Rezension von Postfaktisch

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Postfaktisch Buchzusammenfassung
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Bewertung 

9 Gesamtbewertung

10 Wichtigkeit

8 Innovationsgrad

9 Stil

Rezension

Vincent F. Hendricks und Mads Vestergaard geben sich zu Beginn ihres Buches bescheiden: Es gehe ihnen nicht darum, das Ergebnis der letzten Präsidentschaftswahlen in den USA erschöpfend zu erklären. Und obwohl sich die Autoren dann auch keineswegs nur mit Donald Trump und den USA beschäftigen, hat man am Ende doch das Gefühl, sehr viel Wesentliches darüber begriffen zu haben. Überzeugend, präzise und dazu unterhaltsam legen Hendricks und Vestergaard dar, welche gesellschaftlichen, technologischen und psychologischen Bedingungen einem notorischen Lügner und Populisten wie Trump einen solchen Aufwind verschaffen konnten. Der inflationär gebrauchte Begriff des „Postfaktischen“ bekommt in diesem Buch seinen kritischen Gehalt wieder – allein dafür gebührt den beiden Autoren höchster Respekt. Ein hochaktuelles und wichtiges Buch für alle, die auf dem Unterschied zwischen Wahr und Falsch bestehen wollen.

Über die Autoren

Vincent F. Hendricks ist Professor für formale Philosophie sowie Direktor des Center for Information and Bubble Studies an der Universität Kopenhagen. Mads Vestergaard ist Doktorand und Gründer der Nihilistischen Volkspartei, eines dänischen Kunst- und Satireprojekts.

 

Dies sind die wichtigsten Lektionen und Einsichten des Buches:

1. Fehlinformationen sind eine globale Herausforderung, die es schleunigst zu bewältigen gilt.

Neben Klimawandel, wachsender ökonomischer Ungleichheit und Terrorismus stellt spätestens seit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten die Verbreitung und Instrumentalisierung von Fehlinformationen ein globales Problem dar, so die Autoren. Doch dass die jeweiligen Täter und Profiteure benannt und zur Rechenschaft gezogen werden, löst das Problem nicht. Hendricks und Vestergaard erklären, dass Fehlinformationen unter ganz bestimmten strukturellen Bedingungen aufblühen, die wir zuerst begreifen müssen, um ihre schädlichen Wirkungen eindämmen zu können. Sie sehen dies als notwendige Maßnahme, um den Fortbestand demokratischer Gesellschaften zu sichern. Mit einem geschärften Blick auf die Verbreitung von Fehlinformationen im digitalen Zeitalter wollen sie verhindern, dass faktisches Wissen als Grundlage politischer Meinungsbildung und Gesetzgebung entwertet wird und Gesellschaften damit die überlebenswichtige Fähigkeit verlieren, reale Probleme zu benennen und zu lösen.

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