Zusammenfassung von Selbst denken

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Selbst denken Buchzusammenfassung
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Bewertung

9

Qualitäten

  • Augenöffner
  • Inspirierend

Rezension

Harald Welzer ist ein Wutbürger. Wütend auf die Entmündigung der Menschen durch Märkte und Konsum, wütend auf lemmingartiges Mitläufertum und auf achselzuckende „Was geht mich das an“-Konformität. Aufgewachsen im Wirtschaftswunder und mit dessen naiver Zukunftsgläubigkeit, seziert er die kapitalistische Jetztzeit und entwirft erschreckend reale Szenarien für eine postkapitalistische Zukunft. Welzer schreibt gegen das System, gegen Globalisierung, Politik und Markt. Er will aufrütteln, und das gelingt ihm ausgezeichnet. Und dennoch: Etwas weniger Rütteln und etwas mehr Lösungsorientierung hätten nicht geschadet. Denn kaum meint man, jetzt werde es endlich konkret, verliert er sich in einer neuerlichen Wutschleife, so berechtigt sie auch sein mag. Übrig bleibt nur, dass der Einzelne von der Verantwortung für die Welt freigesprochen und stattdessen vollumfänglich für sich selbst verantwortlich gemacht wird. Ausreden mit Hinweis auf den zu kleinen persönlichen Handlungsspielraum lässt Welzer nicht gelten. Deswegen empfiehlt getAbstract das Buch jedem, der ebenso viel Wut im Bauch hat wie Harald Welzer und sich ohnmächtig fühlt, irgendetwas zu ändern: Die Lektüre zeigt, dass dies möglich ist, wenn man es nur will.

Über den Autor

Harald Welzer ist Soziologe, Sozialpsychologe und Politikwissenschaftler. Er ist Direktor der gemeinnützigen Stiftung Futurzwei in Berlin und Professor für Transformationsdesign an der Universität Flensburg. Außerdem lehrt er Sozialpsychologie an der Universität St. Gallen. Er ist auch Mitherausgeber des Buches Zwei Grad mehr in Deutschland.

 

Zusammenfassung

Die Wachstumsreligion hat ausgedient

Wenn Sie in den 1960er-Jahren aufgewachsen sind, waren Sie live dabei, als der erste Mensch den Mond betrat, als die Disney-Sendung Unser Freund das Atom im Fernsehen lief und als man felsenfest an eine wunderbare Zukunft glaubte: an eine Zukunft mit immer weiterwachsendem Wohlstand und stetiger Modernisierung.

50 Jahre später ist der Schwung dahin. Zwischen unüberschaubarer Globalisierung, Finanzkrise und Klimawandel hoffen die meisten nur noch, ihren Lebensstandard halten zu können – was mehr als fraglich ist. Dabei haben sie doch gelernt, dass das Leben ein stetiges Wachstumsprojekt ist, dass die Ressourcen unendlich sind und dass es immer weiter nach oben gehen wird. Lebenssinn, das hieß: konsumieren. 40 Prozent des weltweiten Unternehmenswerts sind laut einer Studie der ETH Zürich in der Hand von 147 miteinander verflochtenen Konzernen. Die 49 ersten Plätze werden übrigens von Finanzunternehmen mit so klingenden Namen wie Legal & General Group besetzt.

Der Markt verleitet Sie, unablässig Produkte zu kaufen, von denen Sie bislang gar nicht wussten, dass Sie sie brauchen: Smartphones, die einen...


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