfen geäußert, meist aber in der intellektuellen, vernunftbetonten Sprache des Rationalismus. Rousseau brachte einen ganz neuen Ton in den Diskurs, indem er auf der Berechtigung des Gefühls beharrte und dadurch Aufklärung und Emotion verband.

Zusammenfassung

Ziel der Untersuchung
Die hier behandelte Grundfrage ist: Wie kann man das Zusammenleben der Menschen, den Staat, die Gesetze usw. auf eine Weise ordnen, dass einerseits den Menschen ihre Eigenheiten gelassen werden, dass aber andererseits so gute Gesetze entstehen wie irgend möglich? ...
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Über den Autor

Jean-Jacques Rousseau wird am 28. Juni 1712 als Sohn einer protestantischen Familie französischer Herkunft in Genf geboren. Die Mutter stirbt kurz nach der Geburt; der in Fantastereien befangene Vater, ein Uhrmacher, kümmert sich wenig um seinen Sohn und vertraut ihn schließlich einem Pfarrer an. Obwohl Jean-Jacques nicht zur Schule geht, lernt er sehr früh lesen und wird zunächst Lehrling bei einem Graveur, später bei einem Gerichtsschreiber. Mit 16 Jahren geht er auf Wanderschaft, wobei er in Savoyen bei der frommen Madame de Warens unterkommt, die einen prägenden Einfluss auf ihn ausübt und ihn zum Katholizismus bekehrt. Rousseau beginnt Ausbildungen in einem Priesterseminar und bei einem Musiklehrer, bricht jedoch beide ab. Später geht er nach Paris, wo er ein karges Leben als Hauslehrer und Kopist von Partituren fristet. Er verkehrt in Intellektuellenkreisen und liiert sich mit der Dienstmagd Thérèse Levasseur, die er allerdings erst 23 Jahre später heiratet. Die fünf gemeinsamen Kinder gibt das Paar in einem Waisenhaus ab. Während eines kurzen Aufenthalts in Genf nimmt Rousseau die zuvor verlorene Bürgerschaft der Stadt wieder an. Gleichzeitig schwört er dem Katholizismus ab. Rousseau macht sich durch seine gesellschaftstheoretischen Schriften einen Namen und schreibt zwischen 1756 und 1762 seine erfolgreichsten und wirkmächtigsten Werke, darunter Julie oder Die neue Héloïse (Julie ou la Nouvelle Héloïse, 1761), Emile oder über die Erziehung (Émile ou De l’éducation, 1762) und das staatsphilosophische Werk Vom Gesellschaftsvertrag (Du Contract Social, 1762). Das Pariser Parlament verbietet Emile wegen ketzerischer Ansichten, in Genf wird das Buch gemeinsam mit Vom Gesellschaftsvertrag öffentlich verbrannt. Rousseau, der mit der Pariser Intellektuellenszene endgültig gebrochen hat und zunehmend an Verfolgungswahn leidet, geht wieder auf Wanderschaft. Er hält sich in der Schweiz, in Preußen und auf Einladung von David Hume in London auf, um schließlich unter dem Decknamen Renou nach Paris zurückzukehren. 1778 ist er Gast des Marquis de Girardin auf Schloss Ermenonville, wo er am 2. Juli stirbt. 1794 werden seine Gebeine ins Pariser Panthéon übergeführt.


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