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Weihnachtslied
Buch

Weihnachtslied

Eine Gespenstergeschichte

London, 1843
Diese Ausgabe: Diogenes Verlag, 2001 plus...

Literatur­klassiker

  • Kurzprosa
  • Viktorianische Ära

Worum es geht

Gespenster am Weihnachtsabend

Weihnachtslied ist eine der beliebtesten ErzĂ€hlungen von Charles Dickens. Wie in seinen berĂŒhmten Romanen zeigt sich der englische Schriftsteller auch hier als Humorist und Moralist. In der ErzĂ€hlung geht es um die Bekehrung eines alten, hartherzigen Geizhalses zum Menschenfreund und WohltĂ€ter – geradezu eine Wandlung vom Saulus zum Paulus. Ohne Umschweife stellt Dickens den Zynismus zur Schau, den der vermögende Ebenezer Scrooge gegenĂŒber seinen schlechter gestellten Mitmenschen an den Tag legt. Arm und Reich werden scharf kontrastiert. Scheint es anfangs, als hĂ€tte die Geschichte einen TĂ€ter und nicht ein Opfer zum Helden, so gelingt es Dickens bald, die Vorzeichen umzukehren: Vier Geister sorgen dafĂŒr, dass auch der selbstgefĂ€llige und hartherzige Scrooge ein Opfer wird – nĂ€mlich ein Opfer seiner selbst. Aber sogar so ein scheinbar gĂ€nzlich verdorbener Charakter darf Hoffnung auf Heilung haben. Dickens zeigt auf durchaus vergnĂŒgliche Art, dass die Änderung individuellen Verhaltens zum Besseren ebenso notwendig wie möglich ist und dass sich die Gesellschaft dadurch insgesamt zum Besseren wandelt.

Zusammenfassung

Ein Geizhals will nicht Weihnachten feiern

Ebenezer Scrooge ist ein von Geiz und Gier getriebener alter Kaufmann in London. Sein Kompagnon Jacob Marley ist vor sieben Jahren gestorben. Trotzdem hat Scrooge Marleys Namen nicht vom Firmenschild getilgt. Er hat es sich sogar zur Gewohnheit werden lassen, auf beide Namen zu hören. Scrooge wird von seinen Mitmenschen gemieden, denn er hat als einziges Ziel vor Augen, seinen Geldbeutel so gut es eben geht unter Verschluss zu halten. Seine Mitmenschen betrachtet er nur dann wohlwollend, wenn er an ihnen etwas verdienen kann.

Am Heiligen Abend sitzt Scrooge mit seinem Gehilfen Bob Cratchit im Kontor. Draußen ist es kalt und bereits dunkel, obwohl es erst drei Uhr nachmittags ist. Doch der Alte ist zu geizig, um das BĂŒro auch nur mit einer Kerze zu beleuchten. Argwöhnisch achtet er außerdem darauf, dass der vor KĂ€lte zitternde Bob keine zusĂ€tzliche Kohle in den Ofen schĂŒttet. Da kommt Fred, Scrooges Neffe, vorbei. Er will dem Alten rasch frohe Weihnachten wĂŒnschen und ihn zum Weihnachtsessen am nĂ€chsten Tag einladen. Scrooge empfĂ€ngt ihn zwar, doch nur um seine Freundlichkeit brĂŒsk zurĂŒckzuweisen...

Über den Autor

Charles Dickens wird am 7. Februar 1812 in Landport bei Portsmouth als eines von acht Kindern eines Marinezahlmeisters geboren. Weil die Familie ĂŒber ihre VerhĂ€ltnisse lebt und der Vater Schuldscheine nicht einlösen kann, kommt sie in ein SchuldgefĂ€ngnis. Der zwölfjĂ€hrige Charles wird Hilfsarbeiter in einer Fabrik, um selbst seinen Unterhalt bestreiten zu können. Die Erlebnisse der Kinderarbeit traumatisieren den Jungen und prĂ€gen spĂ€ter einen Großteil seines literarischen Werks. Als die Familie aufgrund einer Erbschaft des Vaters wieder freikommt, kann Charles Dickens seine Schulausbildung fortsetzen. Mit 15 Jahren wird er Schreiber in einem AnwaltsbĂŒro. Bald darauf steigt er zum Gerichts- und Parlamentsreporter auf. 1836 heiratet er Catherine Hogarth, die Tochter eines Journalistenkollegen. Als er 1836/37 seine Episodenreihe The Pickwick Papers (Die Pickwickiers) veröffentlicht, erlangt er schnell in ganz England BerĂŒhmtheit. Der nachfolgende Fortsetzungsroman Oliver Twist (1837/38) festigt seine PopularitĂ€t. Er gibt mehrere Zeitschriften heraus und verfasst Kurzgeschichten und Romane. 1849/50 arbeitet Dickens an David Copperfield, einem Werk, das stark autobiografische ZĂŒge trĂ€gt. Nach 1852 erscheinen seine großen SpĂ€tromane Bleak House (Bleakhaus), Hard Times (Schwere Zeiten) und Great Expectations (Große Erwartungen). 1858 trennt sich Dickens von seiner Frau, mit der er inzwischen zehn Kinder hat. Gegen Ende seines Lebens unternimmt er ausgedehnte Lesereisen in Europa und Amerika. Weil sich seine Gesundheit zunehmend verschlechtert, erwirbt er 1868 den Landsitz Gad’s Hill Place bei Rochester. Am 9. Juni 1870 stirbt er dort an einem Schlaganfall. Als Schriftsteller von nationaler Bedeutung wird er in der Dichterecke der Westminster Abbey beigesetzt.


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