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Digitaler Kolonialismus

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Digitaler Kolonialismus

Wie Tech-Konzerne und Großmächte die Welt unter sich aufteilen

C. H. Beck,

15 min. de leitura
7 Ideias Fundamentais
Áudio & Texto

Sobre o que é?

Die digitale Revolution folgt kolonialen Mustern – nur mit neuen Mitteln.


Bewertung der Redaktion

9

Qualitäten

  • Augenöffner
  • Meinungsstark
  • Brisant

Rezension

Seit Jahrzehnten wird uns die Digitalisierung als reine Fortschrittsgeschichte erzählt – als Abfolge genialer Erfindungen, sauberer Technologien und stetiger Erleichterungen. Das ist jedoch nur die eine Seite der Medaille. Ausgeblendet wird, wer diesen Fortschritt ermöglicht und welche Kosten er anderswo verursacht. Die Autoren beschreiben eine Welt, in der Kaufkraft, private Vorsorge und bequeme Lebensumstände im globalen Norden auf der Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Süden beruhen. Wer davor nicht länger die Augen verschließen will, findet hier eine notwendige, ernüchternde Lektüre.

Zusammenfassung

Der digitale Fortschritt basiert auf der Ausbeutung von Millionen Arbeitskräften im globalen Süden.

„The Soul of AI“ lautet der Slogan, mit dem das Outsourcing-Unternehmen Sama wirbt. Das Unternehmen betreibt für Google, Microsoft und OpenAI Niederlassungen in Kenia, Uganda, Indien und Costa Rica. Tausende Mitarbeitende klassifizieren und annotieren dort Inhalte, das heißt, sie versehen Texte, Bilder und Videos manuell mit Labels und Metadaten. Damit Social Media-Plattformen und KI-Modelle möglichst „sauber“ bleiben, labeln diese Menschen im Akkord Schilderungen und Darstellungen von Vergewaltigungen, Hinrichtungen und Kindesmissbrauch, von Folter und Selbstverletzungen. Der Lohn für diese traumatisierende Arbeit beträgt oft weniger als 2 Dollar pro Stunde. Die Rede von der „Seele der KI“ wirkt für viele Beschäftigte zynisch.

Als Alternative zu Outsourcing-Firmen gewinnen Microwork-Plattformen an Bedeutung. KI-Tagelöhner aus aller Welt konkurrieren hier um Aufträge, die sie von ihrem heimischen Computer aus erledigen können. In Kenia bleibt dabei nach Abzug aller unbezahlten Tätigkeiten ein Stundenlohn von 89 Euro-Cent übrig. Laut...

Über die Autoren

Sven Hilbig ist Jurist und Experte für Digitalisierung und Handelspolitik bei dem Hilfswerk „Brot für die Welt“. Ingo Dachwitz arbeitet als Investigativjournalist für netzpolitik.org.


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