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Humble Inquiry
Buch

Humble Inquiry

Vorurteilslos Fragen als Methode effektiver Kommunikation

EHP, 2016 more...

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Bewertung der Redaktion

9

QualitÀten

  • Umsetzbar

Rezension

Als MitbegrĂŒnder der Organisationspsychologie ist Edgar H. Schein vor allem durch seine Menschenbildtypologien bekannt geworden. Seine humanistische Sicht steht in deutlichem Kontrast zur hemdsĂ€rmeligen FĂŒhrungskultur US-amerikanischer PrĂ€gung mit ihrem Primat des Handelns und ihrem rĂŒcksichtslosen Konkurrenzdenken. Beides ist in Scheins Augen in einer Welt gegenseitiger AbhĂ€ngigkeiten nicht nur unzeitgemĂ€ĂŸ, sondern sogar gefĂ€hrlich. StatusdĂŒnkel und Rollendenken verhindern eine offene Kommunikation ĂŒber hierarchische und kulturelle Grenzen hinweg, die fĂŒr gute und sichere Produkte und AblĂ€ufe unverzichtbar ist. Im lauten Gepoltere der Managementratgeber ist dies eine leise, weise Stimme, der man viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer Ideen wĂŒnscht. Vorgesetzte, die sich ihrer AbhĂ€ngigkeit von den Untergebenen bewusst sind und sie dementsprechend fair behandeln; FĂŒhrungskrĂ€fte, die fragen und zuhören, statt zu belehren; Chefs, die fĂŒr gute Kommunikation im Unternehmen sorgen – eine Portion Utopie ist wohl dabei. Immerhin liegt es an jedem selbst, Humble Inquiry im eigenen Umfeld zu verwirklichen. getAbstract empfiehlt dieses lesenswerte Buch daher allen FĂŒhrungskrĂ€ften, allen Verantwortlichen in Unternehmen und Organisationen sowie allen Studenten der Betriebswirtschaft.

Zusammenfassung

Fragen stellen

Warum geschehen verheerende Katastrophen wie die UnglĂŒcke der Nasa-RaumfĂ€hren Challenger und Columbia, die Ölpest im Golf von Mexiko, FlugzeugabstĂŒrze, UnfĂ€lle in der Chemieindustrie oder in Atomkraftwerken? Weil FĂŒhrungskrĂ€fte nicht auf ihre Untergebenen hören. Diese haben zwar das Wissen um gravierende Probleme, aber ihr Wissen ist nicht gefragt. Denn die FĂŒhrungskultur verlangt, dass Ranghöhere mehr wissen als die Vertreter niederer RĂ€nge. Selbst wenn die Untergebenen ihren Vorgesetzten die Nachrichten von sich aus ĂŒberbringen – der Input ist unerwĂŒnscht. Also behalten die Untergebenen ihr Wissen fĂŒr sich. Aus demselben Grund geschehen auch viele vermeidbare Ă€rztliche Kunstfehler. PflegekrĂ€fte und Operationsgehilfen sehen zwar, was geschieht, aber wenn sie fĂŒr ihre Hinweise vom Arzt angeschrien werden, halten sie beim nĂ€chsten Mal lieber den Mund. Gute Beziehungen und offene Kommunikation ĂŒber mehrere hierarchische Ebenen sind Mangelware. Eigenes Wissen wird mitgeteilt, aber das Wissen anderer nicht erfragt. Es fehlt an guter Kommunikation nach oben.

Demut im Hier und Jetzt

Humble Inquiry wird ĂŒbersetzt mit „vorurteilsloses Fragen“ oder „unvoreingenommenes...

Über den Autor

Edgar H. Schein ist MitbegrĂŒnder der Organisationspsychologie und -entwicklung. Er hat an der Sloan School of Management am MIT gelehrt, ist nach seiner Emeritierung noch immer dort tĂ€tig und berĂ€t weltweit Konzerne, Regierungen und FĂŒhrungskrĂ€fte.


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