Zusammenfassung von Moulüe – Supraplanung

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Moulüe – Supraplanung Buchzusammenfassung
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Bewertung

8 Gesamtbewertung

6 Umsetzbarkeit

9 Innovationsgrad

8 Stil


Rezension

Harro von Senger, der schon zu Maos Zeiten im Reich der Mitte lebte, ist seit Jahrzehnten anerkannter Chinaexperte. Er erfasst Zusammenhänge, die durch die westliche Brille betrachtet unsichtbar bleiben. Eine wichtige Rolle beim Aufstieg Chinas vom Entwicklungsland an die Weltspitze spielt der extrem weite, über Generationen reichende Planungshorizont seiner Strategen. Moulüe (Supraplanung) hat das Riesenreich in erstaunlich kurzer Zeit von Hungersnöten zu erheblichem Wohlstand verholfen – und dieser Weg ist noch lange nicht beendet. Dabei kommt der Regierung sehr entgegen, dass sie unangefochten die Fäden der Macht in ihren Händen hält. Sie wird sich hüten, diesen Trumpf ohne Not preiszugeben. Indem der Autor Moulüe erklärt, das offenbar jedem westlichen Ansatz strategischer Planung weit überlegen ist, macht er auch die Politik, das Auftreten und die Ziele der chinesischen Führung verständlich. Für getAbstract ist dieses herausragende Buch Pflichtlektüre für China-Beobachter und für strategische Planer jeglicher Disziplin.

Nach der Lektüre dieser Zusammenfassung wissen Sie:

  • was sich hinter dem Moulüe-Konzept verbirgt,
  • wie langfristig die chinesische Regierung plant und
  • was der Westen von China lernen kann.
 

Über den Autor

Harro von Senger lehrt Sinologie an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau. Er ist Experte für chinesisches Recht, einer der führenden westlichen Chinaforscher und hat unter anderem mehrere Bücher über Strategeme veröffentlicht.

 

Zusammenfassung

China tickt anders

Die Volksrepublik China ist ein sozialistischer, von der Arbeiterklasse geführter Staat. So steht es bereits in der Verfassung von 1982. Die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) sieht sich als Vorhut der Arbeiterklasse. Folgerichtig wurde am 11. März 2018 der noch deutlichere Satz eingefügt: „Die Führung der KPCh ist das wesentlichste Merkmal des Sozialismus mit chinesischen Besonderheiten.“ Dies zementiert die Einparteienherrschaft. Parteinormen stehen in der Normenhierarchie an erster Stelle – erst dahinter folgt das gesetzte Recht. Alles, was die territoriale Integrität des Reiches und die Führung betrifft, wird mit harter Hand durchgesetzt. Mit anderen Belangen, darunter dem Patent- und Markenrecht, wird hingegen großzügiger und durchaus kreativ umgegangen. Die Normen werden also von der Parteiführung vorgegeben. Wie extrem langfristig sie dabei denkt, zeigt beispielhaft das im Jahre 1985 vom damaligen KPCh-Generalsekretär Hu Yaobang formulierte Ziel, dass die VR China bis 2049 „die höchstentwickelten kapitalistischen Länder in ökonomischer Hinsicht eingeholt“ haben will. Dieses Ziel wird wohl bereits 2032 erreicht sein – 1985 mutete es utopisch an. Doch die Parteiführung hat konsequent darauf hingearbeitet. Von ihr beschlossene Ziele sollten keinesfalls auf die leichte Schulter genommen oder als Propaganda abgetan werden.


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