Zusammenfassung von Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung

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Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung Buchzusammenfassung
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Rezension

Bitteres Lachen über die Welt

Im Jahr 1822 schrieb Christian Dietrich Grabbe über sein Lustspiel, es werde „bei jedem lautes Lachen erregen, doch im Grunde nur ein Lachen der Verzweiflung“. Auf den ersten Blick handelt es sich um eine romantische Liebeskomödie: Baronin Liddy wendet sich von ihrem geldgierigen adligen Verlobten ab und entkommt auch den Fängen des Freiherrn, der es nur auf ihren Körper abgesehen hat. Stattdessen wählt sie einen hässlichen, aber geistreichen Bürgerlichen, der es ernst mit ihr meint. So weit, so konventionell. Doch die Präsenz des Teufels, der gerade zu Besuch auf Erden ist und sich einen Spaß daraus macht, die Menschheit und ihre nutzlosen Handlungen zu verspotten, gibt dem Stück eine anarchische Brechung. Grabbes Humor schwankt zwischen Ironie und grobem Sarkasmus, zwischen possenhafter Situationskomik und schwarzem Zynismus. Mit spürbarer Verachtung schimpft der literarische Außenseiter auf zeitgenössische Dichter und Kritiker. Die Hasstiraden auf den Literaturbetrieb seiner Zeit sind für heutige Zuschauer nicht mehr ganz nachvollziehbar, als pessimistische Satire über die Nichtigkeit des Menschen und all seines Treibens hat die Komödie aber immer noch Biss.

Über den Autor

Christian Dietrich Grabbe wird am 11. Dezember 1801 in Detmold als Sohn eines Zuchthausverwalters geboren. Bereits im Alter von 16 Jahren verfasst er mehrere Dramen. Sein Abitur verzögert sich um ein Jahr, weil die Lehrer dem als rebellisch geltenden Gymnasiasten die nötige Reife absprechen. 1820 nimmt Grabbe an der Leipziger Universität das Studium der Rechtswissenschaften auf, das er 1822 in Berlin fortführt. Unter den Mitstudenten ist er bald für sein wildes Leben und für seine Alkoholexzesse bekannt. Sein 1822 fertiggestelltes Drama Herzog Theodor von Gothland verschafft ihm Zugang zu literarischen Kreisen, wo er unter anderem Heinrich Heine kennenlernt. Nach Beendigung seines Lustspiels Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung im gleichen Jahr versucht der vollkommen mittellose Grabbe, mithilfe von Ludwig Tieck eine Stelle als Schauspieler in Dresden zu bekommen, erweist sich jedoch als unbegabt. Der Armut überdrüssig legt Grabbe in Detmold sein juristisches Examen ab und wird 1826 zunächst zum stellvertretenden, 1828 dann zum – wenn auch geringfügig – entlohnten Auditeur ernannt. Die Veröffentlichung seiner gesammelten Dramatischen Dichtungen (1827) weckt in ihm den Wunsch, wieder zu schreiben; er beendet seine angefangenen Dramen Don Juan und Faust (1828), Napoleon oder die hundert Tage (1831) und Hannibal (1835). 1833 heiratet er die zehn Jahre ältere Louise Clostermeier. Die Ehe erweist sich als unglücklich. Zu den Eheproblemen kommen Alkoholismus und Depressionen hinzu, sodass Grabbe kaum schreibt. Nachdem er 1834 seinen Posten als Justizbeamter beim Militär gekündigt und Detmold ohne Abschied von seiner Frau verlassen hat, geht er auf Einladung von Karl Immermann nach Düsseldorf, wo er bis 1836 bleibt. Er arbeitet am dortigen Stadttheater und verfasst unter anderem sein historisches Drama Die Hermannsschlacht. Zurück in Detmold lebt er – zu diesem Zeitpunkt bereits todkrank – in einem Gasthaus, da seine Frau ihm den Zutritt zum gemeinsamen Heim verweigert. Grabbe stirbt am 12. September 1836 in Detmold an Syphilis.

 

Zusammenfassung

Der Teufel auf Erden

In der Hölle wird gerade geputzt, weshalb der Teufel zu Besuch auf die Erde kommt. Ein Naturhistoriker findet ihn im Wald – erfroren, trotz sommerlicher Temperaturen. Im nahe gelegenen Schloss diskutiert der Naturforscher den Fall mit seinen drei Kollegen: Was ist das für ein seltsames Wesen, das da leblos vor ihnen auf dem Tisch liegt? Fünf Finger hat es und keinen Schwanz, also muss es wohl ein Mensch sein. Aber was für einer? Einer meint in dem grobschlächtigen Gesicht Züge eines Rezensenten zu erkennen, ein anderer tippt auf eine Pastorentochter, ein Dritter fühlt sich angesichts der enormen Hässlichkeit an deutsche Schriftstellerinnen erinnert. Nur einer hält es für den Teufel, aber er wird von den anderen gleich eines Besseren belehrt: Für der Teufel ist kein Platz in ihrem System. Da öffnet das Wesen, durch die Wärme des Lichts auf dem Tisch zu neuem Leben erweckt, plötzlich die Augen und stellt sich den staunenden Naturhistorikern vor: Theophil Christian Teufel, Generalsuperintendent, vom Papst im Mittelalter dafür ausgezeichnet, dass er dem einfachen Volk Angst einflößte.

Baron von Haldungen


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