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Und wenn wir einfach die Sonne verdunkeln?

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Und wenn wir einfach die Sonne verdunkeln?

Das riskante Spiel, mit Geoengineering die Klimakrise aufhalten zu wollen

oekom,

15 Minuten Lesezeit
6 Take-aways
Audio & Text

Was ist drin?

Zwischen Hoffnung und Hybris – Chancen und Gefahren der Klimamanipulation.


Bewertung der Redaktion

6

QualitÀten

  • Wissenschaftsbasiert
  • Überblick
  • Hintergrund

Rezension

Auch wenn sie die News nicht mehr dominiert: Die Klimakrise verschĂ€rft sich auf dramatische Art. Was lange nach Science-Fiction klang, wird deshalb zu einer viel diskutierten Option: das Ausbringen von Aerosolen in die StratosphĂ€re, um Sonnenlicht abzudimmen. TatsĂ€chlich könnte solares Geoengineering dieser Art sowohl effizient als auch kostengĂŒnstig sein. Kritische Stimmen mahnen jedoch, dass die Risiken fĂŒr Umwelt und Gesundheit unabsehbar wĂ€ren. Was ist vernĂŒnftiger, Eingriff oder ZurĂŒckhaltung? Der Klimaforscher Gernot Wagner beleuchtet Chancen und Gefahren. Wo er selbst in dieser Diskussion steht, wird nicht immer klar, und seine Gedanken dĂŒrften gern geordneter daherkommen. Aber zweifellos wirft er auf fachkundige Weise Fragen auf, die wir dringend beantworten mĂŒssen.

Zusammenfassung

Geoengineering bringt Risiken mit sich und kann davon ablenken, Emissionen zu reduzieren.

Bereits Mitte der 1970er-Jahre tauchte der Begriff Geoengineering erstmals auf. Der Geochemiker Wally Broecker, der schon damals ĂŒber das PhĂ€nomen der „globalen ErwĂ€rmung“ schrieb, sprach sich gegenĂŒber einem wissenschaftlichen Symposium dafĂŒr aus, mittels Geoengineering die ErwĂ€rmung der Erde um einige Grad zu vermindern. Wie viele andere Fachleute befĂŒrchtete er allerdings, dass eine Diskussion ĂŒber eine solche Maßnahme davon ablenken wĂŒrde, sich mit der Reduktion von CO2-Emissionen zu befassen. Diese Gefahr gilt bis heute als â€žmoral hazard“, als moralisches Risiko.

Die Forschungsgemeinschaft einigte sich zunĂ€chst darauf, die Idee des solaren Geoengineerings nicht weiter zu erforschen. Dabei gab es sogar schon vor Wally Broecker, nĂ€mlich Mitte der 1960er-Jahre, im Umfeld des damaligen US-PrĂ€sidenten Lyndon B. Johnson Überlegungen, MeeresflĂ€chen aufzuhellen, um das Licht der Sonne zu reflektieren. 1974 schlug ein russischer Forscher erstmals vor, reflektierende Aerosole in die ErdatmosphĂ€re einzubringen, um das Sonnenlicht zu...

Über den Autor

Gernot Wagner ist Klimaökonom an der Columbia Business School. Zuvor hat er das erste Forschungsprogramm zu solarem Geoengineering an der Harvard University aufgebaut. Wagner schreibt regelmĂ€ĂŸig fĂŒr Zeitungen wie die New York Times, das Wall Street Journal, die Washington Post und The Atlantic.


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