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König Richard II.
Buch

König Richard II.

London, 1597
Diese Ausgabe: Reclam, 2014 Mehr

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Literatur­klassiker

  • Tragödie
  • Elisabethanische Ära

Worum es geht

Kampf um den Thron von England

König Richard II. ist eines von Shakespeares Königsdramen und folgt einer genretypischen Formel: Es schildert einerseits den Niedergang König Richards II. und parallel dazu den Aufstieg seines Widersachers. Auf dem Höhepunkt des Dramas treffen die beiden Handlungsstränge aufeinander. Das Stück ist zu einer Zeit entstanden, als sich die lange Regentschaft der kinderlosen Königin Elisabeth I. dem Ende zuneigte. Shakespeare nahm mit dem Drama die Sorge seiner Zeitgenossen vor Unruhen, Bürgerkrieg und Chaos im Verlauf der Thronfolge auf. Sein Stück ist eine Mahnung zu politischer Vernunft. König Richard II. wird als typischer mittelalterlicher Monarch dargestellt: Er wähnt sich als Günstling Gottes, hält aufwändig Hof und schröpft sein Volk mittels Steuern zur Finanzierung seiner Kriege – bis ihm ein Widersacher den Thorn streitig und ihm letztlich den Garaus macht. Die Handlung des Stücks ist wenig überraschend und sie folgt dem typischen, relativ vorhersehbaren Verlauf eines Königdramas. Sprachlich ist es jedoch höchst kunstvoll und kurzweilig und somit eine äußerst lohnenswerte Lektüre.

Zusammenfassung

König Richard II. als Richter

In Windsor hält König Richard II. Gericht und lädt seinen Cousin Henry Bolingbroke, Herzog von Hereford, sowie Thomas Mowbray, Herzog von Norfolk, vor. Die beiden unterstellen sich gegenseitig Hochverrat: Bolingbroke bezichtigt Mowbray, Geld veruntreut zu haben. Außerdem gibt er ihm pauschal die Schuld an allen Intrigen der vergangenen 18 Jahre. Er beschuldigt ihn auch, Thomas von Woodstock, Herzog von Gloucester und Onkel des Königs, umgebracht zu haben. Mowbray bezichtigt Bolingbroke der Lüge und bestreitet alle Vorwürfe. Er bittet den König um die Chance, im Zweikampf mit Bolingbroke seine Unschuld zu beweisen und seine Ehre wiederherstellen zu können. Richard befiehlt ihnen, sich zu vertragen. Sie weigern sich jedoch und wollen ihre Ehre und ihren geschädigten Ruf im Kampf reinwaschen. Richard erkennt, dass er die Streitenden nicht beschwichtigen kann, und setzt ein Turnier an.

Die Verbannung der Streitenden

Mowbray und Bolingbroke treffen am festgesetzten Tag am Turnierplatz in Coventry ein. Jeder von ihnen schwört, das Recht auf seiner Seite zu haben. Sie...

Über den Autor

William Shakespeare kann ohne Übertreibung als der berühmteste und wichtigste Dramatiker der Weltliteratur bezeichnet werden. Er hat insgesamt 38 Theaterstücke und 154 Sonette verfasst. Shakespeare wird am 26. April 1564 in Stratford-upon-Avon getauft; sein genaues Geburtsdatum ist nicht bekannt. Er ist der Sohn des Handschuhmachers und Bürgermeisters John Shakespeare. Seine Mutter Mary Arden entstammt einer wohlhabenden Familie aus dem römisch-katholischen Landadel. 1582 heiratet er die acht Jahre ältere Anne Hathaway, Tochter eines Gutsbesitzers, mit der er drei Kinder zeugt: Susanna sowie die Zwillinge Hamnet und Judith. Um 1590 übersiedelt Shakespeare nach London, wo er sich innerhalb kurzer Zeit als Schauspieler und Bühnenautor einen Namen macht. Ab 1594 ist er Mitglied der Theatertruppe Lord Chamberlain’s Men, den späteren King’s Men, ab 1597 Teilhaber des Globe Theatre, dessen runde Form einem griechischen Amphitheater nachempfunden ist, sowie ab 1608 des Blackfriars Theatre. 1597 erwirbt er ein Anwesen in Stratford und zieht sich vermutlich ab 1613 vom Theaterleben zurück. Er stirbt am 23. April 1616. Über Shakespeares Leben gibt es nur wenige Dokumente, weshalb sich seine Biografie lediglich bruchstückhaft nachzeichnen lässt. Immer wieder sind Vermutungen in die Welt gesetzt worden, wonach sein Werk oder Teile davon in Wahrheit aus anderer Feder stammen. Als Urheber wurden zum Beispiel der Philosoph und Staatsmann Francis Bacon, der Dramatiker Christopher Marlowe oder sogar Königin Elisabeth I. genannt. Einen schlagenden Beweis für solche Hypothesen vermochte allerdings niemand je zu erbringen. Heutige Forscher gehen mehrheitlich davon aus, dass Shakespeare der authentische und einzige Urheber seines literarischen Werkes ist.


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