Zusammenfassung von Zerbricht der Westen?

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Zerbricht der Westen? Buchzusammenfassung
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Bewertung

8

Qualitäten

  • Umfassend
  • Analytisch
  • Hintergrund

Rezension

Heinrich August Winkler hat der bewegten Geschichte des Westens und Deutschlands langem Weg dorthin sechs dicke Bände gewidmet. Im siebten legt er nun mit der bangen Frage nach: War all das letztlich für die Katz? Die Frage ist berechtigt. Denn wer mit ihm die Ereignisse der drei Jahre zwischen 2014 und 2017 Revue passieren lässt und den Schlamassel mit einem Blick auf die aktuelle Nachrichtenlage krönt, der kann schnell zu der niederschmetternden Erkenntnis gelangen: Schlimmer geht’s nimmer! Doch der Historiker gibt das Projekt des Westens noch nicht verloren. Er appelliert an die Regierungsverantwortlichen, drängende Probleme von der Euro- bis zur Migrationskrise zu lösen, um so den Populisten das Wasser abzugraben. Allerdings betrachtet er die Bruchstellen des Westens einseitig aus deutscher Perspektive. getAbstract findet: Wer an den Wert unserer liberalen und demokratischen Grundordnung glaubt, sollte das Buch lesen. Es ist ein eindringlicher Aufruf, engagiert für diese einzustehen.

Über den Autor

Heinrich August Winkler war bis zu seiner Emeritierung Professor für neueste Geschichte an der Berliner Humboldt-Universität.

 

Zusammenfassung

Das Projekt des Westens

Selten wurden „europäische Werte“ so emphatisch beschworen wie heute. Tatsächlich hat eine einheitliche europäische Wertegemeinschaft aber nie existiert: Wer „europäische Werte“ sagt, meint eigentlich „westliche Werte“. Diese bildeten sich in jenen Teilen Europas heraus, die in vormodernen Zeiten zur Westkirche gehörten. In deren Einflusssphäre entwickelten sich der Dualismus zwischen geistlicher und weltlicher Macht, eine rudimentäre Trennung zwischen ausführender und gesetzgebender Gewalt sowie erste Formen systematischer Rechtsprechung – Vorbedingungen für die Ideen der Aufklärung, die das westliche Europa prägten. Im Einzugsbereich der Ostkirche, von Konstantinopel bis Moskau, waren diese Voraussetzungen nicht gegeben.

Europäische Siedler trugen die aufklärerischen Ideen nach Nordamerika, wo sie in Gestalt der unveräußerlichen Menschenrechte 1776 in die amerikanische Unabhängigkeitserklärung einflossen: Alle Menschen, so die revolutionäre Überzeugung, sind gleich geschaffen und besitzen ein Recht auf Freiheit, Leben und das Streben nach Glück. Schließlich reiste diese Anschauung aus der neuen Welt zurück in die alte, wo der damalige ...


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