Zusammenfassung von Krisenstaat Türkei

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Krisenstaat Türkei Buchzusammenfassung
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Bewertung

9 Gesamtbewertung

10 Wichtigkeit

7 Innovationsgrad

9 Stil


Rezension

Hasnain Kazim malt ein düsteres Bild der Türkei. Jede Seite liefert neue Beweise für seine These vom Ende der Demokratie am Bosporus. Ausführlich und kenntnisreich beschreibt er Erdoğans Aufstieg und seine Politik, unterfüttert von jeder Menge Hintergrundwissen. Immer wieder berichtet er von persönlichen, meist leidvollen Erfahrungen mit der türkischen Regierung und von deren Angriffen auf Presse- und Meinungsfreiheit. Dabei bleibt Kazim stets sachlich und verweist durchaus auch auf Erfolge und positive Errungenschaften Erdoğans. Zudem warnt er davor, die Türkei auf ihre Regierung zu reduzieren. Auf diese Weise gelingt es ihm, ein differenziertes Bild des Landes und seiner Beziehungen zu anderen Staaten zu zeichnen. getAbstract empfiehlt das packend geschriebene Buch allen, die sich eine fundierte Meinung über die Türkei und ihren Machthaber bilden wollen.

Nach der Lektüre dieser Zusammenfassung wissen Sie:

  • welchen Weg die Türkei gegangen ist, seit Erdoğan an der Macht ist, und
  • wie dieser Weg die Türkei immer weiter von der Demokratie entfernt.
 

Über den Autor

Hasnain Kazim ist seit 2004 Korrespondent von Spiegel und Spiegel Online. Von 2013 bis 2016 lebte und arbeitete er in Istanbul. Er wurde als Politikjournalist des Jahres geehrt und mit dem CNN Journalist Award ausgezeichnet.

 

Zusammenfassung

Atatürk und sein Erbe

Die Türkei hat sich unter der Regierung von Recep Tayyit Erdoğan immer weiter von der Demokratie entfernt. Erdoğan macht keinen Hehl daraus, dass er an vorrepublikanische Zeiten anknüpfen will. Das Osmanische Reich ist für ihn ein wichtiger Referenzpunkt. Dabei verkennt er, dass dieses Reich ein Vielvölkerstaat war, in dem verschiedene Sprachen, Religionen, Kulturen und Überzeugungen zu finden waren. Heute hingegen herrscht in der Türkei ein Nationalismus vor, der die historische Vielfalt überdeckt. Die Republik Türkei, gegründet auf Bestreben Kemal Atatürks, veränderte die Gesellschaft grundlegend. Staat und Religion wurden zwar nicht völlig getrennt, jedoch kontrollierte der Staat die Religion. Atatürk führte etwa die lateinische Schrift und den gregorianischen Kalender ein. Das Rechtssystem orientierte sich nicht mehr an der Scharia, sondern an europäischen Gesetzen. Trotz massiver Veränderungen verehrten ihn viele Türken. Seine Modernisierung der Türkei kam einem Kulturkampf gleich, der bis heute schwelt. Seit dem Tod Atatürks steckt die Türkei in einer Identitätskrise und arbeitet sich an der Frage ab, wie laizistisch sie sein will und welche Rolle das Militär, das sich als Wächter über Atatürks Erbe versteht, spielen soll. Erdoğan stand von Beginn an für einen Gegenentwurf zu Atatürks Politik.


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    Mehmet Yilmaz vor 7 Monaten
    Leider sehr oberflächig und wirr. Passt aber zur aktuellen Stimmung in der deutschen Medienlandschaft. Vielleicht sollten eher erfahrene Turkologen eine Kritik verfassen, statt desinformierte Journalisten.
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    Lale Aksel vor 7 Monaten
    Zu reißerisch und zu eindimensional. Leider wird es der komplexen Situation der Türkei nicht gerecht. Wie denn auch, wenn der Autor nur einige wenige Jahre in der Türkei gelebt hat. Aber heute sitzen ja in jeder deutschen Eckkneipe mindestens fünf "Türkeiexperten". Man hat stets das Gefühl, dass der Autor nicht über etwas schreibt, sondern gegen etwas. Das fängt schon mit der Überschrift an. Als Leser möchte ich mir meine eigene Meinung über bestimmte Sachverhalte bilden. Da stören mich solche Autoren, die vorgeben sachlich zu sein, aber im Grunde nur die Absicht haben, einem eine bestimmte Meinung/Interpretation unterzujubeln. Daher für wahrhaft politisch Interessierte nur sehr bedingt zu empfehlen. Für andere dagegen sicher eine wohlige Echokammer.