Zusammenfassung von Rede über den Geist des Positivismus

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Rede über den Geist des Positivismus Buchzusammenfassung
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Rezension

Ordnung und Fortschritt für die menschliche Gesellschaft

Die sozialen und politischen Umwälzungen im Zuge der Französischen Revolution inspirierten den Mathematiker und Philosophen Auguste Comte zu einer bahnbrechenden Neukonzeption der noch jungen Sozialwissenschaften. Mit seiner nicht immer leicht zu verstehenden Rede über den Geist des Positivismus wollte er seine Ideen kurz und bündig darlegen. Zentrales Motiv ist der Fortschritt der Menschheit in drei Stufen. Die dritte, positivistische habe soeben begonnen, sagt Comte. Er wähnt sich also – typisch für die Fortschrittseuphorie des 19. Jahrhunderts – mitten im Goldenen Zeitalter der Vernunft. In der Rede wird er deshalb auch nicht müde, die Vorzüge des Positivismus und einer auf mathematisch-naturwissenschaftlichen Grundlagen ausgerichteten Sozialwissenschaft zu betonen. Er kämpft gegen Theologie und Metaphysik und streitet für eine allgemeine Volksbildung, für Ordnung und Fortschritt sowie für die Neuordnung der Wissenschaften. Comtes Ideen waren ebenso einflussreich wie umstritten. Das gilt in gewissem Maß bis heute: Nach wie vor lassen sich Ratio und Religion nicht einfach vereinen.

Über den Autor

Auguste Comte wird am 19. Januar 1798 in Montpellier geboren. Sein Elternhaus ist von katholischer und kleinbürgerlicher Strenge geprägt. Der junge Comte soll eine Laufbahn im Verwaltungsdienst einschlagen. Zunächst stehen die Zeichen dafür nicht schlecht: 1814 schließt er das Gymnasium in Montpellier erfolgreich ab und darf die Pariser Eliteschule École Polytechnique besuchen. Ihre naturwissenschaftliche Ausrichtung imponiert Comte – hier findet er den Initialfunken für seine späteren Werke. 1816 wird die Schule jedoch wegen einer Studentenrevolte geschlossen. Comte wird zum Autodidakten und arbeitet als Privatlehrer für Mathematik. Sein Ziel, einen ordentlichen Lehrstuhl an einer Universität zu erhalten, wird er sein ganzes Leben lang nicht erreichen. 1817 lernt er den Politiker und Schriftsteller Henri de Saint-Simon kennen, dessen Sekretär er wird. Es entwickelt sich eine Freundschaft, die in gemeinsamen Arbeiten gipfelt. Comte konkretisiert seine Idee des Positivismus und veröffentlich 1822 einige Ansätze im Rahmen eines Werks von Saint-Simon. Die Freundschaft zwischen Comte und Saint-Simon weicht aber einer immer größeren Rivalität. 1824 kommt es zum Bruch. Comte nimmt seine Lebensweise als Schriftsteller und Privatgelehrter wieder auf. Er gibt private Vorlesungen über den Positivismus und veröffentlicht die Manuskripte bis 1842 unter dem Titel Cours de philosophie positive. Comte arbeitet einige Jahre als Repetitor für Analyse und Mechanik an der École Polytechnique und als Mathematiklehrer an einer Privatschule. Nach einer unglücklichen Ehe und der unerwiderten Liebe zur Clotilde de Vaux, die zwei Jahre nach der ersten Begegnung stirbt, entwickelt Comte die Idee einer „Religion der Menschheit“ und gründet kurz nach der Revolution von 1848 die Positivistische Gesellschaft, in deren Rahmen er weitere Vorlesungen hält. Am 5. September 1857 stirbt er in Paris an Magenkrebs.

 

Zusammenfassung

Das theologische Stadium

Die Geistesentwicklung sowohl des Individuums als auch der gesamten Menschheit lässt sich in drei Zeitabschnitte unterteilen. Gemäß diesem Dreistadiengesetz durchläuft der Mensch zuerst das theologische, dann das metaphysische und zuletzt das positive Stadium. Diese drei Stufen sind die Basis jeder erdenklichen Theorie, die man in den Wissenschaften finden kann. Die Grundstufe der Erkenntnis bildet das theologische Stadium: Mangels besseren Wissens behilft sich der Mensch damit, die Phänomene der Welt durch übernatürliche Kräfte zu erklären. Das theologische Stadium wiederum durchläuft nacheinander drei verschiedene Phasen:

  • Beim Fetischismus schreibt der Mensch allen äußeren Erscheinungen, z. B. den Himmelskörpern, ein ähnliches Dasein zu wie den Menschen. Dies führte in der Geschichte der Menschheit beispielsweise zur Verehrung von Himmelskörpern.
  • Beim Polytheismus legt der Mensch eine große Einbildungskraft an den Tag, indem er den Dingen das Leben wieder entzieht und es auf fiktive Wesen überträgt – auf Götter, die in den Lauf der Welt eingreifen.
  • Beim Monotheismus ...

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