Zusammenfassung von Wilhelm Tell

Schauspiel

Tübingen 1804
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Wilhelm Tell Buchzusammenfassung
Fast so populär wie das Schweizer Offiziersmesser: Schillers Dramatisierung des schweizerischen Gründungsmythos.

Rezension

Apfelschuss und Rütlischwur

In Wilhelm Tell, seinem letzten Drama, verarbeitet Schiller den Gründungsmythos der Schweiz und verknüpft diesen mit der sagenumwobenen Figur des Meisterschützen. Schiller geht allerdings mit seinen Quellen recht frei um und projiziert munter gesellschaftliche Zustände seiner eigenen Zeit in die Handlung um 1300 hinein. Das Stück spielt auf zwei Ebenen: Die erste ist die öffentlich-politische, es geht um die Erhebung der Schweizer gegen die Fremdherrschaft der Habsburger, die im Treueschwur auf dem Rütli und dem bewaffneten Volksaufstand ihre beiden Höhepunkte findet. Auf der zweiten Ebene geht es um das private Schicksal des Wilhelm Tell, eines Eigenbrötlers, der sich zwar für die Gemeinschaft einsetzt, wo er kann, aber am liebsten ungestört leben würde. Doch: "Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt", wie es im Drama heißt - nur eine der zahlreichen Sentenzen im Stück, die zu geflügelten Worten geworden sind. Der böse Nachbar ist in diesem Fall der Landvogt Gessler, der Tell zu dem berühmten Apfelschuss vom Haupt des eigenen Sohnes drängt. Der Meisterschütze trifft - und trifft wenig später auch Gessler tödlich. Die terroristische Tat löst den lange verzögerten Volksaufstand aus, privates und öffentliches Anliegen verschmelzen, die Schweizer werden frei und schaffen auch gleich alle Standesunterschiede ab.

Zusammenfassung

Gestörte Idylle
Der Schauplatz: das hohe Felsenufer des Vierwaldstätter Sees, saftige Wiesen, mächtige Berge, die harmonischen Klänge der Kuhglocken. Da verdüstert sich der Himmel - Jäger, Fischer und Hirten rechnen jeden Augenblick mit einem Gewitter. Plötzlich erscheint der abgehetzte...
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Über den Autor

Friedrich Schiller wird am 10. November 1759 in Marbach am Neckar als Sohn eines Offiziers geboren. Auf Befehl des württembergischen Landesherrn Karl Eugen wird er in dessen Eliteschule in Stuttgart aufgenommen. Schiller behagt der militärische Drill in diesem Internat überhaupt nicht, wenngleich die Lehrkräfte und die Ausbildung hervorragend sind. Er studiert zunächst Jura und dann Medizin. Viel stärker lockt den jungen Mann aber die Schriftstellerei. Mehr oder weniger heimlich schreibt er sein erstes Drama Die Räuber, das 1782 in Mannheim uraufgeführt wird. Als er gegen den Willen Karl Eugens die Landesgrenzen überschreitet, wird er mit Haft und Schreibverbot bestraft. Schiller entzieht sich dem Zwang durch neuerliche Flucht und setzt seine schriftstellerische Arbeit fort. Die frühen Dramen erscheinen: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua (1783) und Kabale und Liebe (1784). Unter ständiger Geldnot leidend, zieht er 1785 zu seinem Freund und Gönner Christian Gottfried Körner nach Sachsen, wo er u. a. die durch Beethovens Vertonung bekannt gewordene Ode An die Freude sowie den Dom Karlos (1787) schreibt. Aufgrund seiner viel beachteten Studie Geschichte des Abfalls der Vereinigten Niederlande schlägt Goethe ihn 1788 für den Lehrstuhl für Geschichte in Jena vor. Hier verfasst Schiller seine ästhetischen und historischen Schriften und heiratet 1790 Charlotte von Lengefeld. Nach seinem Umzug nach Weimar im Jahr 1799 schließt Schiller Freundschaft mit Goethe. Daraus ergibt sich eine der fruchtbarsten Dichterbekanntschaften aller Zeiten: In der Nähe Goethes beendet Schiller sein erstes klassisches Geschichtsdrama, die Wallenstein-Trilogie. Es folgen Maria Stuart und Die Jungfrau von Orleans (beide 1801), Die Braut von Messina (1803) und Wilhelm Tell (1804), aber auch ein umfangreiches lyrisches Werk. 1802 erhält er den Adelstitel. Seine schlechte körperliche Konstitution zwingt ihn immer wieder aufs Krankenlager. Am 9. Mai 1805 stirbt Schiller in Weimar.


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