Zusammenfassung von Neues Organon

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Rezension

Die Begründung der modernen Wissenschaften

Francis Bacon war ein großer Philosoph und Staatsmann der Renaissance, der zum Wegbereiter der modernen wissenschaftlichen Methodik wurde. Die Wissenschaft seiner Zeit (oder besser die Naturphilosophie, denn Wissenschaft im heutigen Sinn gab es noch nicht) war stark beherrscht von Vorstellungen, die sich noch aus der Antike und dem Mittelalter hinübergerettet hatten. Die Lehren des Aristoteles wurden eifrig gelesen und gedeutet; Argumentieren ohne Faktenkenntnis war gang und gäbe; in der Medizin galt Galens „Vier-Säfte-Lehre“; kultische und magische Lehren und die Alchemie waren weit verbreitet. Zugleich aber war es eine Zeit großer Erfindungen und Umwälzungen: Der Buchdruck, die Entdeckungen der Seefahrer, die Reformation sowie die Behauptung des Kopernikus, die Erde sei nicht der Mittelpunkt des Universums, beeinflussten das Weltbild zunehmend. Dieser Widerspruch fiel schon dem jungen Bacon auf, der in einer Art frühem Erweckungserlebnis die Eingebung hatte, die Suche nach Erkenntnis auf eine neue Grundlage zu stellen. Von diesem Sendungsbewusstsein ist sein Werk durchdrungen. Mit sprachlicher Verve und argumentativem Scharfsinn erklärt Bacon das meiste, was an Naturwissen von der Antike übernommen wurde, für untauglich und fordert systematischere Wege zur Erkenntnis.

Über den Autor

Francis Bacon ist eine schillernde Figur: Politiker, Schriftsteller, Philosoph, Schöngeist und Naturforscher, aber auch Machtmensch machiavellistischer Prägung, mit atemberaubender Karriere und ebensolchem Absturz. Der junge Francis, geboren am 22. Januar 1561 in London, fällt bald durch seine Begabung auf. Als Mitglied der obersten Gesellschaftsschicht lernt er früh, die Möglichkeiten seiner Herkunft zu nutzen. Er wird zunächst von den besten Privatlehrern und ab zwölf Jahren am Trinity College in Cambridge unterrichtet; bereits als Jugendlicher studiert er die Klassiker im Original und beherrscht sieben Sprachen. Mit 15 Jahren wird er zur Londoner Rechtsschule Gray’s Inn zugelassen, einer juristischen Kaderschmiede; gleichzeitig beginnt er jedoch einen dreijährigen Frankreichaufenthalt, wo er unter der Obhut des englischen Botschafters eine Art Volontariat im diplomatischen Dienst absolviert und am französischen Hof wie auch im Kulturleben vielfältige Erfahrung sammelt. Zurück in London, beginnt er mit dem Jurastudium, und obwohl ihn die Materie nicht sonderlich interessiert, ist er einer der Besten. Seine Leidenschaft aber gilt der Bildung und der Kultur. In Frankreich hat er ein reiches Kulturleben kennen gelernt; nun nimmt er sich als Lebensziel nichts weniger vor als die komplette Erneuerung der englischen Kultur. Im Alter von 23 Jahren erhält er einen Sitz im Parlament, bereits vorher wird er als Rechtsanwalt zugelassen. Er verkehrt mit großen Geistern und einflussreichen Politikern, selbst mit Königin Elisabeth, arbeitet Reformvorschläge aus, schreibt Expertisen und Denkschriften, Essays, Theaterstücke und philosophische Schriften. 1603 wird er zum Ritter geschlagen, 1616 zum Geheimen Staatsrat ernannt, 1617 zum Großsiegelbewahrer, 1618 zum Lordkanzler und zum Baron, 1621 schließlich zum Viscount St. Alban. Gerade als er auf dem Gipfel seiner Macht ist, stolpert er über eine Bestechungsaffäre, wahrscheinlich inszeniert von einem seiner Gegner. Er verliert sämtliche Ämter, wird sogar kurz inhaftiert, kommt aber relativ glimpflich davon und verbringt den Rest seines Lebens als Privatier. Bei dem Experiment, ob tote Hühner tiefgekühlt werden können, indem man sie mit Schnee ausstopft, zieht sich Bacon eine Erkältung zu und stirbt am 9. April 1626 an einer Lungenentzündung.

 

Zusammenfassung

Der Stand der Wissenschaft und die Notwendigkeit der Erneuerung

Der Zustand von Philosophie und Naturwissenschaft ist erbärmlich. Die Wissenschaften sind viel zu sehr gefesselt von dem Denken der antiken Griechen und haben es bisher nicht vermocht, sich davon zu lösen. So kann es keine Erkenntnis und keinen Fortschritt mehr geben. Es ist nötig, sich von diesem alten Denken zu befreien. Die „mechanischen Künste“ dagegen, also die Technik, stellen sich uns kraftstrotzend und voller Lust auf Neuerungen dar und zeigen einen permanenten Fortschritt. Freilich genügt es nicht, das Alte einfach niederzureißen und an seiner Stelle etwas völlig Neues zu errichten, wie es manchmal von kühnen Geistern gefordert wird. Denn auch dieses Vorgehen führt nicht zum Erfolg, da es nicht versucht, die Philosophie und das Wissen durch neue Werke zu erweitern, sondern nur die herrschende Meinung durch eine andere zu ersetzen. Das soll nun nicht heißen, dass in den vergangenen Jahrhunderten gar nichts zustande gebracht worden wäre. Aber so wie die Seefahrt, solange sie sich nach nichts als den Sternen richten konnte, weitgehend auf die Küsten beschränkt blieb und erst mit dem Kompass zu den ...


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