Zusammenfassung von Der gute Gott von Manhattan

München 1958
Diese Ausgabe: Piper, Mehr

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Der gute Gott von Manhattan Buchzusammenfassung
Ingeborg Bachmanns berühmtes Hörspiel über eine unmögliche Liebe.

Rezension

Eine Liebe gegen die Ordnung

Wenn es nach dem guten Gott von Manhattan geht, gibt es zwei Arten von Liebe: eine gesellschaftlich genormte, ruhige Form der Kameradschaft und eine ungesunde, alles verzehrende, romantische Liebe, die schon unzählige Liebende dahingerafft hat, darunter berühmte Figuren wie Romeo und Julia. Deshalb sieht er es als seine Aufgabe an, die von romantischer Liebe Befallenen kurzerhand in die Luft zu sprengen. Ingeborg Bachmann spielt in ihrem Hörspiel mit literarischen Bezügen und stellt die dramatischste Form der romantischen Liebe in ein manchmal ironisches, manchmal melancholisches Licht. Sollen wir vermeiden, uns so sehr zu verlieben, dass wir uns selbst vergessen? Oder ist dies vielleicht die einzig erstrebenswerte Form der Liebe? Wie wird Jan, der Überlebende, das Erlebte rückblickend bewerten? Wird der gute Gott wegen Mordes belangt? All diese Fragen bleiben offen. Diese Zwiespältigkeit, die auch Ingeborg Bachmanns Leben wie ein roter Faden durchzog, macht den Reiz des Hörspiels und seine ungebrochene Faszination aus. Fragen zu den gesellschaftskritischen Implikationen und der ästhetischen Gestaltung des Hörspiels werden noch heute rege diskutiert. In geschriebener und gespielter Form zählt Der gute Gott von Manhattan zu den eindrucksvollsten Stücken deutscher Literatur im 20. Jahrhundert.

Zusammenfassung

Die Gerichtsverhandlung
In einem Gerichtssaal im sommerlich überhitzten New York wird ein Angeklagter vor den Richter geführt. Der Richter erfragt die Daten des Mannes, der wegen Mordes angeklagt ist. Er soll die 23-jährige Politikstudentin Jennifer mit einer Bombe umgebracht...
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Über die Autorin

Ingeborg Bachmann kommt am 22. Juni 1926 in Klagenfurt zur Welt. Den Einmarsch von Hitlers Truppen erlebt sie als Elfjährige. Die Todesangst bewirkt einen tiefen Einschnitt in ihre Kindheit und wird ihr gesamtes Leben und Werk beeinflussen. Mit dem Schreiben beginnt sie nach eigener Aussage „in einem Alter, in dem man Grimms Märchen liest“. Nach dem Krieg studiert sie in Wien Philosophie, Psychologie und Germanistik. Ab 1950 arbeitet Bachmann als Redakteurin beim Österreichischen Rundfunk. Sie publiziert erste Gedichte. 1952 verliebt sie sich in den gleichaltrigen Komponisten Hans Werner Henze, für den sie verschiedene Opernlibretti schreibt (unter anderem Der Prinz von Homburg und Der junge Lord). 1953 erhält sie für ihre Lyrik den Preis der Gruppe 47 und wird auf einen Schlag berühmt. Ihre bekanntesten Gedichtbände sind Die gestundete Zeit (1953) und Anrufung des Großen Bären (1956). Bachmann geht als freie Schriftstellerin nach Italien und lebt abwechselnd in Zürich und Rom. Zwischen 1958 und 1963 unterhält sie eine turbulente Liebesbeziehung mit Max Frisch, die schließlich an der verletzten Eitelkeit des Schriftstellers und an der radikalen Unbedingtheit von Bachmanns Liebe scheitert. In den 1960er-Jahren wendet sich die einstige Lyrikerin und Hörspielautorin ganz der Prosa zu. Sie wird mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Georg-Büchner-Preis 1964 und dem Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur 1968. Drei Jahre später erscheint Malina, der erste Teil einer geplanten Romantrilogie, deren weitere Teile, die nur als Fragmente erhalten sind, Der Fall Franza (postum veröffentlicht 1976) und Requiem für Fanny Goldmann (1979) heißen. In der Nacht vom 25. auf den 26. September 1973 nimmt die Schriftstellerin Schlafmittel und legt sich ins Bett, das von einer brennenden Zigarette in Brand gesteckt wird. Bachmann stirbt am 17. Oktober an den schweren Verbrennungen. Der seit 1977 in Klagenfurt in einer mehrtägigen Live-Veranstaltung verliehene Ingeborg-Bachmann-Preis zählt zu den bedeutendsten Literaturpreisen im deutschsprachigen Raum.


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