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Die 12 neuen Gesetze der Führung
Buch

Die 12 neuen Gesetze der FĂŒhrung

Der Kodex: Warum Management verzichtbar ist

Campus, 2009 plus...

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Bewertung der Redaktion

9

QualitÀten

  • Innovativ

Rezension

Wendelin Wiedeking, Thomas Middelhoff, Rick Wagoner – die Liste gescheiterter Alpha-MĂ€nnchen unter den Topmanagern ist lang. Niels PflĂ€ging wird in seinem Manifest gegen unzeitgemĂ€ĂŸe FĂŒhrung nicht mĂŒde, deren Kardinalfehler zu geißeln: SelbstĂŒberschĂ€tzung, Marktblindheit und die Tendenz, Unternehmen wie einen Zoo zu managen. Mit Mitarbeitern, die es sich in Komfortzonen gemĂŒtlich machen und sich nur dann regen, wenn man ihnen eine Karotte vor die Nase hĂ€lt. Der Autor fordert nicht weniger als die freiwillige Abschaffung der ZoowĂ€rterkaste. Sie sollen ihre Mitarbeiter in die Freiheit (sprich: Verantwortung) entlassen, damit diese dort nach Futter suchen, wo es am meisten davon gibt: am Markt. PflĂ€ging hat ein ĂŒberaus positives Menschenbild, das ist löblich. Nur scheint er manchmal zu vergessen, dass nicht in jedem Menschen ein Tiger oder Adler steckt. Es gibt auch die Jungwölfe auf der Suche nach einem Leitwolf, oder die Arbeitsbienen, die sich nach geordneten Strukturen sehnen. getAbstract empfiehlt das Buch allen Unternehmern und FĂŒhrungskrĂ€ften, die nicht nur an Symptomen herumdoktern, sondern das ganze System revolutionieren möchten.

Zusammenfassung

Alpha- oder Beta-Unternehmen?

In seinem Managementklassiker The Human Side of Enterprise skizzierte Douglas McGregor 1960 zwei Menschenbilder: Der Mensch ist demnach entweder dumm, faul und egoistisch oder von Natur aus motiviert, lernbegierig und kreativ. Beide Auffassungen verlangen radikal unterschiedliche ArbeitsverhĂ€ltnisse. Die erste nennen wir Alpha-Wirtschaft. Es ist die Ära des Managements, die gerade zu Ende geht. Die zweite ist die Beta-Wirtschaft, in der das Management abgeschafft ist.

Die Zahl der Beta-Unternehmen wĂ€chst unaufhörlich. Sie sind nah am Kunden und am Markt, weil sie alles ablegen, was die natĂŒrliche Entwicklung der Mitarbeiter hemmt: Planungswut und Privilegien, Abteilungen, Zielvereinbarungen, Kontrollen und Boni. Eine sĂŒdamerikanische Verpackungsfirma etwa wagte diesen Schritt, weil nach dem alten System nichts mehr funktionierte: Es gab hohe Fehlerraten, massenhaft Überstunden und regelmĂ€ĂŸiges Chaos, wenn Bestellungen kurzfristig geĂ€ndert wurden. Dann wurde kurzerhand die Produktionsplanung abgeschafft. Kundenorders hingen von nun an in der Produktionshalle. Und plötzlich lief alles wie am SchnĂŒrchen.

Verantwortung in Zellen...

Über den Autor

Niels PflĂ€ging ist Managementberater mit Schwerpunkt auf Beyond Budgeting. Zuvor war er als Controller in Argentinien und Brasilien tĂ€tig. Er ist Autor der BĂŒcher Beyond Budgeting, Better Budgeting und FĂŒhren mit flexiblen Zielen. FĂŒr Letzteres erhielt er den getAbstract International Book Award 2006.


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    M. M. vor 8 Jahren
    Tönt alles schön und gut, ist aber so nicht umsetzbar. Budgets abschaffen und den Mitarbeitern die Macht über Finanzen der Unternehmen zu überlassen, kann so nicht funktionieren. Erstaunlich, dass ein Kontroller zu solchen Ansätzen kommt. Changemanagement abschaffen u. vergessen!? Wie soll das bitte gehen? Changemanagement ist überall und wird's immer geben, denn heute ist die Wirtschaft schnelllebend denn je zuvor. Changemanagement beschäftigt sich mit Veränderungen der Wirtschaft und deren zeitgemässen Optimierungen in den Unternehmen, damit letztere am Markt bestehen und überleben können. Changemanagement Berater werden in Zukunft immer wichtiger. Daher sehr gewagte Thesen des Autors. Kommentar geschrieben am 13.11.2017
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    J. S. vor 2 Jahrzehnten
    eine tolle und nützliche Zusammenfassung. Genau dieses Thema wird oft leider viel zu wenig diskutiert und vor allem auch gelebt. Aufwändige Studien werden gestartet und enden ohne Ergebnis. Online Unternehmen funktionieren teilweise genauso. Google ist ein ideales Beispiel wie man erfolgreich sein kann, wenn man Mitarbeiter als Kapital sieht und diese "Hättschelt und Tättschelt" aber nicht "verhättschelt". Ich bin gespannt ob wir uns in diese Zellen hin entwickeln und welchen Impact es haben wird. Auf jeden Fall ist dies ein hervorragender Ansatz.
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      vor 1 Jahrzehnt
      Dazu kann ich nur eins sagen: we'we got to "walk the talk".