Zusammenfassung von Lulu

München, Leipzig 1913
Diese Ausgabe: Reclam, Mehr

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Lulu Buchzusammenfassung
Wedekinds Skandalstück voller Sex and Crime.

Rezension

Modernes Theater mit voller Wucht

Wedekinds Skandaldrama Lulu war ein Schlag ins Gesicht der wilhelminischen Gesellschaft – und Anlass für etliche Gerichtsverfahren. Das Stück ist ein Fanal für die Selbstbestimmung des Menschen jenseits moralischer Zwänge und gegen die Ausbeutung der Frauen durch die Männer. Zudem ist Lulu ein ästhetisches Statement: Durch die Gestalt des Schriftstellers Alwa äußert Wedekind harsche Kritik an einer Kunst, die sich nur noch im Elfenbeinturm bewegt und sich zu fein ist, niedere Triebe und die Macht der Sexualität zu benennen. In Abgrenzung zum damals vorherrschenden Naturalismus reicht Wedekind die präzise abbildende soziale Anklage nicht aus. Er setzt viele Symbole ein, seine Figuren sind bewusst als Typen gestaltet. Leidenschaft, Lust, Eifersucht, Wut und Gewalt sind ebenso Themen des Stücks wie die ästhetische Auseinandersetzung mit diesen Affekten. Wedekind hat mit Lulu ein beeindruckend intensives und verstörendes Stück moderner Theaterkunst geschaffen.

Zusammenfassung

Das wahre Tier zeigt sich
Der Prologsprecher, ein Tierbändiger, lockt das Publikum in seine Vorstellung und verspricht, das „wahre Tier, das wilde, schöne Tier“ zu zeigen, dessen Natur es sei, zu verführen und Unheil zu stiften. Lulu wird als Schlange angekündigt, auf die...
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Über den Autor

Frank Wedekind wird am 24. Juli 1864 in Hannover geboren. Aus Gegnerschaft zum Wilhelminischen Kaiserreich verlässt die Familie 1871 Deutschland und zieht nach Lenzburg in die Schweiz. Wegen Schwierigkeiten in der Schule erhält Frank Wedekind Privatunterricht. Nach dem Abitur 1884 studiert er ein Semester deutsche und französische Literatur in Lausanne, dann auf Wunsch seines Vaters Jura in München. 1886 kommt es zum Bruch mit dem Vater, der ihm wegen schlechter Studienleistungen jegliche finanzielle Unterstützung entzieht. Kurze Zeit arbeitet Wedekind unter anderem als Reklame- und Pressechef der Suppenwürfelfirma Maggi. 1888 stirbt sein Vater. 1891 vollendet er das Stück Frühlings Erwachen. Sein Drama Der Erdgeist erscheint 1895. Ein Jahr später wird Wedekind zum Mitbegründer der Zeitschrift Simplicissimus und veröffentlicht dort pseudonym Beiträge. Er beginnt eine Beziehung mit Frida Strindberg-Uhl, die vorher mit August Strindberg verheiratet war. 1897 wird ihr gemeinsamer Sohn Friedrich geboren. 1898 erfolgt in Leipzig die Uraufführung von Der Erdgeist. Im selben Jahr flieht Frank Wedekind in die Schweiz, weil er nach einer im Simplicissimus erschienenen Satire auf Wilhelm II. in Deutschland wegen Majestätsbeleidigung gesucht wird. 1899 kehrt er nach Deutschland zurück und wird zu einer mehrmonatigen Haftstrafe auf der Festung Königstein verurteilt. 1901 geht aus einer Affäre mit seinem Hausmädchen Hildegard Zellner ein Sohn namens Frank hervor. Von 1902 bis 1908 wirkt Wedekind vor allem als Kabarettist und Schauspieler in seinen eigenen Stücken. 1904 wird Die Büchse der Pandora uraufgeführt. 1906 heiratet Wedekind die Schauspielerin Tilly Newes, mit der er zwei Töchter hat. Im gleichen Jahr findet die Uraufführung von Frühlings Erwachen in Berlin statt. Danach wird Wedekind zu einem der meistgespielten Dramatiker seiner Zeit. Er stirbt am 9. März 1918 in München.


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