Digitalisierung, KI, Fachkräftemangel und allgemeiner Strukturwandel machen vielen Unternehmen zu schaffen. Wie sollen sie reagieren? Was können Unternehmen tun, um auch in Zukunft genügend kompetente Mitarbeitende in ihren Reihen zu haben? Ein Ansatz besteht darin, vorhandenes Personal langfristig umzuschulen und auf die künftigen Herausforderungen vorzubereiten. Up-Skilling und Re-Skilling gehören im vorliegenden Sammelband zu den wichtigsten Stichworten. Die Autorinnen zeigen, warum Unternehmen auf vorhandene Mitarbeitende setzen sollten und wie sie diese für neue Aufgaben qualifizieren.
Fachkräftemangel und Stellenabbau treten derzeit gleichzeitig auf, weil Qualifikationen und die regionale Verteilung der Arbeitskräfte den Anforderungen der offenen Stellen nicht entsprechen.
Zu den großen Herausforderungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt gehört das „Fachkräfteparadox“: Unternehmen bauen einerseits Stellen ab, andererseits können sie viele offene Stellen nicht besetzen. Stellenabbau und Fachkräftemangel treten oft sogar gleichzeitig im selben Betrieb auf. Ein derartiges Passungsproblem, auch „Mismatch“ genannt, ist volkswirtschaftlich gesehen jedoch kein Widerspruch, sondern das Ergebnis struktureller Diskrepanzen: In den beiden Hauptdimensionen Qualifikation und regionaler Bedarf stimmen Angebot und Nachfrage nicht überein.
Ein qualifikatorischer Mismatch liegt vor, wenn für dringend benötigte Berufe, etwa im IT-Bereich, zu wenige passend ausgebildete Bewerbende vorhanden sind. Dieses Passungsproblem wird überbetrieblich durch strukturellen Wandel oder innerbetrieblich durch eine strategische Neuausrichtung ausgelöst. Alte Jobs fallen weg und neue Qualifikationen werden benötigt. Unternehmen können darauf reagieren, indem sie einerseits Kompromisse...
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