Zusammenfassung von Wozu noch Gewerkschaften?

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Wozu noch Gewerkschaften? Buchzusammenfassung
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Bewertung

8

Qualitäten

  • Innovativ

Rezension

Oskar Negt liefert mit seiner Streitschrift eine überzeugende Vision für die Zukunft der Gewerkschaften in unserer Gesellschaft. Aufbauend auf ihrem historisch gewachsenen Auftrag zeigt er wichtige zukünftige Betätigungsfelder der Arbeiterverbände auf. Statt sich weiter nur auf die betriebliche Interessenvertretung zu beschränken, sollten die Gewerkschaften eine bewusste Erweiterung ihres Aufgabenspektrums auch auf den kulturellen und gesamtpolitischen Bereich anstreben. Nur so können Negt zufolge die Gewerkschaften ihren historischen Auftrag unter veränderten Rahmenbedingungen verwirklichen. Damit würden sie auch gleichzeitig ihre Legitimation zurückgewinnen. Negt präsentiert seine Streitschrift in eleganter Sprache und mit starker emotionaler Kraft - wobei das Buch ohne die Anklänge an sozialistisches Sprachgut sicher für viele Leser noch an Glaubwürdigkeit gewinnen könnte. Wer sich daran nicht stört, kann mit dieser packend geschriebenen Abhandlung wichtige Einsichten in gesellschaftliche Zusammenhänge und Visionen für eine für alle lebenswerte Zukunft erhalten. getAbstract.com empfiehlt das Buch allen, die die Gewerkschaften schon auf dem Müllhaufen der Geschichte wähnen, und allen, die wissen wollen, welche Lösungsansätze für die heutigen gesellschaftlichen Probleme aus den Gewerkschaften erwachsen können.

Über den Autor

Oskar Negt, geboren 1934, studierte Rechtswissenschaft, Philosophie und Soziologie, vor allem bei Max Horkheimer und Theodor W. Adorno, und war Assistent von Jürgen Habermas. Seit 1970 hatte der im Jahr 2002 emeritierte Professor den Lehrstuhl für Sozialwissenschaften an der Universität Hannover inne.

 

Zusammenfassung

Wozu noch Gewerkschaften?

Zweifellos befinden sich die Gewerkschaften heute in einer Orientierungskrise: Massenaustritte von Mitgliedern und eine zusehends schwindende gesellschaftliche Akzeptanz scheinen ihren Bestand zu bedrohen. Aber diese Erfahrung ist gleichzeitig auch Ausdruck eines gesamtgesellschaftlichen Phänomens: des Trends zum Rückzug ins Private. Der allerdings trifft nicht nur die Gewerkschaften, sondern auch andere Massenorganisationen wie etwa die Parteien und Kirchen.

Schwindende Loyalität gegenüber den traditionellen Organisationen bedeutet aber keinesfalls, dass die Menschen ihre Hoffnung auf die politische Lösung der Zukunftsprobleme bereits aufgegeben hätten. Sie finden nur zurzeit keine Organisationen, denen sie glaubwürdige Lösungen zutrauen.

Die verselbstständigte Rationalisierung

Mittlerweile haben der technische Fortschritt und die Rationalisierung dazu geführt, dass der arbeitende Mensch zunehmend durch Maschinensysteme ersetzbar - und ersetzt - wurde und er somit seine Existenzgrundlage auch dort verliert, wo punktuell noch Wirtschaftswachstum stattfindet. Gleichzeitig hat sich das Rationalisierungsbestreben krebsartig in alle...


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