Zusammenfassung von Historisches und kritisches Wörterbuch

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Historisches und kritisches Wörterbuch Buchzusammenfassung
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Rezension

Fragen über Fragen

Bayles Historisches und kritisches Wörterbuch hat mit heutigen Wörterbüchern fast nichts gemein. Die Eintragungen beginnen mit einem kurzen Abriss der Lebensgeschichte berühmter historischer Figuren, konzentrieren sich dann aber auf Aspekte, die manchmal nur nebenbei mit der jeweiligen Person zu tun haben. Bayles erstes Prinzip bei der Diskussion von Theorien und Überlieferungen ist das der Fairness: Menschen sollten nach ihren Taten bewertet und nicht aufgrund ihrer Meinungen verdammt werden. Diese grundlegende Haltung führt, einmal angewendet, zu erstaunlichen Erkenntnissen: Man kann Atheist sein und trotzdem ein vorbildliches Leben führen, auch gibt es die eine oder andere extrem überzeugende ketzerische Theorie, und die vermeintliche Überlegenheit des christlichen Glaubens lässt sich recht schnell ins Wanken bringen. Auch wenn Bayle nach solchen Äußerungen schnell und unermüdlich versichert, dass der christliche Glaube natürlich der einzig wahre sei, ist der Samen eines skeptisch-humanistischen Weltbilds längst gesät. Es gibt gute Gründe, warum das Wörterbuch nicht als Nachschlagewerk, sondern als philosophischer Klassiker in die Geschichte einging: Bayle liefert keine Antworten, sondern lehrt die Leser, Fragen zu stellen.

Über den Autor

Pierre Bayle wird am 18. November 1647 im heutigen Carla-Bayle in den Pyrenäen geboren. Der Sohn eines hugenottischen Predigers studiert in Puylaurens und Toulouse. 1669 tritt er zum katholischen Glauben über. Nach 18 Monaten bereut er die Entscheidung und flieht als Renegat ins protestantische Genf. Er verdient seinen Lebensunterhalt als Hauslehrer und vertieft sich in die Schriften seiner Zeitgenossen, unter anderem in die von René Descartes. Ab 1675 lehrt er Philosophie an der Akademie Sedan in Lothringen. Als Frankreichs Einfluss in Lothringen zunimmt, geht er nach Rotterdam und nimmt eine Stelle am städtischen Gymnasium an. In seinen ersten Werken, die 1682 und 1683 erscheinen, setzt er sich mit dem Glauben an Kometen auseinander. Schon hier entwickelt er die Idee, dass Atheisten durchaus ethische Grundsätze haben können. 1684 bis 1687 gibt er die Zeitschrift Nouvelles de la République des Lettres heraus. 1685 fliehen 200 000 Protestanten aus Frankreich, wo sie nach Aufhebung des Toleranzediktes nicht länger geschützt sind. Im selben Jahr wird Bayles Bruder Jacob inhaftiert und stirbt Monate später im Gefängnis in Bordeaux. Bayle fordert daraufhin umso nachdrücklicher die Trennung von Kirche und Staat und plädiert für Gewissens- und Religionsfreiheit. Das bringt ihm nicht nur den Unwillen der Katholiken, sondern auch den der Protestanten ein. Bayle verliert seine Stelle und konzentriert sich auf sein Mammutwerk, das Historische und kritische Wörterbuch (Dictionnaire historique et critique, 1697). Die letzten Jahre seines Lebens verbringt er damit, auf Einwände gegen das Werk zu reagieren. Bayle gilt heute als einer der wichtigsten Denker der französischen Aufklärung. Er stirbt am 28. Dezember 1706 in Rotterdam.

 

Zusammenfassung

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