Zusammenfassung von Die allertraurigste Geschichte

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Die allertraurigste Geschichte  Buchzusammenfassung
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Rezension

Ein Geheimtipp der literarischen Moderne

Wenn es um die literarische Moderne in Großbritannien geht, stehen üblicherweise Ezra Pound, T. S. Eliot und James Joyce im Rampenlicht. Doch eigentlich hat Ford Madox Ford einen Platz neben ihnen verdient. Als umtriebiger Verleger und Kritiker stand er in persönlichem Kontakt mit so gut wie allen wichtigen Schriftstellern seiner Zeit. Gemeinsam mit seinem Freund Joseph Conrad schrieb er drei Romane. Doch Ford war nicht nur vorzüglicher Kenner, sondern auch Könner: An seinem 40. Geburtstag begann er mit der Arbeit an Die allertraurigste Geschichte, mit der er sein schriftstellerisches Können unter Beweis stellen wollte. Welcher Buchtitel wäre besser geeignet, die Krisen- und Verfallsstimmung der Moderne auf den Punkt zu bringen? Meisterhaft setzt Ford den Erzähltyp des unzuverlässigen Erzählers um, führt subtile Widersprüche und Unklarheiten ein und lässt den Leser am Ende der packenden Geschichte mit vielen offenen Fragen zurück. Ein Buch, bei dem sich nicht nur die Lektüre, sondern auch die wiederholte Lektüre lohnt.

Über den Autor

Ford Madox Ford wird als Ford Hermann Hueffer am 17. Dezember 1873 im englischen Merton geboren. Sein Vater stammt aus Deutschland, seine Mutter ist Engländerin. Ford studiert in London und konvertiert 1891 zum Katholizismus. 1894 heiratet er Elsie Martindale. Ihre Ehe wird durch Fords Affären mit Künstlerinnen wie Violet Hunt, Jean Rhys oder Stella Bowen getrübt. Zwischen 1906 und 1908 veröffentlicht er The Fifth Queen, eine Trilogie historischer Romane über Catherine Howard, die fünfte Frau von Heinrich VIII. Seinen Zeitgenossen wird Ford aber hauptsächlich als Literaturkritiker und Verleger bekannt. 1908 gründet er die Zeitschrift English Review und 1924 in Paris die Transatlantic Review. Diese Arbeit bringt ihn in engen Austausch mit literarischen Größen wie Gertrude Stein, Ernest Hemingway oder Henry James. Gemeinsam mit seinem Freund Joseph Conrad schreibt er drei Romane. Sein Roman The Good Soldier (Die allertraurigste Geschichte) von 1915 gilt heute als Meisterwerk der Literatur der englischen Moderne. Von 1915 bis 1917 nimmt er für die Royal Army am Ersten Weltkrieg teil und schreibt zwei Propagandabücher für das War Propaganda Bureau. Seine Kriegserfahrungen verarbeitet er in zahlreichen Gedichten, die heute zu den Höhepunkten der britischen Kriegsdichtung gezählt werden, sowie in dem vierbändigen Romanwerk Parades End (Das Ende der Paraden), das zwischen 1924 und 1928 veröffentlicht wird. 1933 erscheint seine Autobiografie It Was the Nightingale. Die letzten Jahre seines Lebens lebt er in einer Beziehung mit der Malerin Janice Biala in der französischen Provence. Am 26. Juni 1939 stirbt Ford in Deauville, Frankreich.

 

Zusammenfassung

Eine Freundschaft zu viert

Im deutschen Kurort Bad Nauheim treffen im Spätsommer 1904 zwei Ehepaare aufeinander: das amerikanische Pärchen John und Florence Dowell und die Engländer Edward und Leonora Ashburnham. Die Dowells sind gut betucht. Sie leben seit Jahren in Paris und bereisen Europa. Den Sommer verbringen sie meist in Bad Nauheim, weil Florence seit ihrer Überfahrt nach Europa ein schwaches Herz hat. Sie ist lebenslustig und redselig, muss aber auf ärztlichen Rat jegliche Aufregung vermeiden, um ihr Herz zu schonen – das ist die Aufgabe ihres sie behütenden, treuherzigen Mannes. Die Ashburnhams sind noble Engländer. Edward, ein vollendeter Gentleman, vorbildlicher Offizier und angesehener Friedensrichter, ist ebenfalls herzkrank. Zwischen den beiden Paaren entwickelt sich eine enge und ungetrübte Freundschaft. Neun Jahre später steht John Dowell vor den Trümmern dieser friedlichen Zeit. Immer wieder erinnert er sich an bessere Tage:

Als er den adligen Edward und dessen belesene Gattin beim Abendessen im Hotel Excelsior kennenlernt, schätzt er...


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