Rezension von Leben 3.0

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Leben 3.0 Buchzusammenfassung
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Bewertung

9

Qualitäten

  • Umfassend
  • Wissenschaftsbasiert
  • Visionär

Rezension

Max Tegmark will uns dazu bringen, das seiner Meinung nach „wichtigste Gespräch unserer Zeit zu führen“. Sein Buch über die Zukunft der Menschheit mit künstlicher Intelligenz hat berechtigte Chancen, ein Standardwerk zum Thema zu werden. Der MIT-Professor lässt nichts aus: von den physikalischen und theoretischen Grundlagen, auf denen KI basiert, über die drängenden gesellschaftlichen Fragen bis hin zu Visionen kosmischer Zivilisationen in ferner Zukunft. Prädikat: Lesenswert!

Über den Autor

Max Tegmark ist Physiker und Professor am Massachusetts Institute of Technology. Er ist Mitgründer des Future of Life Institute, das auf die existenziellen Risiken, die durch den Fortschritt von künstlicher Intelligenz entstehen, aufmerksam machen will und KI-Sicherheitsforschung fördert.

 

Die drei Stufen des Lebens: biologisch, kulturell, technologisch

Die Frage, wie Leben genau zu definieren ist, wird kontrovers diskutiert. Sie steht auch am Beginn von Max Tegmarks Leben 3.0. Der Autor gibt eine relativ umfassende Definition, nach der Leben als Prozess verstanden werden kann, der Komplexität bewahrt und reproduziert. Diese Komplexität hat in allem Lebendigen zwei Ausformungen: in der physischen Gestalt einerseits – oder anders gesagt: der Hardware – und im Verhalten andererseits – oder anders gesagt: der Software. Auf Basis dieser Definition entwickelt der MIT-Forscher ein Stufenmodell des Lebens:

  • Auf der ersten Stufe – Leben 1.0 – finden wir einfaches, biologisches Leben vor, wie etwa das der Bakterien. Lebewesen auf dieser Stufe sind der Evolution vollkommen ausgeliefert. Das heißt, sie können während ihrer individuellen Lebensspanne weder auf ihre Soft- noch auf ihre Hardware Einfluss nehmen. Beides wird einzig durch die Informationen in ihrer DNA bestimmt, die sich nur äußerst langsam im evolutionären Prozess verändert.
  • Leben 2.0 bezeichnet die kulturelle Stufe, auf der sich unsere Gattung befindet: Unsere Software entwerfen wir zum Großteil während unserer individuellen Lebensspanne selbst. So können wir während unseres individuellen Lebens eine Vielzahl komplexer Kompetenzen erwerben. Mit Sprache und Schrift haben wir Werkzeuge gefunden, um Kompetenzen und Wissen über Generationen hinweg weiterzugeben und so stetig zu erweitern. Einzig was unseren Körper betrifft, sind wir weitestgehend Produkte der Evolution.
  • Die nächste Stufe des Lebens – Leben 3.0 – ist die technologische. Sie existiert auf der Erde noch nicht. Leben auf dieser Stufe kann sowohl seine Soft- als auch seine Hardware frei gestalten und hat sich somit von der Evolution emanzipiert. Es ist Herrscher über sein Schicksal und nur noch den Naturgesetzen unterworfen.

Leben 1.0 entstand vor rund 4 Milliarden Jahren. Leben 2.0 betrat vor etwa 100 000 Jahren die Bühne. Wann und ob Leben 3.0 in Erscheinung treten wird, ist gemäß Tegmark unter Wissenschaftlern umstritten. Einige glauben, es könnte noch in diesem Jahrhundert geschehen, andere halten das für illusorisch. Die entscheidende Technik dafür heißt in jedem Fall: künstliche Intelligenz – KI.


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