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Über Tyrannei

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Über Tyrannei

Zwanzig Lektionen für den Widerstand

C. H. Beck,

15 Minuten Lesezeit
10 Take-aways
Audio & Text

Was ist drin?

Geschichte wiederholt sich – außer, wir tun etwas dagegen.


Bewertung der Redaktion

8

Qualitäten

  • Innovativ

Rezension

Timothy Snyder schickt Warnungen vor den Donald Trumps dieser Welt über den Atlantik. Er ruft auf zur Gegenwehr. Als Empfänger des Weckrufs hat er den einzelnen Bürger in derzeit (noch) demokratischen Staaten vor Augen. Denn ein passiver Bürger ist nicht nur ein leichtes Opfer, sondern wird auch leicht zum Täter. Das zeigt der Geschichtsprofessor an vielen eindrucksvollen Beispielen aus der Geschichte, vor allem aus Deutschland, Russland und Osteuropa. Seine 20 Lektionen sind jeweils erfreulich knapp formuliert und prägnant beschrieben. Leider muss das Publikum, wohl um die Aktivierungschancen zu erhöhen, sich dabei duzen lassen bis zum Gehtnichtmehr. Stellenweise richtet sich das Buch auch nur an US-Bürger – etwa wenn es dazu aufruft, andere Länder kennenzulernen. Vermutlich ist es auch Präsident Trump geschuldet, dass der Autor das Bild vom bereits undemokratisch gewordenen Staat verwendet, der einem feindlich gegenübertritt. Eine solche Beschreibung entspricht teilweise leider genau dem, was Trump von staatlichen Institutionen in liberalen Demokratien behauptet. getAbstract findet: Geschichte ist topaktuell – und Snyder zieht aus ihr sehr interessante Schlüsse.

Zusammenfassung

Demokratien im Niedergang

In drei Wellen haben sich Demokratien im 20. Jahrhundert rund um den Globus verbreitet: nach dem Ersten Weltkrieg, nach dem Zweiten Weltkrieg und nach dem Zerfall des Ostblocks 1989. Jede dieser Wellen kam irgendwann zum Stillstand und das Pendel schlug zurück. In vielen Ländern beendete die Sehnsucht nach dem starken Mann die Hoffnungen auf Fortschritt, die an den zunehmenden Welthandel geknüpft waren. In Europa verwandelten sich in den 1920er- und 1930er-Jahren immer mehr junge Demokratien in autokratische und faschistische Staaten. In den 1940er-Jahren weitete die Sowjetunion das Modell ihrer Herrschaft auf die Länder Osteuropas aus. Faschistische und kommunistische Führer speisten ihre Kraft aus der Ablehnung der Globalisierung, die sie für Ungleichheiten verantwortlich machten. Die Faschisten pflegten den Mythos, dem Volk endlich eine Stimme zu geben. Die Kommunisten propagierten die Weisheit der Parteielite, die den Weg in die Zukunft kenne.

Dass Demokratie ein Ende findet – das kann in unseren Zeiten und unseren Ländern genauso passieren. Auch wenn die Gründerväter der USA in der Verfassung Regeln einführten, die Tyrannei verhindern...

Über den Autor

Timothy Snyder lehrt als Professor für Osteuropäische Geschichte an der Yale University.


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