Zusammenfassung von Wie viel Bank braucht der Mensch?

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Wie viel Bank braucht der Mensch? Buchzusammenfassung
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Bewertung

9

Qualitäten

  • Innovativ

Rezension

Man stelle sich vor: Menschen laufen mit Goldsäcken beladen einen Berg hoch. Anfangs sind es noch wenige, dann werden es immer mehr. Sie müssen gar einen deftigen Wegzoll in Kauf nehmen. Aufseher argumentieren: Nur wenn möglichst viele mit ihrem Schatz hin- und herlaufen, lässt sich ein vernünftiger Preis dafür bestimmen. Das Gold scheint sich wie von selbst zu vermehren. Plötzlich jedoch kippt die Stimmung. In heilloser Panik rennen die Menschen den Berg hinab, viele bleiben auf der Strecke. Die Aufseher hingegen sammeln das fallen gelassene Gold auf und warten auf die ersten, die sich wieder den Berg hochwagen. Klingt absurd? Ist es auch. Und doch passiert in der globalisierten Finanzwelt seit 30 Jahren nichts wesentlich anderes, wie Thomas Fricke sehr anschaulich erklärt. Raus aus diesem verrückten Bankensystem, fordert Fricke, nachdem er in seinem Buch eine Kosten-Nutzen-Rechnung der Finanzmarktliberalisierung aufgestellt hat. Sein Appell: Die Banker müssen von ihrem hohen Ross gestoßen werden und zu einer Kleinfinanzwelt zurückkehren. Auch wenn Fricke sein Modell etwas zu euphorisch beschreibt, es bleibt schlüssig. getAbstract legt das Buch allen ans Herz, die sich jenseits von billiger Bankenschelte nach einem neuen Finanzsystem sehnen.

Über den Autor

Thomas Fricke ist Journalist und wirtschaftspolitischer Kommentator und war bis 2012 Chefökonom der Financial Times Deutschland. Er leitet das Internetportal Wirtschaftswunder.

 

Zusammenfassung

Die Mär von der stabilisierenden Spekulation

Freie, globalisierte Finanzmärkte sind alternativlos. So lautet das Fazit führender Politiker und Wirtschaftsexperten nach drei Jahrzehnten Finanzmarktderegulierung, die der Welt unzählige Bankenkrisen, Vermögensblasen und Finanzcrashs beschert hat. Und die Milliarden an Fehlinvestitionen, pulverisierten Vermögen und vernichteten Arbeitsplätzen in ihrer Folge? Schuld daran seien einzelne moralisch fragwürdige Finanzmarktakteure, so der Konsens aus den Talkshows. Der sprichwörtliche faule Apfel also. Tatsächlich?

Seit Beginn der Finanzglobalisierung sind zwischen 30 und 70 Prozent der Welt durchgehend in Finanzkrisen verwickelt. Der Handel mit Devisen und Derivaten ist bis 2008 explodiert. In den USA verdoppelte sich der Anteil der Finanzbranche an der Wertschöpfung auf 8 Prozent, und die Gehälter der Bankangestellten lagen am Ende um 70 Prozent über dem nationalen Durchschnitt. Prima, könnte man meinen – wenn diese Aktivitäten einen messbaren volkswirtschaftlichen Mehrwert schaffen und zur Bildung eines vernünftigen Preisniveaus beitragen würden. Nur: Die angeblich heilende kollektive Intelligenz vieler Marktteilnehmer...


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