Hat in Europa schon immer eine stark patriarchalische Gesellschaftsordnung geherrscht? Autorin Karin Bojs hegt begrĂŒndete Zweifel an dieser Vorstellung. Sie trĂ€gt vielfĂ€ltige Forschungsergebnisse aus der ArchĂ€ologie, aber auch aus der Linguistik und der Ethnologie zusammen und zeigt auf, wie frĂŒhzeitliche Kulturen in Europa entstanden, sich beeinflussten und vermischten. Dabei nimmt sie besonders die gesellschaftliche Position und die Aufgaben von Frauen in den Blick. Ein ĂŒberaus interessanter und Ă€uĂerst differenzierter Blick in die europĂ€ische FrĂŒhgeschichte.
Die Einteilung in Stein-, Bronze- und Eisenzeit vermittelt ein schiefes Bild der menschlichen FrĂŒhgeschichte.
Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit â die meisten von uns dĂŒrften diese Zeiteinteilung aus dem Geschichtsunterricht kennen. EingefĂŒhrt hat sie der dĂ€nische Altertumsforscher Christian JĂŒrgensen Thomsen vor rund 200 Jahren. FĂŒr eine Ausstellung sortierte er die Exponate nach dem Material, aus dem sie bestanden, und suggerierte damit eine Chronologie, die es vermutlich nie gab. Dank neuer Forschungsmethoden konnten ArchĂ€ologinnen und ArchĂ€ologen inzwischen nachweisen, dass Menschen schon mehr als 2000 Jahre vor der so klassifizierten Bronzezeit Bronze schmolzen.
Ein weiteres Problem des durch Thomsen entstandenen Dreiperiodensystems ist, dass es einen zu starken Fokus auf haltbare FundstĂŒcke aus Stein, Knochen und Metall legt. VergĂ€ngliche Werkstoffe wie Holz oder Textilfasern, aus denen vermutlich um die 90 Prozent der AusrĂŒstung bestand, wurden in der Forschung bisher kaum berĂŒcksichtigt. Die Anthropologin Olga Soffer ist Spezialistin in diesem Bereich und hat Verfahren entwickelt, die Erkenntnisse ĂŒber Werkzeuge und Textilien liefern, die naturgemÀà nicht ĂŒber...
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